Aktuelle Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Informationen über den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Dresden im Überblick.
  • Jan
  • Feb
  • Mar
  • Apr
  • Mai
  • Jun
  • Jul
  • Aug
  • Sep
  • Okt
  • Nov
  • Dez

27 März

Universelle Werke: Neues Innovationszentrum für Leichtbau und Werkstoffforschung in Dresden

Dresden ist das Leichtbau-Zentrum Deutschlands und ein international führender Standort für Werkstoffforschung. Um das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden hat sich in der Dresdner Johannstadt ein Leichtbau-Campus mit leistungsfähigen Partnern und Ausgründungen...
» weiterlesen
Dresden ist das Leichtbau-Zentrum Deutschlands und ein international führender Standort für Werkstoffforschung. Um das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden hat sich in der Dresdner Johannstadt ein Leichtbau-Campus mit leistungsfähigen Partnern und Ausgründungen gebildet. Zukünftig sollen die Dresdner Material-Kompetenzen auch im Stadtteil Plauen gebündelt werden.

Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, der Rektor der Technischen Universität Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, Prof. Hubert Jäger, Vorstandssprecher des ILK und Wilfried Eberhardt, Mitglied des Aufsichtsrats der KUKA AG, haben heute, 27. März, mit einem symbolischen ersten Hammerschlag den Startschuss für die Wiederbelebung der „Universellen Werke“ gegeben. „Hier entsteht eine ideale Keimzelle für innovative Ideen und neue Produkte. Das wird die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes im weltweiten Wettbewerb weiter stärken“, sagt Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden.

„Wir wollen gemeinsam mit starken Partnern die Potenziale in Dresden weiter ausschöpfen. Deshalb haben wir das Vorhaben von Beginn an intensiv begleitet, alle Beteiligten an einem Tisch versammelt und für ein reibungsloses Genehmigungsmanagement gesorgt. Jetzt freuen wir uns, dass es losgeht“, ergänzt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung.

Die traditionsreiche ehemalige Fabrikanlage an der Zwickauer Straße wird zu einem Innovationszentrum mit Technikum, u. a. für Industriepartner des ILK, und Startup-Center für Ausgründungen aus- und umgebaut. Bei der Modernisierung wird darauf geachtet, dass das Gebäude möglichst flexibel genutzt werden kann. Von großen Flächen mit Industrieloft-Charakter bis zur kleinteiligen Nutzung für einzelne Gründerteams ist alles möglich. Auf fünf Etagen werden etwa 6500 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Voraussichtlich ab April 2018 können die ersten Mieter einziehen. Die TechnologieZentrumDresden GmbH wird das gesamte Haus E, für das heute der Hammerschlag erfolgt ist, betreiben und als Dienstleister für alle Nutzer fungieren. Eigentümerin des Objekts ist die IMMOPACT Universelle Werke GmbH.

Prof. Hubert Jäger erwartet einen Innovationsschub für die beteiligen Unternehmen und darüber hinaus: „Das Einzigartige dieses Projektes besteht in der engen Verzahnung exzellenter Wissenschaft mit innovativer Wirtschaft. Wissenschaftler, die technologische Fragestellungen erforschen und Lösungen entwickeln und Unternehmer, die den Blick für den Markt haben, arbeiten in einer gemeinsamen Umgebung am Erfolg. Das schafft einen Nährboden, auf denen junge Unternehmen sich nachhaltig entwickeln können und die Material- und Leichtbauhauptstadt Dresden damit weiter stärken werden.“

Diese Synergien und die exzellenten Dresdner Kompetenzen will auch die KUKA AG nutzen: „70 Prozent aller Innovationen entstehen im Materialbereich. Damit ist Dresden als Materialforschungshauptstadt zwangsläufig erste Wahl für Zukunftsinvestitionen. Wir wollen von der einzigartigen Forschungsumgebung profitieren und gemeinsam mit dem Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik Lösungen für kommende Trends entwickeln. Dazu wollen wir unser Portfolio zusätzlich zur reinen Roboterproduktion hin zum Angebot ganzer Systeme erweitern. Ein erstes Projekt dafür wird eine neuartige Lackiertechnologie sein, die Energieeinsparungen über 80 Prozent verspricht“, erklärt Wilfried Eberhardt, Mitglied des Aufsichtsrats der KUKA AG.

Dresden wird zunehmend auch für Startups interessant. Erst in der vergangenen Woche hat Volkswagen den Start eines Startup-Inkubator-Programms in Kooperation mit der Dresdner Wirtschaftsförderung verkündet. „Wenn die Gründer das Inkubator-Programm in der Gläsernen Manufaktur durchlaufen haben, wollen wir diese natürlich gern in Dresden halten. Die Universellen Werke könnten dann auch für diese kreativen Köpfe eine neue Heimat sein“, sagt Dr. Robert Franke.


27 März

Dresdner Nachwuchsforscher für Arbeiten zu Knochenmetastasen ausgezeichnet

Für ihre Arbeit zur Wirkung des mTOR-Inhibitors Everolimus auf den Knochenstoffwechsel und die Entwicklung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs haben die beiden am Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus forschenden Nachwuchswissenschaftler Andrew Browne und Dr. Tilman Rachner den „von Recklinghausen-Preis“...
» weiterlesen
Für ihre Arbeit zur Wirkung des mTOR-Inhibitors Everolimus auf den Knochenstoffwechsel und die Entwicklung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs haben die beiden am Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus forschenden Nachwuchswissenschaftler Andrew Browne und Dr. Tilman Rachner den „von Recklinghausen-Preis“ der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) auf der Jahrestagung in Würzburg erhalten.Knochenmetastasen sind eine schwerwiegende Komplikation fortgeschrittener Malignome. Insbesondere die häufigsten Tumore von Frau und Mann, der Brust- und der Prostatakrebs, neigen zur Metastasierung in den Knochen. Die bei Hormonrezeptor-positiven Tumoren therapeutische Senkung körpereigener Sexualhormone (Hormonablation) führt zudem zu einem stark gesteigerten Knochenverlust der betroffenen Patienten.

In ihrer Arbeit konnten Andrew Browne und Tilman Rachner zeigen, dass Everolimus einen schützenden Effekt auf den ansonsten beschleunigten Knochenverlust unter Hormonablation beim Östrogenrezeptor-positiven Mammakarzinom hat und gleichzeitig das Tumorwachstum und Auftreten von Knochenmetastasen in präklinischen Mausmodellen reduziert. Der aus Irland stammende Andrew Browne arbeitet im Rahmen der Dresden International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering (DIGS-BB) seit 2014 an seiner Promotionsarbeit im Dresdner "Bone Lab" unter der Leitung von Professor Lorenz Hofbauer und Dr. Tilman Rachner (Medizinische Klinik III). „Die Arbeit ist der verdiente Lohn für einen Fighting Irish Spirit in Kombination mit dem renommierten Dresdner Clinician Scientist-Programm der Medizinischen Fakultät“, so ein Laudator.

Die osteoonkologische Forschung stellt einen Schwerpunkt der Forschungsarbeit des Bone Lab dar. Im Rahmen der seit 2011 geförderten DFG-Forschergruppe SKELMET werden unterschiedliche Fragestellungen zur Entstehung und innovativen Diagnostik sowie Therapie von Knochenmetastasen bearbeitet. Der mit 5.000 Euro dotierte „von Recklinghausen-Preis" wurde jetzt im Rahmen der Jahrestagung der DGE in Würzburg verliehen.


24 März

Ultradünnes und rollbares Glas für felxible Elektronik aus Dresden

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes KONFEKT erschließen die Partner Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, SCHOTT AG, VON ARDENNE GmbH und tesa SE seit 2013 neue Anwendungen für ultradünnes und rollbares...
» weiterlesen
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes KONFEKT erschließen die Partner Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, SCHOTT AG, VON ARDENNE GmbH und tesa SE seit 2013 neue Anwendungen für ultradünnes und rollbares Glas. Gemeinsam zeigen die Partner erste Ergebnisse auf der VISION | Flexible Glass am 4. und 5. April 2017 am Fraunhofer FEP in Dresden.

Glas, das biegsam und flexibel genug ist, um es direkt von der Schmelze auf Rolle zu wickeln, ist keine Zukunftsvision, sondern Realität. Bereits auf der führenden Fachmesse für gedruckte Elektronik LOPEC vom 28. bis 30. März in München zeigen die Partner an ihren Messeständen Exponate zu flexiblem Dünnglas. (Halle B0: Fraunhofer FEP- Stand 318, SCHOTT – Stand 106, Von Ardenne – Stand 210). Der internationale Technologiekonzern SCHOTT präsentiert dort gleich mehrere ultradünne Glastypen, die sich durch ihr hohes Maß an Flexibilität nicht nur um den Finger, sondern auch auf Rolle wickeln lassen. Das Highlight am Messestand ist ein seriennaher Prototyp von ultradünnem Glas auf Rolle, das im Rahmen des Forschungsprojektes KONFEKT in enger Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (Fraunhofer FEP) und den Unternehmen tesa SE und der VON ARDENNE GmbH noch bis Mitte 2018 optimiert und weiterentwickelt wird.

Ultradünnglas als Basis-Technologie
Mit einer minimalen Dicke von 25 Mikrometern sind die innovativen Gläser von SCHOTT dünner als ein menschliches Haar. In ultradünnen Dicken unter 150 Mikrometern erweisen sie sich als biegbar und zugleich stabil. Daraus resultieren Vorteile gegenüber anderen Substratmaterialien wie etwa Kunststoffen, Metallen oder Silizium. Hinzu kommt, dass Glas als anorganisches Material sehr vielfältige Vorzüge bietet, sei es die optische Qualität, die Temperaturstabilität, die chemische Beständigkeit, die Gasdichte, oder die mechanische Steifigkeit.

VISION | Flexible Glass
Im Anschluss an die LOPEC, am 4. und 5. April 2017, veranstaltet das Fraunhofer FEP in Dresden ein internationales Forschungs- und Networking-Event namens „VISION | Flexible Glass“, das sich auf die Weiterentwicklung von ultradünnem, flexiblem Glas fokussiert. Dazu lädt das Institut zahlreiche Experten an den runden Tisch, um über die Zukunft des spannenden Werkstoffes zu diskutieren.

Dr. Manuela Junghähnel, Leiterin des Kompetenzzentrums für „Flexibles Glas“ am Fraunhofer FEP, freut sich: “Das Fraunhofer FEP als führendes Forschungs- und Entwicklungszentrum für die Prozessierung mit flexiblem Glas konnte zur VISION | Flexible Glass die weltweiten Keyplayer der Branche versammeln: Glashersteller, Maschinenbauer, Anwender. Wir versprechen uns von diesem Event durch eine weitere Vernetzung innovative Ideen für zukunftsweisende Anwendungsgebiete.“

Bei dem Workshop und auf der LOPEC 2017 zeigen die Entwicklungspartner, wie es gelingen kann, ultradünne Glassubstrate in die Massenfertigung für Anwendungen in der organischen und gedruckten Elektronik zu überführen.

Bereits seit Herbst 2013 arbeiten sie an der Erforschung eines „konfektionierbaren Dünnglas- Substratsystems für Anwendungen der Organischen Elektronik“. Das Projekt KONFEKT läuft bis Mitte 2018, kann allerdings heute schon beachtliche Fortschritte verzeichnen. So konnte gegenüber dem Vorjahr beispielsweise die Kantenfestigkeit des Glases deutlich verstärkt werden. Zwar bestehen weiterhin Herausforderungen, die es in den kommenden Monaten zu bewältigen gibt – die Partner sind aber optimistisch, das Glas auf Rolle durch intensive Forschungsarbeit und eine enge, produktive Kooperation bis zur Marktreife zu führen.

„Gedruckte Elektronik ist ein interessanter Wachstumsmarkt, für den ultradünne Spezialgläser das optimale Substratmaterial darstellen können“, so Thomas Wiegel, Anwendungsingenieur für Ultradünnglas bei SCHOTT. „Aus diesem Grund freuen wir uns, den Besuchern der LOPEC und der VISION | Flexible Glass einen exklusiven Einblick in unsere Forschungsarbeit zu geben. Auch haben wir einen seriennahen Prototyp von Glas auf Rolle mit dabei, der greifbar veranschaulicht, wo wir aktuell stehen und wohin die Reise geht“.


23 März

Sachsens IKT-Branche wächst weiter überdurchschnittlich

Nach einer aktuellen Datenerhebung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), die pünktlich zur CeBIT fertig gestellt wurde, liegt die Zahl der Beschäftigten in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Branche in Sachsen bei über 60.000 Menschen. In etwa 2.300...
» weiterlesen
Nach einer aktuellen Datenerhebung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), die pünktlich zur CeBIT fertig gestellt wurde, liegt die Zahl der Beschäftigten in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Branche in Sachsen bei über 60.000 Menschen. In etwa 2.300 Betrieben wird ein Gesamtumsatz von circa 14 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Damit steigt die Zahl der Beschäftigten der Branche im Vergleich zur Datenerhebung 2014 insgesamt um 4 Prozent, der Umsatz um 9 Prozent. Den höchsten Beschäftigungszuwachs verzeichnet der Bereich Software mit 10 Prozent Wachstum (auf 23.200 Beschäftigte) bei etwas über 3,1 Mrd. Euro Umsatz (+ 13 Prozent). Das größte Umsatzwachstum weist die IKT-Warenproduktion mit einem Zuwachs von 29 Prozent (auf 4,2 Mrd. Euro) über den Erhebungszeitraum von zwei Jahren auf – bei nahezu konstanten Beschäftigungszahlen.

„Die IKT-Branche ist ein wichtiger Bestandteil der sächsischen Gesamtwirtschaft. Ihre ökonomische Bedeutung geht deutlich über die aufgeführten Kennzahlen hinaus. IKT als Grundlage der Digitalisierung – in Unternehmen und in deren Produkten – ist von strategischer Bedeutung für den zukünftigen Erfolg der sächsischen Wirtschaft“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig. „Ich freue mich insbesondere, dass die Software-Branche mit so anhaltend hoher Dynamik in Sachsen wächst. Industrie 4.0, automatisiertes und vernetztes Fahren sowie das Internet der Dinge werden mehr und mehr zum Treiber dieses Wachstums.“

Gemäß Datenerhebung des SMWA setzt sich die IKT-Branche aus spezialisierten Unternehmen des produzierenden Gewerbes (IKT-Warenproduktion), Unternehmen der Software-Branche (Software), Unternehmen die in ihrer Haupttätigkeit Handel mit IKT-Gütern oder Service-Leistungen im Bereich IT und Telekommunikation anbieten (IKT-Dienstleistungen und Handel), spezifischen Zulieferern und Dienstleistern der Mikroelektronik und Photovoltaik sowie branchenbezogenen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen.


23 März

TeaP - Tagung für experimentell arbeitende Psychologen in Dresden

Über 700 Wissenschaftler treffen sich vom 26. bis 29. März 2017 an der TU Dresden bei der „TeaP“, der Tagung für experimentell arbeitende Psychologen. Von A wie Arbeitsgedächtnis bis V wie Verkehrspsychologie: Die thematische Bandbreite der mehr als 600 Beiträge reicht von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsfunktionen...
» weiterlesen
Über 700 Wissenschaftler treffen sich vom 26. bis 29. März 2017 an der TU Dresden bei der „TeaP“, der Tagung für experimentell arbeitende Psychologen. Von A wie Arbeitsgedächtnis bis V wie Verkehrspsychologie: Die thematische Bandbreite der mehr als 600 Beiträge reicht von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsfunktionen über Prozesse des Lernens, des Gedächtnisses, des Denkens, Entscheidens und Problemlösens bis hin zur Sprachverarbeitung und Handlungssteuerung. Zahlreiche Beiträge behandeln zudem Forschungsergebnisse an der Schnittstelle von Psychologie und Hirnforschung.

Seit ihrer Gründung 1959 in Marburg hat sich die TeaP zu einer der wichtigsten und größten psychologischen Konferenzen in Deutschland entwickelt. Die Fachrichtung Psychologie der TU Dresden, die in aktuellen Forschungsrankings erneut einen Spitzenplatz unter den psychologischen Instituten Deutschlands belegt, ist in diesem Jahr erstmals Gastgeber der Konferenz.

Mit Klaus Oberauer, Tania Singer und Patrick Haggard konnten herausragende Forscher als Plenarsprecher gewonnen werden, die über aktuelle Forschung zum Arbeitsgedächtnis, zum sozialen Gehirn und zu den neuronalen Grundlagen von Willenshandlungen berichten werden.

Fundiertes psychologisches Wissen ist heute mehr denn je von großer Bedeutung, um in der Gesellschaft positive Potentiale, rationale Diskurse und demokratische Verhältnisse zu sichern und zu fördern.

Auf der Konferenz gibt es daher neben den Beiträgen aus der psychologischen Grundlagenforschung in diesem Jahr auch zahlreiche anwendungsbezogene Beiträge. Das thematische Spektrum reicht dabei von der Bildung von Vorurteilen bis zu den Bedingungen sozialen Handelns und risikobehafteten Entscheidens.

Eine weitere wichtige Rolle spielen aktuelle Forschungsergebnisse zu psychologischen Faktoren beim Multitasking und in der Mensch-Maschine-Interaktion, das Training kognitiver Fähigkeiten im Alter und neurobiologische Grundlagen von Angststörungen.

Organisiert wird die TeaP 2017 in Dresden von Prof. Thomas Goschke (Allgemeine Psychologie), Prof. Clemens Kirschbaum (Biopsychologie) und Prof. Annette Bolte (Allgemeine Psychologie).


23 März

Sachsens Maschinen- und Fahrzeugbau setzt zum Sprung an: Digitalisierung ab 2021 über bundesdeutschen Durchschnitt

Im Rahmen der Zuliefererkonferenz IMPRO wurde heute der „Wirtschaftsindex DIGITAL“ für den Maschinen- und Fahrzeugbau in Sachsen vorgestellt. Unternehmen dieser Branche erreichen im Freistaat 44 von 100 möglichen Punkten. Sie liegen damit auf bundesweiten Niveau für den Maschinen- und Fahrzeugbau (45 Punkte),...
» weiterlesen
Im Rahmen der Zuliefererkonferenz IMPRO wurde heute der „Wirtschaftsindex DIGITAL“ für den Maschinen- und Fahrzeugbau in Sachsen vorgestellt. Unternehmen dieser Branche erreichen im Freistaat 44 von 100 möglichen Punkten. Sie liegen damit auf bundesweiten Niveau für den Maschinen- und Fahrzeugbau (45 Punkte), aber noch unter dem sächsischen Durchschnitt für die Gesamtwirtschaft (48 Indexpunkte).

Die Maschinen- und Fahrzeugbau-Branche geht allerdings davon aus, in den nächsten fünf Jahren deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung zu erzielen: So liegt die Prognose für Sachsen im Jahr 2021 bei 50 Punkten, während sie bundesweit bei 45 Punkten stagniert.

Das Wirtschaftsministerium fördert Innovationen mit Bezug zum digitalen Wandel. Stefan Brangs, Staatssekretär und Beauftragter für Digitales im Freistaat Sachsen: „Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen stehen wir mit unseren Branchen- und technologieoffenen Förderprogrammen in allen Phasen der digitalen Transformation zur Seite: von der Gründungsberatung, mit Coaching-Angeboten bis hin zu E-Business-Vorhaben im Rahmen der Mittelstandsrichtlinie.“

Der „Wirtschaftsindex DIGITAL“ ergänzt den Ende 2016 veröffentlichten Monitoring-Report „Wirtschaft DIGITAL 2016: Sachsen“. Dieser ergab, dass ein Drittel der sächsischen Unternehmen Digitalisierung für sich noch nicht als notwendig erachtet.
Die heute veröffentlichte Studie „Wirtschaftsindex DIGITAL“ der TNS Deutschland GmbH, stellt den Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau dar.


Hintergrundinformationen zum Monitoring-Report „Wirtschaft DIGITAL 2016: Sachsen“:
Der Report basiert auf 766 Interviews mit sächsischen Unternehmen. Die Er-gebnisse sind damit repräsentativ für die gewerbliche Wirtschaft in Sachsen. 90 der damals befragten Unternehmen gehören zum Maschinen- und Fahrzeugbau. Der Digitalisierungsgrad wird auf einer Skala zwischen 0 und 100 Punkten im „Wirtschaftsindex DIGITAL“ abgebildet. Darüber hinaus untersucht die Studie Treiber und Hemmnisse der Digitalisierung, innovative Anwendungsbereiche und die unternehmerische Weiterbildung zu Digitalthemen.


22 März

Geospin und CarlundCarla.de starten das Startup Inkubator-Programm in der Gläsernen Manufaktur Dresden

Die ersten beiden Teams für den neuen Startup Inkubator in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden stehen fest: Die Startups Geospin aus Freiburg sowie CarlundCarla.de aus Dresden wurden nach einem Pitch-Wettbewerb auf der CeBIT in Hannover zu Siegern gekürt. Sie ziehen ab Mai in die Gläserne Manufaktur...
» weiterlesen
Die ersten beiden Teams für den neuen Startup Inkubator in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden stehen fest: Die Startups Geospin aus Freiburg sowie CarlundCarla.de aus Dresden wurden nach einem Pitch-Wettbewerb auf der CeBIT in Hannover zu Siegern gekürt. Sie ziehen ab Mai in die Gläserne Manufaktur und können dort mit finanzieller Unterstützung von Volkswagen ihre Ideen zur Marktreife entwickeln. In den nächsten vier Wochen werden weitere Startups für das Inkubator-Programm in Dresden gesucht. Deshalb wurde gestern die Webseite des Ideation Hub freigeschaltet.
 
Zehn internationale Teams präsentierten ihre innovativen Ideen zur Zukunft der Mobilität bei einem Startup-Pitch. Geospin, Spezialisten für geografische Big-Data-Analysen, überzeugten die sechsköpfige Expertenjury, ebenso wie CarlundCarla.de, die ein neuartiges Konzept zum Corporate Car-Sharing vorstellten. „Wir sind sehr angetan von der Vielfalt innovativer Mobilitätsideen. Die beiden Teams bedienen unterschiedliche Facetten – einerseits im Kontext von Mobilitätsdienstleistungen und anderseits fokussiert auf Navigation und Geo-Verortung. Beides sind enorm wichtige Themenfelder der Zukunft“, sagte Kai Siedlatzek, Finanz-Geschäftsführer bei Volkswagen Sachsen.   
 
 „Wir sind hocherfreut, beim neuen Inkubator-Programm dabei zu sein. Wir wollen unsere Car-Sharing-Ideen durch das große Volkswagen-Netzwerk beschleunigen“, sagte Richard Vetter von CarlundCarla.de. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Volkswagen und unseren Daten-Analysen nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln“, sagte Christoph Gebele von Geospin.    
 
Die Gläserne Manufaktur hatte heute Vormittag ein Startup-Inkubator-Programm gestartet. Unterstützt von der Volkswagen Konzern-IT, Volkswagen Sachsen sowie der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden wurde per Knopfdruck die Webseite live geschaltet. Dort können sich die Startups jetzt bewerben. Ziel ist es, dass Startups ihre Ideen direkt in der Gläsernen Manufaktur zur Marktreife entwickeln.
 
Junge Startups haben nun vier Wochen Zeit, ihre Ideen rund um die Mobilität der Zukunft einzureichen. Der Inkubator richtet sich an Gründer aus aller Welt. Ende April werden weitere Unternehmen in Dresden ihre Ideen zur Mobilität bei einem zehnminütigen Pitch präsentieren. Ein Auswahlgremium wird die besten Ideen und Teams für die Frühjahrs-Gruppe auswählen. Die Gründer werden dann für sechs Monate in die Gläserne Manufaktur einziehen. Nach drei Monaten müssen die Teams ihre ersten Ergebnisse zeigen. Sind diese überzeugend, sollen die Startups die Ideen in Dresden zur Marktreife entwickeln. Im Herbst werden dann weitere Teams in die Manufaktur einziehen.
 
Der Inkubator richtet sich dabei gezielt an auch an gründungswillige Studenten und Wissenschaftler. Wichtig: Teil des Inkubator-Programms ist eine finanzielle Unterstützung von 15.000 Euro pro Startup. Die Gläserne Manufaktur bietet im Rahmen des Programms ferner eine Betreuung durch Mentoren und Coaches; eine attraktive Arbeitsumgebung in der Manufaktur; eine hochwertige IT-Infrastruktur; Kontakt zu Forschern, Entwicklern und Entscheidern von Volkswagen; professionelle Beratung durch die Sächsische Aufbaubank (SAB); Projektmanagement; Nähe zur Startup-Szene sowie finanzielle als auch personelle Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden.


22 März

Auf der CeBIT 2017: Gläserne Manufaktur startet mit einem Startup-Inkubator-Programm in Dresden

Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden unterstützt innovative Geschäftsideen rund um die Mobilität der Zukunft. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden sollen Firmengründungen aus den Zukunftsfeldern wie Fuhrparkmanagement, Car-Sharing, Concierge und Navigation-/Park...
» weiterlesen
Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden unterstützt innovative Geschäftsideen rund um die Mobilität der Zukunft. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden sollen Firmengründungen aus den Zukunftsfeldern wie Fuhrparkmanagement, Car-Sharing, Concierge und Navigation-/Park Services sowie Smart Home Services forciert werden. Die Gläserne Manufaktur hat deshalb heute auf der CeBIT 2017 in Hannover ein Startup-Inkubatorprogramm gestartet. Unterstützt wird sie dabei vom Ideation Hub der Volkswagen Konzern-IT. Im Beisein von Dr. Martin Hofmann, Leiter der Volkswagen Konzern-IT, haben Kai Siedlatzek, Finanz-Geschäftsführer von Volkswagen Sachsen, Dr. Robert Franke, Leiter der Dresdner Wirtschaftsförderung, und Dr. Sarah Jennifer Geffers, Leiterin des Ideation Hubs, per Knopfdruck symbolisch die Webseite freigeschaltet. Dort können sich junge Startups bewerben. Ziel ist es, dass die Startups ihre Ideen direkt in der Gläsernen Manufaktur zur Marktreife entwickeln.

Junge Startups haben jetzt vier Wochen Zeit, ihre Ideen rund um die Mobilität der Zukunft einzureichen. Der Inkubator richtet sich an Gründer aus aller Welt. Ende April werden ausgewählte Unternehmen dann in Dresden ihre Ideen zur Mobilität bei einem zehnminütigen Pitch präsentieren. Ein Auswahlgremium wird die besten fünf Ideen und Teams für die Frühjahrs-Gruppe auswählen. Die Gründer werden dann für sechs Monate in die Gläserne Manufaktur einziehen. Nach drei Monaten müssen die Teams ihre ersten Ergebnisse zeigen. Sind diese überzeugend, sollen die Startups die Ideen in Dresden zur Marktreife entwickeln. Im Herbst werden dann weitere fünf Unternehmen in die Manufaktur einziehen. „Der Startup-Inkubator wird Dresdens Profil als Gründungstandort im Hightech-Bereich weiter schärfen und eine Magnetwirkung haben. Damit senden wir ein starkes Signal aus Dresden – an Gründer und auch Investoren aus der ganzen Welt", sagt Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden.

Die neue Fertigungsstätte für den e-Golf in Dresden wurde dafür in Teilen extra umgebaut, bis zu 30 Personen finden in umgestalteten Räumen Platz – direkt im Herzen der Manufaktur. „Unsere Alleinstellungsmerkmale sehen wir darin, dass wir etwa im Zugang zu Fahrzeugen ermöglichen. Wir werden etwa relevante Software-Schnittstellen an unseren Elektromodellen öffnen, damit die Startups ihre Ideen direkt am, in oder mit einem Auto oder mit Besuchern der Gläsernen Manufaktur verproben und testen können", sagte Kai Siedlatzek.

Dr. Jennifer Sarah Geffers, Leiterin des Ideation Hubs der Volkswagen Konzern-IT, sagte: „Wir freuen uns darauf, nun auch in der Gläsernen Manufaktur gute Ideen und Produkte mit Startups zu erproben und weiterzuentwickeln. Der Ideation Hub und die Gläserne Manufaktur arbeiten dabei eng zusammen. Gemeinsam bieten wir viele Möglichkeiten, Startups und ihre Ideen mit Partnern im gesamten Unternehmen zu vernetzen." Die Startups profitieren zudem von einem lebendigen Ökosystem: Dresden gehört zu den stärksten IKT-Gründungszentren Deutschlands. „Die Hightech-Startups sind in Dresden das perfekte Scharnier zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und beleben die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts ungemein", sagt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden.

Der Inkubator richtet sich dabei gezielt an auch an gründungswillige Studenten und Wissenschaftler. Wichtig: Teil des Inkubationsprogramms ist eine finanzielle Unterstützung von 15.000 Euro pro Startup. Die Gläserne Manufaktur bietet im Rahmen des Programms ferner eine Betreuung durch Mentoren und Coaches; eine attraktive Arbeitsumgebung in der Manufaktur; eine hochwertige IT-Infrastruktur; Kontakt zu Forschern, Entwicklern und Entscheidern von Volkswagen; professionelle Beratung durch die Sächsische Aufbaubank (SAB); Projektmanagement; Nähe zur Startup-Szene sowie finanzielle als auch personelle Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden.

„Unsere Philosophie lautet: Die Startup-Team konzentrieren sich auf die Idee und die eigene Kernkompetenz. Wir übernehmen den Rest", so Siedlatzek.

Über die Marke Volkswagen: Wir bringen die Zukunft in Serie.
Die Marke Volkswagen Pkw ist weltweit in mehr als 150 Märkten präsent und produziert Fahrzeuge an mehr als 50 Standorten in 14 Ländern. Im Jahr 2016 hat Volkswagen rund 5,99 Millionen Fahrzeuge gefertigt, hierzu gehören Bestseller wie Golf, Tiguan, Jetta oder Passat. Derzeit arbeiten weltweit 218.000 Menschen bei Volkswagen. Hinzu kommen mehr als 7.700 Handelsbetriebe mit 74.000 Mitarbeitern. Volkswagen treibt die Weiterentwicklung des Automobilbaus konsequent voran. Elektromobilität, Smart Mobility und die digitale Transformation der Marke sind die strategischen Kernthemen der Zukunft.


21 März

Zulieferkonferenz IMPRO am 22. März 2017 in Dresden

Sachsen hat sich international einen Namen als Fertigungs- und Entwicklungsstandort gemacht. Besonders im Maschinenbau, im Automobilsektor und in der Mikroelektronik spielt Sachsen seine Stärken aus. Kaum ein Produkt, in dem nicht Hochtechnologie aus Sachsen steckt. Die Leistungsfähigkeit verdankt der Standort...
» weiterlesen
Sachsen hat sich international einen Namen als Fertigungs- und Entwicklungsstandort gemacht. Besonders im Maschinenbau, im Automobilsektor und in der Mikroelektronik spielt Sachsen seine Stärken aus. Kaum ein Produkt, in dem nicht Hochtechnologie aus Sachsen steckt. Die Leistungsfähigkeit verdankt der Standort nicht zuletzt der sehr guten Struktur aus mittelständischen Unternehmen. Durch Flexibilität, Know-how und Qualitätsbewusstsein erfüllen sie die Leistungsanforderungen ihrer Kunden. Diese Kompetenzen sollen weiter ausgebaut werden.

Die Zulieferkonferenz IMPRO richtet sich speziell an produzierende Unternehmen und Bedarfsträger, um enger in regionalen Lieferketten auf kurzem Weg zusammenzuarbeiten. Sächsische Unternehmer und Entscheider berichten aus erster Hand Aktuelles aus den Unternehmen. Außerdem bietet die Konferenz die Gelegenheit für neue Geschäftskontakte.

„Gerade die vielfach kleinen Unternehmen der sächsischen Zulieferindustrie stehen der Digitalisierung oft noch skeptisch oder abwartend gegenüber. Die Konferenz greift relevante Fragestellungen aus den Themenbereichen Industrie 4.0, Kooperation und Ausbildung auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um speziell die Zulieferer für diese Themen zu sensibilisieren und zu aktivieren“, würdigt Wirtschaftsminister Dulig die Initiative von IMPRO und WFS.

„Am Beispiel der IMPRO e.V.- Mitgliedsunternehmen kann man gut sehen, wie sächsische Unternehmen von ihrem regionalen KMU-Fertigungs- bzw. Kooperationsnetzwerk profitieren und so in der Lage sind, sich zu spezialisieren“, so Peter Nothnagel, Geschäftsführer der WFS. „Gleichzeitig steigern sie damit Wachstum und Zukunftsfähigkeit, denn durch gemeinsames Engagement können regionale und sächsische Zulieferketten gestärkt werden.“

Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig wird die Veranstaltung eröffnen. Weitere Referenten werden u. a. sein: Peter Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung der FEP Fahrzeugelektrik Pirna GmbH & Co. KG sowie Prof. Egon Müller als Vertreter des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Chemnitz.


21 März

TU Dresden: Molekulare motorbetriebene Bio-Computer

Startschuss für 6,1 Mio. Euro EU-Horizon 2020 Forschungsprojekt zur Entwicklung eines neuen Computer-Typen auf Basis von Biomolekülen Fehler in Software oder Computerchips verursachen Abstürze von Computern oder Smartphones und ermöglichen Hackern das Stehlen von Passwörtern. Automatisierte Prüfverfahren...
» weiterlesen
Startschuss für 6,1 Mio. Euro EU-Horizon 2020 Forschungsprojekt zur Entwicklung eines neuen Computer-Typen auf Basis von Biomolekülen

Fehler in Software oder Computerchips verursachen Abstürze von Computern oder Smartphones und ermöglichen Hackern das Stehlen von Passwörtern. Automatisierte Prüfverfahren könnten diese Probleme vermeiden. Leider steigt die dafür benötigte Rechenleistung exponentiell mit der Größe des Programmes an. Daher sind für herkömmliche Computer der Energieverbrauch, der Kühlungsbedarf und die benötigte Rechenleistung zu hoch, um große Programme zu überprüfen.

Ein vor kurzem gestartetes Forschungsprojekt hat die Entwicklung eines Bio-Computers zum Ziel, der zwei Hauptprobleme der Supercomputer von heute überwinden soll: Zum einen verbrauchen Supercomputer erhebliche Mengen elektrischen Stromes, so dass die Entwicklung mächtigerer Computer vor allem an der Kühlung der Prozessoren scheitert. Zum anderen sind heutige Computer nicht besonders gut darin, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Der Bio-Computer auf Basis von molekularen Motoren verbraucht im Vergleich zu herkömmlichen Computern nur einen Bruchteil der Energie pro Rechenoperation. Außerdem kann er sehr viele Operationen gleichzeitig ausführen und ist daher besonders für Probleme wie die Softwareüberprüfung geeignet, bei der sehr viele Lösungen überprüft werden müssen.

Der Einfluss dieser Forschung beschränkt sich nicht auf das Design fehlerfreier Software: „Praktisch betrachtet können alle wirklich interessanten mathematischen Probleme der heutigen Zeit mit unserer derzeitigen Computertechnologie nicht effizient berechnet werden“, so Dan V. Nicolau, Ph.D. M.D. vom britischen Unternehmen MolecularSense, das die initiale Idee zur Nutzung biomolekularer Motoren als Computer hatte. Diese Grenze, ab der ein Problem zu schwierig für einen Computer wird, möchte das hier vorgestellte neue Projekt durch die Nutzung biomolekularer Motoren als Recheneinheiten hinausschieben: Die Grundidee ist, dass die – jeweils nur wenige Milliardstel eines Meters (Nanometers) kleinen – biomolekularen Maschinen Probleme lösen, indem sie sich durch ein Netzwerk winziger Kanäle bewegen. Das per Nanofabrikation hergestellte Netzwerk repräsentiert dabei einen mathematischen Algorithmus (siehe Bild 1). Dieser Ansatz wird von den Forschern als „netzwerk-basierter Bio-Computer“ bezeichnet. Jedesmal, wenn die Biomoleküle eine Kreuzung im Netzwerk erreichen, können sie entscheiden, ob sie eine Zahl addieren oder nicht. Jedes einzelne Biomolekül fungiert so als ein winziger Computer – mit Prozessor und Arbeitsspeicher. Obwohl jedes Biomolekül für sich betrachtet viel langsamer rechnet als ein elektronischer Computer, kann die schiere Anzahl an Molekülen dank Selbstorganisation eine große Rechenleistung entwickeln. Dieser Ansatz funktioniert im kleinen Maßstab auch schon in der Praxis, wie die Forscher in einer Publikation im wissenschaftlichen Magazin PNAS zeigen konnten. „Wir nutzen die molekularen Motoren von Zellen, die in Milliarden von Jahren der Evolution optimiert wurden, als hocheffiziente Nanomaschinen.” sagt Prof. Stefan Diez, der das teilnehmende Dresdner Forschungsteam leitet. „Die biologischen Recheneinheiten können sich selbst vermehren, um sich der Schwierigkeit des mathematischen Problems anzupassen”, ergänzt Dr. Till Korten von der TU Dresden, Mitkoordinator des Bio4Comp Projektes und gemeinsamer Erstautor der PNAS Publikation.

Das Forscherteam wird sich nun der Entwicklung der Technologie widmen, die zur Hochskalierung netzwerkbasierter Biocomputer benötigt wird. Dabei haben sich die Forscher sich zum Ziel gesetzt andere alternative Computer wie DNA-Computer oder Quantencomputer zu übertreffen. Das Forscherteam hofft, damit eine größere Gemeinschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft anzusprechen, und so ein neues Forschungsfeld zu begründen. Um dies zu realisieren, haben sie eine Forschungsförderung des Future & Emerging Technologies (FET) Programmes der EU in Höhe von 6,1 Millionen Euro erhalten. Das geförderte Projekt ist stark interdisziplinär und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Mathematik, Biologie, Ingenieurwissenschaft und Informatik.

1,1 Millionen Euro der Forschungsförderung gehen an die Gruppe von Stefan Diez, Professor für BioNanoTools am B CUBE, einem Forschungsinstitut der TU Dresden, das sich der Erforschung und Entwicklung biologischer Materialien widmet. Die Gruppe von Stefan Diez wird Motorproteine der Zelle (z. B. Kinesin-1) modifizieren, um sie für ihren Einsatz in Bio-Computern und anderen nanofabrizierten Geräten zu optimieren. Dabei werden sie von einer engen Zusammenarbeit mit dem Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed), einem der aktuellen Exzellenzcluster der TU Dresden, profitieren. „Indem wir Motorproteine optimieren, stellen wir nicht nur ideale Werkzeuge für die Nanotechnologie her – sondern lernen auch viel über ihre Funktionsweise und über ihr Verhalten innerhalb der Zelle”, so Diez. Diese Erkenntnisse werden auch über dieses Forschungsprojekt hinaus nützlich sein, da zum Beispiel auch die Rollen der Motorproteine bei Krankheiten wie Krebs oder Demenz untersucht werden können.

Das Bio4Comp Projekt (2017-2021) wird durch Horizont 2020 gefördert, das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (Zuschussvereinbarung Nr. 732482).


21 März

TU Dresden-Professorin Zimmermann zur Sprecherin des DGM-Beirates gewählt

Prof. Dr. Martina Zimmermann, Inhaberin der Professur für Werkstoffprüfung und -charakterisierung am Institut für Werkstoffwissenschaft der Fakultät Maschinenwesen, wurde im März zur Sprecherin des Beirates der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) gewählt. Die Wahl des neuen Sprechers fand...
» weiterlesen
Prof. Dr. Martina Zimmermann, Inhaberin der Professur für Werkstoffprüfung und -charakterisierung am Institut für Werkstoffwissenschaft der Fakultät Maschinenwesen, wurde im März zur Sprecherin des Beirates der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) gewählt. Die Wahl des neuen Sprechers fand im Rahmen der ersten konstituierenden Sitzung des neuen Beirates am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie statt.

Aufgabe des Beirates ist es, den Vorstand der DGM in wichtigen Entscheidungen zur strategischen Entwicklung des Vereins zu beraten. Er setzt sich aus Vertretern der Industrie, Wissenschaft, Politik, Forschungsförderung und Verbänden zusammen.

„Ich freue mich sehr über die Wahl zur neuen Sprecherin des DGM-Beirates. Es wird eine spannende Herausforderung sein, die zukünftige Entwicklung der DGM mitzugestalten und den Vorstand und die Geschäftsstelle hierbei zu unterstützen. An Herausforderungen mangelt es nicht, es gilt u.a. Themen wie die stärkere Interessenvertretung der Mitglieder der DGM bei der Identifikation und Bewerbung zukunftsträchtiger Forschungs- und Entwicklungsthemen gegenüber politischen Entscheidungsträgern, der Internationalisierung oder auch das Thema Chancengleichheit anzugehen. Wir möchten über alle Zielgruppen hinweg das Bewusstsein für die Bedeutung von Werkstoff-Kompetenz für alle Bereiche der technologischen Fortentwicklung schärfen.“, so Prof. Zimmermann.

Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. ist ein technisch-wissenschaftlicher Verein, der die Interessen seiner Mitglieder für eine kontinuierliche inhaltliche, strukturelle und personelle Weiterentwicklung des Fachgebietes der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik vertritt. Ziel der DGM ist die Förderung neuer Erkenntnisse in Wissenschaft und Technik, die Verbreitung des Wissensstandes auf diesem Gebiet und die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die industrielle Praxis.


20 März

Philosoph Peter Sloterdijk eröffnet die 3. Vortragsreihe „Zukunft – Energie – Zukunft“ an der TU Dresden

„Energie im Überfluss“ so das Thema des Karlsruher Professors für Ästhetik und Philosophie Peter Sloterdijk. Damit eröffnet der bekannte deutsche Philosoph, Kulturwissenschaftler und Buchautor am 3. April 2017, 18.30 Uhr, die 3. Vortragsreihe „Zukunft – Energie – Zukunft“. Der Vortrag findet im...
» weiterlesen
„Energie im Überfluss“ so das Thema des Karlsruher Professors für Ästhetik und Philosophie Peter Sloterdijk. Damit eröffnet der bekannte deutsche Philosoph, Kulturwissenschaftler und Buchautor am 3. April 2017, 18.30 Uhr, die 3. Vortragsreihe „Zukunft – Energie – Zukunft“. Der Vortrag findet im Festsaal des Rektorats der TU Dresden, Mommsenstr. 11, statt. Dabei steht die Auseinandersetzung mit der praktisch ungebremsten Nutzung von Energie, wie sie erst im 20. Jahrhundert möglich wurde, im Mittelpunkt.

Professor Sloterdijk hat seine Sicht auf die Energiefrage bereits in seinem Buch „Was geschah im 20. Jahrhundert“ skizziert. Dort schließt er sich der Auffassung an, dass „[…] alle Erzählungen von den Wandlungen der conditio humana Erzählungen über die sich ändernde Ausbeutung von Energiequellen sind […]“. Während die Realitäts­gefühle der Menschen früher auf Güter- und Ressourcenknappheit geeicht waren, habe sich im „Fossilenergiezeitalter ein durchgreifender Sinnwandel vollzogen - man darf Verschwendung inzwischen ruhigen Tones als erste Bürgerpflicht bezeich­nen.“ In der postfossilen Ära erwartet er „vor allem ein Spektrum von Solartechnolo­gien und von regenerativen Treibstoffen“. Zuhörer dürfen sich auf einen spannenden Vortrag zu Energiefragen aus Sicht eines Philosophen freuen.

Mit diesem Vortrag setzen die Technische Universität Dresden und die Sächsische Akademie der Wissenschaf­ten zu Leipzig ihre mehrsemestrige Reihe „Zukunft-Energie-Zukunft“ fort. Verschiedene Vorträge widmen sich den unterschiedlichen Aspekten einer künftigen Energieversorgung aus wissenschaftlicher Perspektive. Auch im Sommersemester 2017 sind international ausgewiesene Fachleute unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen eingeladen. Sie werden ihre Sicht auf bevorstehende Herausforderungen zu Energiefragen im 21. Jahrhundert darlegen und mit dem Auditorium diskutieren.
                   
An Peter Sloterdijks Vortrag schließt sich am
24. April 2017 Prof. Alfred Gossner, Vorstand der Fraunhofer Gesellschaft, mit seinem Vortrag „Steigerung der Energieeffizienz“ thematisch eng an.

Es folgen am 15. Mai 2017 Prof. Sibylle Günter von der Max-Planck-Gesellschaft, mit „Kernfusion – mehr als eine Hoffnung?!“.

Am 19. Juni 2017 spricht Prof. Dirk Westermann von der TU Ilmenau zum Thema „Stromnetze – die Herausforderung“.

Prof. Hans Zellbeck von der TU Dresden beendet am 3. Juli 2017 die 3. Vortragsreihe mit seinem Vortrag zum Thema „Mobil mit Energie“.

Der Beginn ist jeweils 18:30 Uhr im Festsaal des Rektorates der TU Dresden.

Die Veranstaltungsreihe findet seit dem Sommersemester 2016 unter der Schirmherrschaft vom Rektor der TU Dresden und dem Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig statt. Sie wird im kommenden Wintersemester fortgeführt.


20 März

Pressestimme: Handelsblatt - Deutschlands 100 klügsten Köpfe

Digitalisierung | Biotechnologie | Künstliche Intelligenz

Frank Fitzek, Professor des Deutschen Telekom Lehrstuhls für Kommunikationsnetze an der TU Dresden: "Ich bin stolz, wenn andere über eine Technologie reden und ich sagen kann, wir haben sie gebaut und noch einen draufgelegt."
» weiterlesen
Digitalisierung | Biotechnologie | Künstliche Intelligenz

Frank Fitzek, Professor des Deutschen Telekom Lehrstuhls für Kommunikationsnetze an der TU Dresden: "Ich bin stolz, wenn andere über eine Technologie reden und ich sagen kann, wir haben sie gebaut und noch einen draufgelegt."


17 März

Blockcopolymer-Mizellisierung als Schutzstrategie für DNA-Origami

Wissenschaftler des Center for Advancing Electronics Dresden / TU Dresden und der Universität Tokyo unter der Leitung von Thorsten L. Schmidt (cfaed) haben eine Methode zum Schutz von DNA-Origami vor dem Abbau in biologischen Medien entwickelt. Diese Strategie ermöglicht zukünftige Anwendungen in der Nanomedizin...
» weiterlesen
Wissenschaftler des Center for Advancing Electronics Dresden / TU Dresden und der Universität Tokyo unter der Leitung von Thorsten L. Schmidt (cfaed) haben eine Methode zum Schutz von DNA-Origami vor dem Abbau in biologischen Medien entwickelt. Diese Strategie ermöglicht zukünftige Anwendungen in der Nanomedizin und Zellbiologie.

Die genaue Anordnung einzelner Moleküle ist grundsätzlich sehr schwierig. DNA-Nanotechnologie ermöglicht die Synthese Nanometer-großer Objekte mit programmierbaren Formen aus synthetischen DNA-Fragmenten. Eine der am häufigsten genutzten Methoden in diesem Forschungsfeld ist die sogenannte DNA-Origami-Technik, welche die Herstellung von Nanostrukturen mit nahezu beliebigen Formen ermöglicht. Diese sind um ein Tausendfaches kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Sie können punktgenau mit zahlreichen weiteren Materialen funktionalisiert werden, wie z.B. Eiweißmolekülen, Antikörpern, Wirkstoff-Molekülen oder anorganischen Nanopartikeln, so dass definierte Geometrien bzw. Abstände mit Genauigkeiten im Nanometerbereich einstellbar sind.

Dank dieser einzigartigen Kontrolle von Materialien im Nanometerbereich sind DNA-Nanostrukturen auch für Anwendungen in der Molekularbiologie und Nanomedizin attraktiv. So könnten Nanostrukturen beispielsweise als programmierbare Wirkstoffträger oder Diagnoseeinheiten eingesetzt werden, oder die Reaktion von Zellen auf präzise eingebrachte Moleküle untersucht werden. Diese künstlichen DNA-Nanostrukturen benötigen allerdings etwa 10-fach höhere Salzkonzentrationen, als in Körperflüssigkeiten oder Zellkulturmedien vorliegen, damit die Form und damit die Funktionalität erhalten bleibt. Darüber hinaus können sie sehr schnell von speziellen Enzymen (Nukleasen) abgebaut werden, welche in menschlichen Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel zu finden sind. Diese Instabilität schränkt biologische oder medizinische Anwendungen ein.

Aus diesem Grunde überzog ein Team unter Leitung von cfaed-Forschungsgruppenleiter Dr. Thorsten L. Schmidt (Technische Universität Dresden) DNA-Origamistrukturen mit einem synthetischen Polymer. Dieses besteht aus zwei Segmenten: einem kurzen positiv geladenen Abschnitt, welcher das Polymer elektrostatisch an der negativ geladenen DNA-Nanostruktur anheftet, und einer langen ungeladenen Polymerkette, welche die gesamte Nanostruktur ähnlich einem Pelz einhüllt. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass solche von Polymeren bedeckten DNA-Nanostrukturen vor Nuklease-Abbau und niedrigen Salzkonzentrationen geschützt waren. Zudem konnten sie nachweisen, dass mit Nanopartikeln funktionalisierte Nanostrukturen mittels derselben Methode geschützt werden können. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte das Team unter dem Titel: “Block Copolymer Micellization as a Protection Strategy for DNA Origami” in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie [DOI: 10.1002/anie.201608873].

Diese unkomplizierte, kosteneffektive und robuste Methode zum Schutz von DNA-basierten Strukturen könnte biologische und nanomedizische Anwendungen in Bereichen ermöglichen, in welchen „ungeschützte“ DNA-Origami nicht stabil wären.


17 März

Vorbildliche Initiative für Menschen mit Bluterkrankheit: Dresdner Uni-Kinderklinik ausgezeichnet

Der mit 10.000 Euro dotierte erste Platz des PHILOS-Förderpreises geht nach Dresden. Das in Leverkusen ansässige Unternehmen Bayer zeichnet damit die von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden initiierte „Eltern-Kind-Gruppe“ aus. Mit ihrer Entscheidung...
» weiterlesen
Der mit 10.000 Euro dotierte erste Platz des PHILOS-Förderpreises geht nach Dresden. Das in Leverkusen ansässige Unternehmen Bayer zeichnet damit die von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden initiierte „Eltern-Kind-Gruppe“ aus. Mit ihrer Entscheidung würdigt die PHILOS-Jury die ehrenamtliche Arbeit der Hämophilie-Assistentin Claudia Nitze. Sie unterstützt ihre kleinen Patienten mit der seltenen Bluterkrankheit (Hämophilie) und deren Eltern auch jenseits der rein medizinischen Versorgung, indem sie den Austausch zwischen betroffenen Familien außerhalb der Sprechstunden ermöglicht

Die „Eltern-Kind-Gruppe“ ergänzt die ambulante Versorgung durch den von Prof. Ralf Knöfler geleiteten Bereich Hämostaseologie, der seit 2015 als europäisches Hämophiliebehandlungszentrum anerkannt ist. - Deutschlandweit hatten sich Einrichtungen, Selbsthilfegruppen und Vereine um die vier, mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preise beworben. Mit dem PHILOS werden zum vierten Mal vorbildliche Initiativen gefördert, die Patienten mit Hämophilie bei der Bewältigung ihrer Erkrankung unterstützen und dabei besonders die alltäglichen Herausforderungen berücksichtigen. Mit dem für den gemeinnützigen Zweck gebundenen Preisgeld soll gesichert werden, dass die Projekte realisiert oder fortgesetzt werden können.

Vor allem Familien, in denen ein kleines Kind betroffen ist, stehen immer wieder vor neuen, meist psycho-sozialen Herausforderungen, bei deren Bewältigung sie Hilfe benötigen. Weil die engagierte Krankenschwester während der regulären Ambulanz-Sprechstunden dafür nicht die nötige Zeit fand, gründete sie 2015, unterstützt durch den Kinderarzt Prof. Dr. Ralf Knöfler und in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Hämorrhagische Diathesen OST e.V. (KHDO), die „Eltern-Kind-Gruppe“. Ziel der Treffen ist es, Eltern und Kindern die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch bei alltäglichen Herausforderungen zu geben. Zudem dienen die Veranstaltungen dem Betreuerteam dazu, ihren Patienten außerhalb der Ambulanz in einem selbstgestalteten und zeitlich flexiblen Rahmen zu begegnen.

Die ehrenamtlich von Claudia Nitze initiierte und geleitete Eltern-Kind-Gruppe ergänzt die Angebotspalette des an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin angesiedelten Bereichs Hämostaseologie. Dieser von Prof. Ralf Knöfler geleitete Bereich wurde vor gut zwei Jahren als europäisches Hämophiliebehandlungszentrum anerkannt. Damit ist es eines von dreizehn deutschen Zentren, das die Kriterien des European Haemophilia Network (EUHANET – www.euhanet.org) erfüllt. Das aus Ärzten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie der Medizinischen Klinik I und weiteren Spezialisten bestehende Team stellt eine umfassende ambulante und stationäre Versorgung von rund 300 Patienten sicher, die unter schweren Gerinnungsstörungen leiden. Darunter sind auch 60 Patienten mit Bluterkrankheit, der Hämophilie.

Mit der Eltern-Kind-Gruppe Verbindungen aufbauen, Austausch ermöglichen und körperliche Aktivität fördern

Nach dem ersten von Claudia Nitze organisierten Kennenlern-Treffen im Juni 2015 fand wenige Monate später die Folgeveranstaltung mit „Venentraining und Spritzenkurs“ statt. Im Mittelpunkt des dritten Treffens im Juni 2016 standen Sport, Bewegung und Klettern. Für die Zukunft plant die Hämophilie-Assistentin, selbst Mutter von zwei Kindern, gemeinsame Ausflüge und weitere sportliche Aktivitäten wie Paddeln und Wandern. Zudem steht die Ausweitung der Tagesveranstaltungen hin zu einem Aktiv-Wochenende ganz oben auf der Wunschliste von Claudia Nitze, die mit ihrem Engagement gleich mehrere wichtige Ziele verfolgt: „Der allgemeine Bewegungsmangel in unserer Gesellschaft wird bei Kindern mit Gerinnungsstörungen zusätzlich verstärkt, weil viele Eltern fürchten, ihre Kinder könnten sich verletzen. Mit gemeinsamen Aktivitäten unter der ärztlichen Aufsicht von Professor Knöfler wollen wir Blockaden und Ängste abbauen und die Lust der Kinder an Bewegung und Sport fördern“, so Claudia Nitze. Parallel sollen die Treffen den Eltern ermöglichen, stabile Verbindungen aufzubauen, sich über Herausforderungen in der Hämophilie auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und in ungezwungener Atmosphäre und ohne Zeitdruck mit dem behandelnden Team zu sprechen. Dabei berücksichtigt das Programm der Treffen nicht nur die Bedürfnisse der kleinen Patienten und ihrer Eltern. Auch die langfristige Begleitung von Jungen mit Hämophilie bis hin zum jungen Erwachsenenalter hat sich Claudia Nitze auf die Fahnen geschrieben. Deshalb legt sie großes Augenmerk darauf, auch für Jugendliche attraktive Angebote zu machen und sie zur Teilnahme zu motivieren.

Über Hämophilie A
Hämophilie A, umgangssprachlich auch „Bluterkrankheit“ genannt, ist eine genetische Erkrankung. Durch einen Mangel oder einen Defekt des Gerinnungsfaktors 8 (F8) ist die Blutgerinnung gestört. Bei den Betroffenen kommt es daher immer wieder zu Blutungen in Muskeln, Gelenken oder anderen Geweben, die zu Langzeitschäden führen können. Äußere Verletzungen, auch wenn sie trivial sind, können schwerwiegende Folgen haben, da das Blut langsamer gerinnt als bei Gesunden. Das Gen für F8 liegt auf dem X-Chromosom. Daher leiden in erster Linie Jungen und Männer an Hämophilie A. Frauen sind Überträgerinnern – sogenannte Konduktorinnen – der Krankheit und können sie an ihre Söhne weitergeben. Selbst leiden Frauen selten an den Symptomen der Hämophilie.

Neben Hämophilie A gibt es noch die Hämophilie B, bei der der Blutgerinnungsfaktor 9 betroffen ist. Hämophilie A ist die häufigere Form der Erkrankung. In Deutschland leben rund 10.000 Menschen mit Hämophilie.

Hämophilie ist bis heute nicht heilbar. Die frühzeitige Prophylaxe von Blutungen bei Kindern ist der Therapiestandard in Deutschland. Je früher ein Hämophilie-Patient ein Konzentrat mit Faktor 8 vorbeugend erhält, desto seltener sind Gelenkblutungen, wodurch die Lebensqualität jedes einzelnen Patienten steigt. Hämophilie ist so gut behandelbar, dass die Betroffenen ein nahezu normales Leben führen können.


16 März

Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für komplexe Systeme erhält Leibniz-Preis

Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange gratuliert dem Biophysiker Professor Dr. Frank Jülicher, der gestern Abend in Berlin den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2017 erhalten hat. Der Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für komplexe Systeme (MPI-PKS) erhielt die mit 2,5 Millionen Euro dotierte Ehrung für...
» weiterlesen
Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange gratuliert dem Biophysiker Professor Dr. Frank Jülicher, der gestern Abend in Berlin den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2017 erhalten hat. Der Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für komplexe Systeme (MPI-PKS) erhielt die mit 2,5 Millionen Euro dotierte Ehrung für seine Leistungen im Bereich der theoretischen Biophysik, insbesondere für seine bahnbrechenden Arbeiten zur „Physik aktiver Prozesse in Zellen und Gewebe“. Das hatte der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft entschieden. Der Leibniz-Preis gilt als die wichtigste wissenschaftliche Ehrung in Deutschland.

„Ich gratuliere Herrn Professor Jülicher recht herzlich zu Ehrung mit dem wichtigsten Wissenschaftspreis der Bundesrepublik. Er ist einer der weltweit führenden Forscher im Bereich der Biophysik“, erklärt die Staatsministerin, „und er versteht es, universelle physikalische Prinzipien in der komplexen Welt der lebenden Materie herauszuarbeiten und gleichzeitig den Kontakt zum Experiment so eng zu halten, dass die relevante biologische Fragestellung stets im Zentrum seiner Forschung steht.“ Jülicher verbinde sein exzellentes wissenschaftliches Können mit der Fähigkeit, Kooperationen zu initiieren und zum Erfolg zu führen. „Professor Jülicher hat Dresden zu einem weltweit anerkannten Zentrum für Biophysik gemacht, weil er es außergewöhnlich gut verstanden hat, die theoretischen Arbeiten am MPI-PKS zusammenzuführen mit entsprechenden experimentellen Aktivitäten unter anderem am MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik. So ist Dresden und damit der Wissenschaftsstandort Sachsen weltweit bekannt geworden für seine exzellente Forschung an der Schnittstelle von Physik und den Lebenswissenschaften. Dies wird durch zahlreiche Gastaufenthalte international renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie durch hochkarätige Konferenzen belegt“, sagt Ministerin Stange.

Die große wissenschaftliche Leistung Frank Jülichers sei der Transfer von Konzepten der Physik – insbesondere der Nichtlinearen Dynamik und des Nichtgleichgewichts – auf lebende Materie. Was Jülichers Arbeit auszeichne, sei ihre große Originalität, gepaart mit einem tiefen Verständnis sowohl der Physik als auch der biologischen Prozesse. Dr. Eva-Maria Stange: „Seine Arbeiten haben Standards gesetzt, indem sie rigorose analytische Methoden zum quantitativen Verständnis biologischer Experimente einsetzen.“

Für den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2017 waren 134 Nominierungsvorschläge eingegangen, darunter 43 für Frauen. In einem zweistufigen Verfahren hatte der Nominierungsausschuss zehn Forscherinnen und Forscher für den mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotierten Preis vorgeschlagen, darunter drei Frauen. Je zwei der Preisträger kommen aus Baden-Württemberg, Bayern und Berlin. Jeweils einer aus Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Frank Jülicher studierte in Stuttgart und Aachen und promovierte 1994 am Forschungszentrum Jülich/ Universität zu Kön. Nach einem zweijährigen Postdoc-Aufenthalt in den USA (ITP Santa Barbara) und Kanada (Simon Fraser, Vancouver) setzte er seine wissenschaftliche Laufbahn in Frankreich fort. 2002 wurde er zum Max-Planck-Direktor am MPI für komplexe System berufen. Jülicher hat außerdem eine Professur für Biophysik an der TU Dresden inne.

Bisher wurden mehr als zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Sachsen tätig waren oder noch sind, mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet. Mit Dr.-Ing. Joachim Menz erhielt ein Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg als erster Forscher aus den neuen Ländern 1992 diese hohe Ehrung. Zu den früheren Preisträgern aus Sachsen gehören weiterhin Professor Marino Zerial, Professor Anthony A. Hyman und Frau Professor Elisabeth Knust vom MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden, Professor Jürgen Eckert vom Leibniz Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden, Frau Professor Petra Schwille, ehemals TU Dresden, Professor Roderich Moessner vom MPI für die Physik komplexer Systeme Dresden sowie Frau Professor Angela Friederici vom MPI für Kognistions- und Neurowissenschaften Leipzig.


16 März

Vom Versuchsfeld in die Gründungsschmiede der HTW Dresden

Das Forschungsteam grünerdüngen hat ein innovatives Düngemittel entwickelt. Nun erhält das Team ein Exist-Gründerstipendium und sitzt seit März in der Gründungsschmiede der HTW Dresden. Im Rahmen des BÖLN-Forschungsprojektes „Entwicklung und Erprobung eines neuartigen, aus dem ökologischen Landbau...
» weiterlesen
Das Forschungsteam grünerdüngen hat ein innovatives Düngemittel entwickelt. Nun erhält das Team ein Exist-Gründerstipendium und sitzt seit März in der Gründungsschmiede der HTW Dresden.

Im Rahmen des BÖLN-Forschungsprojektes „Entwicklung und Erprobung eines neuartigen, aus dem ökologischen Landbau stammenden stickstoffreichen Düngemittels für den ökologischen Gemüsebau“ an der Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie entwickelte Simon Scheffler in der Arbeitsgruppe der Professur Ökologischer Landbau, ein innovatives Düngemittel. Gemeinsam mit den Agrarwirtschaftlern Torsten Mick und Beate Wunderlich wurde das Düngemittel bis hin zur Marktreife geführt. Seit März erhält das Team von grünerdüngen im Rahmen des Programms „EXIST-Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ ein Exist-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und hat seinen Sitz in der Gründungsschmiede der HTW Dresden. Die Gründer haben sich einer nachhaltigeren Weiterentwicklung des ökologischen Land- und Gartenbaus im Sinne des Kreislaufgedankens verschrieben, um Gemüse, Kräuter und Obst ausgewogen mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Professor Knut Schmidtke als ursprünglicher Ideengeber des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens unterstützt das Team von grünerdüngen als Mentor.

Das neue Düngemittel wird durch ein spezielles Ernte- und Aufbereitungsverfahren aus reinem Bio-Klee hergestellt. In mehrjährigen Anbauversuchen wurde seine Wirksamkeit und Praxistauglichkeit getestet. „Unser Düngemittel soll besonders im ökologischen Gemüsebau Anwendung finden. Auch für Hobbygärtner ist das neue Düngemittel sehr interessant, da es einfach anzuwenden und ausgesprochen wohlriechend ist. Es ist das erste regional produzierte und rein pflanzliche Düngemittel aus 100 % ökologisch zertifizierten Rohstoffen.“, so Gartenbau-Ingenieur Simon Scheffler. Durch seine optimale Nährstoffzusammensetzung wird das Düngemittel zusätzlich den speziellen Anforderungen an die Düngung von Gemüse im geschützten Anbau (Gewächshaus) gerecht.

Seit einigen Wochen arbeiten die Wissenschaftler nun in der Gründungsschmiede der HTW Dresden an der Weiterentwicklung sowie der Erzeugung und Vermarktung ihres neuen Düngemittels. Bereits in der Saison 2017 sollen die ersten Chargen des Düngemittels über den regionalen Bio-Einzelhandel und per Internet vermarktet werden. Mittelfristig soll das Düngemittel auch dem ökologischen Erwerbsgärtner für die Produktion zur Verfügung stehen. Darüber hinaus soll die Produktpalette um ein ökologisches Düngemittel für Topf- bzw. Zimmerpflanzen sowie ein Flüssigdüngemittel aus ökologisch und regional verfügbaren Ressourcen ergänzt werden.


16 März

Scharfer Blick in die Welt der ultraschnellen Prozesse

Viele technologisch wichtige Prozesse, etwa in der Energie- und Datenspeicherung, dauern nur so kurze Zeit, dass sie sich eine Billiarde Mal wiederholen müssten, bis eine Sekunde vergangen ist. Wenn Wissenschaftler solche Vorgänge untersuchen, sprechen sie von „Femtosekunden-Physik“ und von „ultraschnellen...
» weiterlesen
Viele technologisch wichtige Prozesse, etwa in der Energie- und Datenspeicherung, dauern nur so kurze Zeit, dass sie sich eine Billiarde Mal wiederholen müssten, bis eine Sekunde vergangen ist. Wenn Wissenschaftler solche Vorgänge untersuchen, sprechen sie von „Femtosekunden-Physik“ und von „ultraschnellen Prozessen“. Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) haben nun mit Kollegen aus Hamburg, Berlin und Kalifornien demonstriert, wie sich diese ultraschnellen Abläufe mittels präziser Messungen und einer innovativen Datenanalyse viel genauer als bisher untersuchen lassen.

Der technologische Fortschritt macht es möglich, wichtige Vorgänge in den Material- und Lebenswissenschaften zu „filmen“, um sie besser zu verstehen. Die relevanten Zeitskalen sind hier oft Billiardstel Bruchteile einer Sekunde (Femtosekunden), weshalb das Aufnehmen solcher Hochgeschwindigkeitsfilme immer noch eine große Herausforderung darstellt. Zum Vergleich: Ein Lichtstrahl braucht für die rund 380.000 Kilometer von der Erde zum Mond etwa eine Sekunde. In einer Femtosekunde legt solch ein Lichtpaket nur eine Distanz zurück, die dem Durchmesser eines menschlichen Haares entspricht.

Um sehr schnelle Prozesse zu „fotografieren“ beziehungsweise zu „filmen“, verwenden Forscher Laser und zunehmend Lichtquellen auf Beschleunigerbasis wie Freie-Elektronen-Laser, die sehr kurze Lichtteilchen-Pulse erzeugen. Auch die neue Forschungsanlage „TELBE“ am Elektronen-Beschleuniger ELBE des HZDR ist prinzipiell zu solchen Messungen imstande. Sie ist ein Prototyp für eine neue Generation von Lichtquellen, die starke Lichtpulse im Terahertz-Bereich mit besonders hoher Wiederholrate erzeugen.

Doch die Lichtintensität und Ankunftszeiten verfügbarer Strahlenquellen in Großforschungsanlagen wie dem ELBE-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen des HZDR oder dem leistungsstärksten Röntgenlaser der Welt, dem europäischen XFEL, schwanken zu stark, um viele der erhofften Untersuchungen zu realisieren. Anstatt wie bisher zu versuchen, die Stabilität des Elektronen-Beschleunigers ELBE am HZDR zu verbessern oder Messungen mit „schlechten“ Pulseigenschaften auszusortieren, haben die beteiligten Wissenschaftler nun ein Verfahren entwickelt, um die Intensität, die Ankunftszeit und weitere Eigenschaften jedes einzelnen Pulses von diesen Lichtquellen mit hochempfindlichen Monitoren sehr präzise auszumessen. Diese Aufzeichnungen über die ursprünglichen Messimpulse ordnen sie dann den Experimentdaten zu.

Die Unregelmäßigkeiten in den Lichtteilchen-Paketen sind damit nicht mehr eine Störung des Experiments, sondern liefern wertvolle Zusatzinformationen, beispielsweise darüber, wie sich die Proben unter unterschiedlichen Bestrahlungsstärken verhalten. „Für uns gibt es keine schlechten Daten mehr, alle Messungen sind jetzt gleichermaßen wertvoll – unabhängig von der Schwankung zum Beispiel in der Ankunftszeit der Lichtpulse im Experiment oder ihrer Intensität“, erklärt Dr. Michael Gensch, der mit seiner HZDR-Arbeitsgruppe die Entwicklung vorangetrieben hatte.

Herausforderung „Big Data“
„Wir nutzen dafür die enormen Fortschritte der Computertechnik“, betont der Strahlrohr-Wissenschaftler Sergey Kovalev von der TELBE-Anlage. „Was wir jetzt machen, auf diese Idee wäre vor ein paar Jahren noch niemand gekommen, weil dabei enorm große Datenmengen entstehen und verarbeitet werden müssen.“ Insofern könne man auch von einer „Big Data“-Herausforderung sprechen: Binnen zwei Wochen Messzeit können schon ein halbes Petabyte an Experimentaldaten entstehen. Dies entspricht etwa dem Inhalt von rund 55.000 DVDs.

Doch das ist erst der Anfang: Das bisher verwendete Detektorsystem, das die Werte sammelt, kann Wiederholraten bis zu 100 Kilohertz – 100.000 Messwerte pro Sekunde – verarbeiten. Kooperationspartner am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg, am Karlsruher Institut für Technologie KIT und am Paul-Scherer-Institut in der Schweiz arbeiten bereits an einer Detektor-Sonderanfertigung, die 45-mal so schnell sein wird, also mit viereinhalb Megahertz klar kommt. Entsprechend stark wachsen dann die Mengen erzeugter Experimental-Rohdaten. „Da sind auch noch viele Fragen zu beantworten: Wie und wann man diese Daten auswertet, wie man sie abspeichert und für die Nutzer verfügbar macht“, schätzt Gensch ein. „Bis zum nächsten Jahr wollen wir einen Aufbau entwickeln, der für den europäischen Röntgenlaser XFEL geeignet ist. Bis dahin wollen wir diese Fragen soweit wie möglich geklärt haben.“

Das Verfahren, entwickelt im Rahmen des europäischen Projektverbunds EUCALL, funktioniert momentan bis auf 30 Femtosekunden genau. Es kann aber prinzipiell noch weiter verbessert werden, wie die Forscher in ihrer Studie beschreiben. Beteiligt an der Entwicklung des neuen Verfahrens waren neben dem HZDR Wissenschaftler des Deutschen Elektronen Synchrotrons DESY in Hamburg, des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck Gesellschaft in Berlin sowie des SLAC National Accelerator Laboratory in Menlo Park/USA. Beschrieben und publiziert haben sie ihre Befunde nun unter dem Titel „Probing ultra-fast processes with high dynamic range at 4th-generation light sources“ in der Fachzeitschrift „Structural Dynamics“. Dabei handelt es sich um eine Zeitung für die Ultra-Kurzzeit Wissenschaft, die frei zugänglich im Internet steht, also das „Open Access“-Prinzip verfolgt.

Informationen zum EUCALL-Projekt
Das europäische Cluster für fortgeschrittene Laserlichtquellen (European Cluster of Advanced Laser Light Sources = EUCALL) ist ein Netzwerk führender Großforschungseinrichtungen für Freie-Elektronen-Laser, Synchrotron-Speicherringe und Laserstrahlung sowie ihre Nutzer. EUCALL wird durch das „Horizon 2020“-Forschungsprogramm der Europäischen Union finanziert. Es umfasst elf Partner aus neun Ländern sowie die Netzwerke Laserlab Europe und FELs Europas während der Projektperiode 2015 bis 2018.


15 März

Künstliche Mini-Organismen statt Tierversuche

Alle wollen Medikamente – da reden wir nicht über Tierversuche. Diese sind in der medizinischen Forschung bislang ein notwendiges Übel. Eine vielversprechende Alternative sind mikrophysiologische Systeme, in denen Organe und Organsysteme »nachgebaut« werden. Komplexe Mechanismen des menschlichen Körpers...
» weiterlesen
Alle wollen Medikamente – da reden wir nicht über Tierversuche. Diese sind in der medizinischen Forschung bislang ein notwendiges Übel. Eine vielversprechende Alternative sind mikrophysiologische Systeme, in denen Organe und Organsysteme »nachgebaut« werden. Komplexe Mechanismen des menschlichen Körpers sind damit realitätsnah analysierbar. Diese Mikrosysteme beinhalten u. a. Kanäle, Reservoire, Aktorik, Sensorik und 3D-Scaffold »Made by Laser«. Das Fraunhofer IWS bietet Partnern aus Biologie und Medizin mikrosystemtechnische Komplettlösungen vom Design bis zum Prototyp inklusive des Automatisierungssystems an.

Aus vielen guten Gründen sind Tierversuche bereits seit längerer Zeit äußerst umstritten. Dies liegt einerseits an der ethischen Fragwürdigkeit der Versuche an sich, andererseits haben sich in vielen wissenschaftlichen Studien deutliche Defizite bei der Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen gezeigt. Schwerwiegende Nebenwirkungen bei klinischen Studien am Menschen sind dann die Folge. Viele Mediziner, Wissenschaftler und natürlich auch Patienten wünschen sich daher alternative Technologien, die die komplexen Prozesse bei der Aufnahme, Verteilung und Wirkung von Medikamenten oder Kosmetika im menschlichen Körper vorhersagen können. Frank Sonntag vom Fraunhofer IWS arbeitet schon seit 2010 an einer Lösung für dieses Problem:

»Die am Fraunhofer IWS entwickelten mikrophysiologischen Systeme sind miniaturisierte Zellkultursysteme in der Größe einer Visitenkarte, die pharmakologisch relevante Funktionsmechanismen des menschlichen Körpers nachbilden. Dazu zählen neben der Verteilung von Substanzen über ein Gefäßnetzwerk das mikrophysiologische Milieu der Körperzellen und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zelltypen. Damit können die biochemischen und zellulären Abläufe der Organe des menschlichen Körpers nachgestellt werden. Das ist notwendig, um komplizierte pharmazeutische Tests, die derzeit in Tierversuchen stattfinden zu ersetzen.«

Konkret ahmen Forscher durch die gemeinsame Kultivierung mehrerer menschlicher Zelltypen im mikrophysiologischen System die Funktion von Organen oder Organteilen nach. Wie auch im menschlichen Körper benötigen verschiedene Zelltypen unterschiedliche Bedingungen um ihren spezifischen Funktionen nachzukommen. Die Aufgabe der Entwickler des Fraunhofer IWS ist es, maßgeschneiderte mikrophysiologische Systeme für verschiedene Organe auf dem Chip zu entwickeln und somit zur Reduktion von Tierversuchen beizutragen. Wichtige Körperfunktionen wie die konstante Regelung der Temperatur auf 37 °C werden in allen mikrophysiologischen Systemen durch technische Lösungen wie Heiz- und Kühlelemente bereitgestellt. Das Besondere an den am Fraunhofer IWS entwickelten mikrophysiologischen Systemen ist eine miniaturisierte Pumpe, die dem menschlichen Herz nachempfunden ist. Angetrieben durch einen speziellen Controller lässt sie blutähnliches Zellkulturmedium im künstlichen Gefäßnetzwerk zirkulieren und sorgt so für die optimale Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Größe des Gefäßnetzwerkes kann mithilfe mathematischer Modelle berechnet werden. Mathias Busek schreibt derzeit seine Doktorarbeit am Fraunhofer IWS und entwickelt Strömungsmodelle mikrophysiologischer Systeme:

»Die Simulation der Strömung und des Nährstofftransports im mikrofluidischen Gefäßnetzwerk hilft uns, eine bedarfsgerechte Versorgung der kultivierten Zellen zu gewährleisten und damit die Ausbildung organotypischer Funktionen zu unterstützen. Mit Netzwerkmodellen können diese Berechnungen schnell und zuverlässig durchgeführt werden und sind damit ein wertvolles Tool beim Entwurf und der Optimierung mikrophysiologischer Systeme«.

Angewendet werden die entwickelten mikrophysiologischen Systeme bei vielen Partnern in der Forschung und Industrie. Die Applikationen reichen dabei von einzelnen Organstrukturen in einem mikrophysiologischen System bis zu vielen Organen auf einem sogenannten »Multi-Organ-Chip«. Am Universitätsklinikum in Dresden haben Jan Sradnick und Deborah Förster gemeinsam mit Florian Schmieder vom Fraunhofer IWS ein mikrophysiologisches Modell der Nierenkapillaren entwickelt. Damit lassen sich wichtige Krankheitsprozesse der Niere ohne den Einsatz von Labormäusen nachstellen und somit Tierversuche in der Grundlagenforschung reduzieren. Derzeit entwickeln die Forscher ein komplettes zelluläres Modell der Niere. Die mikrophysiologischen Systeme dafür werden am Fraunhofer IWS von Florian Schmieder entworfen:

»Damit wir in Zukunft nicht nur Teilprozesse sondern die komplette Niere im mikrophysiologischen System untersuchen können, entwickeln wir derzeit ein Modell, das alle funktionalen Teile der Niere auf Zellebene nachstellt. Während aktuell die Untersuchung von Nierenerkrankungen die wichtigste Anwendung darstellt, können solche künstlichen Organe durch den Einsatz patienteneigener Zellen in Zukunft auch als künstlicher Nierenersatz zum Einsatz kommen. Das wäre eine echte Alternative zur Dialyse und zu Spenderorganen und würde maßgeblich zur Verbesserung der Lebenssituation vieler Patienten beitragen.«

Auch wenn die am Fraunhofer IWS entwickelten Systeme bereits helfen komplexe biomedizinische Fragestellungen zu beantworten, bedarf es noch umfangreicher Forschungsarbeiten bis die Vision von der künstlichen Niere und einem nachhaltigen Wechsel zu tierversuchsfreier Forschung Wirklichkeit wird. Die niederländische Regierung hat im Dezember 2016 ein umfangreiches Strategiepapier vorgestellt und damit einen rechtlichen, gesellschaftlichen und finanziellen Rahmen zur Entwicklung von Tierersatzmodellen bis 2025 geschaffen. Die Fraunhofer-Forscher hoffen, dass auch in Deutschland zeitnah ein solch umfassender Paradigmenwechsel einsetzt. Nur so können Visionen wie die tierversuchsfreie Forschung und die Erzeugung künstlicher Organe Realität werden.


15 März

TU Dresden nutzt Raumstation ISS als Sprungbrett für die Wissenschaft

Ab 22. März heißt es Daumen drücken für einen erfolgreichen Start der amerikanischen ATLAS-V-Rakete von Cape Canaveral (Florida). Mit an Bord sind dann mehrere Experimente des Institutes für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden. Sie begeben sich gemeinsam mit der Rakete auf ihren Weg zur Internationalen...
» weiterlesen
Ab 22. März heißt es Daumen drücken für einen erfolgreichen Start der amerikanischen ATLAS-V-Rakete von Cape Canaveral (Florida). Mit an Bord sind dann mehrere Experimente des Institutes für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden. Sie begeben sich gemeinsam mit der Rakete auf ihren Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Sobald die Raumstation erreicht ist, warten die kleinen Satelliten mit ihren Weltraumexperimenten noch ungefähr einen Monat an Bord auf ihren eigentlichen Einsatz. Von der ISS aus werden der Nano-Satellit SOMP2 mit seinen drei Experimenten sowie die 14 weiteren FIPEXnano-Experimente in ihren finalen Orbit entlassen. Kurze Zeit später liefert der Satellit die ersten Messdaten aus dem Weltraum. Vom Boden aus müssen die Forscher dann die Daten abfangen, dafür bleiben pro Überflug nur fünf bis acht Minuten. SOMP2 erfasst u.a. die restlichen Partikel im Weltraum und testet neue Nanomaterialien.

SOMP2 ist ein Nano-Satellit, den Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden gemeinsam entwickelten. „SOMP2“ steht dabei für Student On-Orbit Measurement Project und soll die Restatmosphäre in der Umgebung des Satelliten messen. Er ist 20x10x10 cm³ groß und wiegt etwas weniger als 2 Kilogramm. SOMP2 beherbergt drei wissenschaftliche Experimente: FIPEXnano, TEG und CiREX. Er wird die Erde so schnell umrunden, dass der Satellit 16-mal am Tag einen Sonnenaufgang sieht. Was so romantisch klingt, ist allerdings eine große Herausforderung an die Materialien und die Elektronik. Die maßgeblich um Dr. Tino Schmiel an SOMP2 mitarbeitenden Wissenschaftler Yves Bärtling, Christian Schunk, Elisabeth Abbe, Alexander Zwiebler und Tom Henschel können daher die ersten Signale kaum erwarten. „Nur kurze Zeit nachdem SOMP2 von der Raumstation in 415 Kilometer Höhe entlassen wird, aktivieren sich die Systeme selbständig, die Solarzellen laden die Batterien und wenn alle Systeme funktionieren, beginnt die Wissenschaftsphase der Mission.“ so Yves Bärtling, der die technische Entwicklung von SOMP2 koordinierte. Dann endlich können die ersten Zustands-Daten auf der Erde empfangen und aufgezeichnet werden.

Mit FIPEXnano ist ein kleines Sensorsystem im SOMP2 und in den weiteren 14 Satelliten verbaut, welches bei mindestens 600°C die restlichen Gase im Weltraum in der so genannten Thermosphäre misst. In dieser Zone, die sich in 80 bis 600 Kilometer Höhe befindet, treten Gastemperaturen von 1000 Grad auf. Bisher ist zu wenig über die Dynamik der Zusammensetzung dieser Atmosphärenschicht bekannt. Wissenschaftler sprechen daher oft von der Ignorosphäre anstatt der Thermosphäre. Das Experiment leistet somit einen wichtigen Beitrag für die Atmosphärenmodellierung. Anhand der gesendeten Daten können Klimavorhersagen optimiert und neue Atmosphärenmodelle erarbeitet werden. „Die Sensoren von FIPEXnano sind winzig klein, nur 3 mal 3 Millimeter groß. Die Vorgänger waren bereits 2008 auf der Internationalen Raumstation ISS im Einsatz - damals noch so groß wie Streichhölzer. Sie wurden soweit miniaturisiert, dass sie nur einen Bruchteil der elektrischen Leistung benötigen. Nun ist FIPEXnano in der Lage, Gase bei nur einem Einhunderttausendstel des Druckes auf der Erde zu erfassen“, so Dr. Tino Schmiel - Leiter des Forschungsfeldes Kleinsatelliten und Spin-off Technologien am Institut für Luft- und Raumfahrt. Das Experiment CiREX testet mehrere Nanomaterialien aus dem Dresdner Forschungsraum auf ihre Einsatzfähigkeit in der harschen Umgebung des Weltraumes. SOMP2 erzeugt mit hochleistungsfähigen Solarzellen Strom, auf den die Experimente angewiesen sind. Zusätzlich haben die Wissenschaftler sogenannte thermoelektrische Materialien (TEG) verbaut. Mit ihnen wird getestet, ob zukünftig auch aus Wärme von der Sonne und der Elektronik innerhalb des Satelliten Strom erzeugt werden kann. Für zukünftige Missionen ein wichtiger Aspekt.

„Es bleibt sehr spannend - gerade auch für die vielen Studenten, die Tag und Nacht am Bau und Test des Satelliten mitwirkten. Das Risiko ist hoch - immerhin ist es ein Ausbildungsprojekt“, schwärmt Prof. Dr. Martin Tajmar, Direktor des Institutes für Luft- und Raumfahrttechnik. „Die Studenten standen vor großen Herausforderungen, die Systeme müssen im sehr rauen Weltraum funktionieren und den Start überleben. SOMP2 gab die einmalige Möglichkeit, praxisnah vieles zu erlernen“. So haben die Mitarbeiter und Studenten nahezu jede Komponente selbst entwickelt: die Struktur, das Energiesystem, die Mikrokontrollersoftware, das Kommunikationssystem, die Thermalkontrolle und vieles mehr. Der Satellit wurde außerdem an verschiedenen Instituten der Fakultät Maschinenwesen von den Studenten auf Herz- und Nieren getestet. Er musste hohe Vibrationen, Schocklasten, extreme Temperaturen, Strahlung und Hochvakuum überstehen. SOMP2 ist nun fit für die Mission. „Die härteste Prüfung, die ein Raumfahrtingenieur bestehen muss, ist vor dem so genannten NASA Safety Board“, so Dr. Tino Schmiel. „Unsere Studenten haben mit SOMP2 die Freigabe für einen Start zu einem bemannten System - der Raumstation - erhalten. Mehr geht nicht!“

Das Vertrauen in die Dresdner Entwicklung ist gegeben. Nicht umsonst haben andere Satellitenbauer das Dresdner Experiment FIPEXnano in ihre Nano-Satelliten verbaut. FIPEXnano startet gleichzeitig auf weiteren 14 Satelliten des so genannten QB50 Netzwerkes - ein internationales Konsortium verschiedener Satellitenentwickler. Die Satelliten für die FIPEXnano-Mission stammen von Instituten aus Russland und den USA, der Ukraine, China und Taiwan, Australien, Israel, Indien und mehrere aus Europa.

Diese FIPEXnano Systeme analysieren dann die restlichen Gase im erdnahen Weltraum an 14 verschiedenen Positionen zur gleichen Zeit. Die Ergebnisse sollen die stetigen zeit- und ortsabhängigen Veränderungen in der höheren Atmosphäre erfassen, um besser das Weltraumwetter vorhersagen zu können. Weitere Systeme sind für einen Start mit der indischen PSLV-Rakete bereits ausgeliefert.

Die damit verbundenen Forschungsprojekte wurden durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Europäische Weltraumorganisation (ESA), die EU und die Industrie finanziert.


15 März

TUD-Professor Fettweis wird Mitglied in der Leopoldina

Professor Gerhard Fettweis vom Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Dresden (TUD) wird in eine der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt aufgenommen: Die Nationale Akademie der Wissenschaften, die Leopoldina, wählte ihn als einen von zwölf Wissenschaftlern aus dem Bereich Mathematik,...
» weiterlesen
Professor Gerhard Fettweis vom Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Dresden (TUD) wird in eine der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt aufgenommen: Die Nationale Akademie der Wissenschaften, die Leopoldina, wählte ihn als einen von zwölf Wissenschaftlern aus dem Bereich Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften in ihre Reihen. Bei einem Symposium am Mittwoch, 15. März 2017, in Halle an der Saale werden die Urkunden verliehen.

Gerhard Fettweis ist seit 1994 Professor für Nachrichtentechnik der TU Dresden. Er koordiniert für die TU Dresden seit 2012 das Exzellenzcluster Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) sowie den DFG-Sonderforschungsbereich „Highly Adaptive Energy Efficient Computing (HAEC)“. Zudem hat er 2014 das „5G Lab Germany“ der TU Dresden initiiert, bei dem sich TUD-Wissenschaftler der Elektrotechnik und Informatik mit der Weiterentwicklung des Mobilfunk beschäftigen. An seinem Lehrstuhl wurden 14 Start-ups gegründet. Gerhard Fettweis ist langjähriger IEEE Fellow, Mitglied von acatech, hat einen Ehrendoktor von der TU Tampere in Finnland und bekam bereits zahlreiche weitere Ehrungen und Preise. Zuletzt war er als Gastwissenschaftler 2015/2016 für einige Monate an der UC Berkeley in Kalifornien/USA. Der Wissenschaftler, der 1962 im belgischen Antwerpen geboren wurde, studierte Elektrotechnik an der RWTH Aachen, wo er 1990 promovierte. Neben Gerhard Fettweis sind auch die TUD-Professoren Hans-Detlev Saeger (seit 2000), Hannes Lichte (seit 2002), Karl Leo (seit 2004), Hans K. Schackert (seit 2005), Stefan Bornstein (seit 2009), Manfred Curbach (seit 2013) und Clemens Kirschbaum (seit 2014) in der Leopoldina Mitglied.

Die Leopoldina wurde 1652 gegründet und versammelt etwa 1500 Wissenschaftler aus rund 30 Ländern. Als Nationale Akademie Deutschlands vertritt sie seit 2008 die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig Stellung. Sie fördert die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion, unterstützt wissenschaftlichen Nachwuchs, verleiht Auszeichnungen, führt Forschungsprojekte durch und setzt sich für die Wahrung der Menschenrechte verfolgter Wissenschaftler ein. Als Akademie wählt die Leopoldina hervorragende Wissenschaftler zu ihren Mitgliedern. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 7.000 Persönlichkeiten ernannt. Dazu gehörten unter anderem Marie Curie, Charles Darwin, Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe, Alexander von Humboldt, Justus von Liebig und Max Planck.


15 März

Neue Imagebroschüre: „Dresden. Die beste Entscheidung.“

Die deutsch-englische Publikation richtet sich an Touristen, Geschäftsreisende, Investoren und auch Zuzügler „Dresden. Die beste Entscheidung.“ – mit diesem Titel wirbt die neue Imagebroschüre der sächsischen Landeshauptstadt. Dazu liefert sie im Innern auf über vierzig Seiten die passenden Argumente...
» weiterlesen
Die deutsch-englische Publikation richtet sich an Touristen, Geschäftsreisende, Investoren und auch Zuzügler

„Dresden. Die beste Entscheidung.“ – mit diesem Titel wirbt die neue Imagebroschüre der sächsischen Landeshauptstadt. Dazu liefert sie im Innern auf über vierzig Seiten die passenden Argumente für Dresden. Mit großformatigen Fotos, ungewöhnlichen Blickfängen und kurzweiliger Gliederung präsentiert die deutsch-englische Publikation jene Facetten, die das Einzigartige und Faszinierende der Stadt ausmachen. Die Bilder sprechen von der beeindruckenden Architektur, zeigen die Kunstschätze und Musikensembles, geben Einblicke in die Forschungswelt und lassen das atmosphärische Stadtleben und die Nähe zur Natur erlebbar werden. Hinzu gesellen sich interessante Texte, überzeugende Fakten und nützliche Service- und Kontakt-Infos. In der Gesamtschau ergibt sich das Bild einer anziehenden, dynamischen Stadt. Sie hat nicht nur kulturell jede Menge zu bieten, sondern ist auch wirtschaftlich äußerst leistungsfähig und ermöglicht dank wissenschaftlicher Exzellenz sehr gute berufliche Entwicklungschancen. Vor allem aber ist Dresden eine familiäre Stadt mit Charme, Lebensqualität und großer Offenheit. Ihr Charakter ist ganz wesentlich von den Menschen geprägt, die voller Leidenschaft und Freude hier leben und arbeiten.

Die neue Imagebroschüre für Dresden wurde von der Dresden Marketing GmbH (DMG), dem städtischen Amt für Wirtschaftsförderung und dem Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam in Auftrag gegeben. Konzept und Umsetzung lag in den Händen der Dresdner Firma Ö Grafik – Agentur für Marketing und Design. Die Gesamtkoordination übernahm die DMG.

Die Broschüre erreicht eine Erstauflage von 15 000 Exemplaren. Sie richtet sich an eine breite Zielgruppe wie Touristen, Geschäftsreisende, Kongress- und Messebesucher, Kulturveranstalter, Investoren, Städtepartner, Zuzügler und sonstig an Dresden Interessierte. Sie wird von den drei Herausgebern bei Messen, Kongressen, Veranstaltungen und Städtepartnerschaftsaktivitäten eingesetzt.

Die Publikation wird ab sofort kostenlos auch an Veranstalter, Gästebetreuer und andere Multiplikatoren abgegeben. Eine Bestellung ist über E-Mail presse@dresden.de oder Telefon 0351-4882390 möglich. Bei Bezug größerer Stückzahlen ist eine Abholung erbeten im Sekretariat des Amtes für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Rathaus Dr.-Külz-Ring 19, 2. Etage, Zimmer 2. Wer vorab online einen Blick in die Broschüre werfen möchte, kann dies hier auf der Seite im Download-Bereich oder unter www.dresden.de/stadtportrait tun.


14 März

Wir gestalten Dresden (WGD) startet Innovationsforum mit Materialforschungsverbund und Wissensarchitektur

Start des Innovationsforums PrIME - Kreativwirtschaft und Materialforschung unterstützen gemeinsam den Klein- und Mittelstand Was haben Tesla, das iPhone und ein Nest-Thermostat gemeinsam? Alle drei Produkte überzeugen ihre Zielgruppe nicht in erster Linie durch ihre technischen Details, sondern ein harmonisch...
» weiterlesen
Start des Innovationsforums PrIME - Kreativwirtschaft und Materialforschung unterstützen gemeinsam den Klein- und Mittelstand

Was haben Tesla, das iPhone und ein Nest-Thermostat gemeinsam? Alle drei Produkte überzeugen ihre Zielgruppe nicht in erster Linie durch ihre technischen Details, sondern ein harmonisch abgestimmtes Zusammenspiel von Design, Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit. Insbesondere für klein- und mittelständische Unternehmen ergibt sich daher die Frage, ob und wie sich ein solches Erfolgsmodell auch auf ihre Produkte übertragen lässt. – Was braucht es, um aus technisch hervorragenden Lösungen auch attraktive Produkte für einen großen Markt zu kreieren?

Um Unternehmen hierfür Strategien, Tools und Ansprechpartner zu bieten, startet ab März 2017 das Innovationsforum PrIME – ‚Prozesse und Tools der Kreativwirtschaft für ressourceneffiziente Innovationen für klein- und mittelständische Unternehmen durch Cross-Clustering von Materialforschung und Entrepreneurship‘. Das Innovationsforum ist eine gemeinsame Initiative des Branchenverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft Wir gestalten Dresden mit dem Materialforschungsverbund Dresden e.V. und der Wissensarchitektur der Technischen Universität Dresden sowie der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. als assoziiertem Partner. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Innovation durch Cross-Clustering
Ziel des Innovationsforum ist es, ein sektor- und branchenübergreifendes Netzwerk zu etablieren, um klein- und mittelständige Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe gezielt mit Akteur/-innen der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Wissenschaftler/-innen aus der Materialforschung zusammenzubringen.

Existierende Beispiele zeigen, dass neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle insbesondere durch das Zusammenspiel aller drei Perspektiven eine wesentlich höhere Chance haben, im Endkundenmarkt erfolgreich zu sein. Dafür entwirft PrIME professionell moderierte Workshopformate und präsentiert Best-Practice-Beispiele im Rahmen einer zweitägigen Innovationskonferenz auf der Werkstoffwoche vom 27.-29. September 2017 in Dresden.

Starke Partner vor Ort
Als akteursbasierter Wirtschaftsverband, der die Interessen der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft vertritt und überregional sehr gut vernetzt ist, wird Wir gestalten Dresden die Projektleitung des Innovationsforums übernehmen. Unterstützt wird der Verband dabei vom Materialforschungsverbund Dresden e.V. und der Wissensarchitektur der TU Dresden.

„Es ist eine große Hilfe, solche Partner mit an Bord zu haben. Der Materialforschungsverbund, der deutschlandweit aus 20 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen besteht, wird uns helfen, Forscherinnen und Forscher zielgruppengerecht anzusprechen und interessante Materialinnovationen zu finden. Die Wissensarchitekten, eine interdisziplinäre Forscher- und Beratergruppe der TU Dresden, entwickeln hingegen Innovations- und Kooperationsformate und unterstützen den Prozessablauf des Innovationsforums in Hinblick auf die Workshopphase und in der strukturellen Verstetigung“, so Juliane Horn, die das Projekt künftig leiten wird.

Wertschöpfung Kreativwirtschaft
In den kommenden Wochen wird das Innovationsforum nun seine Arbeit aufnehmen und geeignete Forschungseinrichtungen, KMU und Kreativwirtschaftler ansprechen. Offizieller Projektauftakt, bei dem sich Netzwerk- und Kooperationspartner kennenlernen, wird im Frühjahr 2017 sein.

„Wir sind sehr gespannt darauf, welche Konstellationen sich hierbei ergeben und wie die ersten Resultate des Innovationsforums aussehen werden“, so WGD Vorständin Claudia Muntschick. „Unser Ziel ist es, Unternehmen auch über die Projektlaufzeit hinaus einen gemeinsamen Anlaufpunkt für zukunftsweisende Kooperationsprojekte zu bieten.“

„Hierbei ist es uns ein großes Anliegen, den Beitrag der Kreativwirtschaft in der gesamten Wertschöpfungskette von der Materialforschung bis zum Endprodukt weiter zu erhöhen und für hiesige KMU gewinnbringend einzusetzen“, ergänzt WGD Vorstandsmitglied Martin Fiedler.

„In Zeiten immer schnellerer Innovationsschleifen sind sowohl die Forschenden als auch die produzierenden Anwender darauf angewiesen, neue und manchmal auch unkonventionelle Wege zu finden, um eine Technologie oder ein Produkt voranzubringen, ohne dabei den späteren Nutzer außer Acht zu lassen. Genau bei diesem notwendigen Perspektivwechsel kann die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren 12 Teilbranchen von der Architektur, über Werbung und Film bis zum Design helfen“, so Fiedler weiter.

PrIME soll helfen, mögliche Berührungsängste abzubauen und verdeutlichen, dass der Blick über den Tellerrand methodisch und monetär einige Möglichkeiten bietet.


13 März

Flexibles Glas von Rolle zu Rolle beschichten

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP und die VON ARDENNE GmbH intensivieren ihre Kooperation im Bereich der Beschichtung von flexiblem Glas. Dieser neue Werkstoff eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften ideal als Trägermaterial für eine Reihe zukünftiger...
» weiterlesen
Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP und die VON ARDENNE GmbH intensivieren ihre Kooperation im Bereich der Beschichtung von flexiblem Glas. Dieser neue Werkstoff eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften ideal als Trägermaterial für eine Reihe zukünftiger Einsatzgebiete in der flexiblen Elektronik. VON ARDENNE und Fraunhofer FEP betreiben seit Oktober 2016 gemeinsam die Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage FOSA LabX 330 Glass.

Die neue, innovative Anlage wurde vom Dresdener Anlagenhersteller VON ARDENNE speziell für flexibles Glas entwickelt und ist weltweit die erste ihrer Art. Dank der hohen Präzision aller Komponenten kann das empfindliche Material umgewickelt, geheizt und beschichtet werden. Angesichts der Tatsache, dass das Material dünner ist als ein Zehntel Millimeter, ist für die Zuverlässigkeit der Verarbeitung großes technologisches Know-how notwendig.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes KONFEKT (Förderkennzeichen 13N12975) wollen die beiden Partner neue Anwendungen erschließen und die Leistungsfähigkeit der Anlage demonstrieren. An den Arbeiten in diesem Projekt sind auch die SCHOTT AG und TESA SE beteiligt, die Substratmaterial bereitstellen und optimieren sowie die Weiterverarbeitung sicherstellen.

Auf der LOPE-C 2017, vom 29.-30. März 2017, in München, präsentiert das Fraunhofer FEP in Halle B0 am Stand 318 erstmals Beschichtungsmuster von der neuen Anlage und VON ARDENNE stellt die FOSA LabX 330 Glass am Stand B0/210 vor.

„Auf der Anlage konnten bereits bei den ersten Versuchen hervorragende Eigenschaften bei transparenten Elektroden erreicht werden.“, freut sich Dr. Matthias Fahland, stellvertretender Bereichsleiter „Flache und Flexible Produkte“ am Fraunhofer FEP. „Die Anlage bietet unseren Kunden ein hohes Potenzial für innovative Schichtentwicklungen auf flexiblen Substraten.“

Die außerordentlich hohe Qualität der Beschichtungen, die mit der FOSA LabX 330 Glass erzielt wird, ist die Grundlage für hochwertige Elektroden für organische Leuchtdioden (OLED). Die so erzeugten Elektroden versorgen OLEDs bis zu einer Größe von 30 x 30 cm gleichmäßig mit Strom. Dies ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Anlage für Beschichtungen und Schichtentwicklungen für die Optoelektronik.

„Aufgrund seiner überragenden Eigenschaften wird flexibles Glass eine wichtige Rolle als Werkstoff der Zukunft spielen“, sagt Dr. Andreas Nilsson, Vice President WebCoating bei VON ARDENNE. „Wir freuen uns auf die neuen Möglichkeiten, die dieser Werkstoff bietet. In dem Gemeinschaftsprojekt mit unserem langjährigen Partner Fraunhofer FEP heben wir den dafür notwendigen Prozess der Vakuumbeschichtung von flexiblem Glas im Rolle-zu-Rolle-Verfahren vom Labor- in den Industriemaßstab. Wir erwarten hieraus wichtige Kostenvorteile für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette.“

Im Moment arbeiten die Wissenschaftler an der Herstellung erster Demonstratoren. Daneben haben sie sich bereits weiteren Schichtsystemen zugewandt. Im Fokus stehen vor allem optisch wirksame Schichten, wie Antireflex-Schichtsysteme oder optische Filter.

Das Fraunhofer FEP und die VON ARDENNE GmbH stellen interessierten Partnern Ihre technische und technologische Kompetenz für Dünnschicht-Vakuumverfahren gern zur Verfügung, um gemeinsam an der FOSA LabX 330 Glass Anwendungen zu entwickeln oder Musterbeschichtungen und Materialbewertungen vorzunehmen.

Im Rahmen des Workshops VISION | Flexible Glass am Fraunhofer FEP wird die neue Anlage FOSA LabX 330 Glass am 4. und 5. April 2017 einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.


13 März

Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern

Dresdner Wissenschaftler des Fraunhofer IWS und der TU Dresden haben eine neue energieeffiziente Verfahrenskette zur Herstellung von Kohlenstofffasern entwickelt. Kernpunkt ist die Umwandlung von Präkursor-PAN-Fasern durch Stabilisierung, Karbonisierung und Graphitisierung. Damit kann künftig die Herstellung...
» weiterlesen
Dresdner Wissenschaftler des Fraunhofer IWS und der TU Dresden haben eine neue energieeffiziente Verfahrenskette zur Herstellung von Kohlenstofffasern entwickelt. Kernpunkt ist die Umwandlung von Präkursor-PAN-Fasern durch Stabilisierung, Karbonisierung und Graphitisierung. Damit kann künftig die Herstellung von Kohlenstofffasern deutlich preiswerter werden.

Kohlenstofffasern gelten weltweit insbesondere wegen ihrer hervorragenden mechanischen Eigenschaften als der leistungsstärkste Faserwerkstoff für die Verstärkung von Matrices (z.B. Duroplaste, Thermoplaste, Beton, Keramik) im Leichtbau. Hochrechnungen des Carbon Composites e.V. prognostizieren einen starken Anstieg des globalen Kohlenstofffaserbedarfs auf über 115 Tsd. Tonnen bei Wachstumsraten von ungefähr 12 Prozent pro Jahr bis zum Jahre 2021.

Im Vergleich zu metallischen Leichtbaumaterialien sind Faserverbundwerkstoffe mit Kohlenstofffasern aufgrund des aufwendigen Herstellungsprozesses sehr teuer. Um die Kosten zu senken, müssen zum einen das Präkursormaterial und zum anderen die Herstellungskosten verringert werden. Beispielsweise sollte der Preis für 24k-Filamentgarne von heute 18 € / kg auf 10 € / kg im Bereich der Automobilanwendungen sinken, wobei etwa ein Drittel des Preises aus den Kosten für die thermischen Prozesse (Stabilisierung und Karbonisierung) resultiert.

Das Fraunhofer IWS beschäftigt sich seit Jahrzehnten u. a. mit den Prozessen der thermischen Oberflächentechnik sowie mit Plasmen und Laserverfahren. Derzeit werden u. a. unterschiedliche Verfahren der Faserdirektheizung für die Stabilisierung, Karbonisierung und Graphitisierung sowie deren Kombination als Gesamtprozess untersucht. Die kommerziellen Ofenprozesse mit ihren Grenztemperaturen dienen dabei als Benchmark. Als alternative Heizvorrichtung werden eine lineare Niederdruckplasmaquelle und ein Kaltwandreaktor mit Faserdirektheizung verwendet. Mit diesen neuen Vorrichtungen und den damit entwickelten Verfahren konnten Kohlenstofffasern hergestellt werden, die vergleichbare Eigenschaften wie die konventionell hergestellten Kohlenstofffasern aufweisen.

Diese hervorragenden Ergebnisse werden im nächsten Schritt auf verschiedene kommerziell erhältliche Präkursormaterialien übertragen und die Prozessparameter für jedes Präkursormaterial optimiert.

Interessierte Unternehmen können sich jederzeit an der Weiterentwicklung beteiligen. Als Schutz für unsere industriellen Partner wurden das Verfahren und die Vorrichtungen zum Patent angemeldet.


10 März

Dresdner Forscher für neuartige OLED Display Architekturen geehrt

Sachsen ist auf dem Gebiet der organischen Elektronik der führende Standort in Europa. Die Arbeiten des Instituts für Angewandte Physik (IAP) und des Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Materials (IAPP) der TU Dresden zählen zur weltweiten Spitzenforschung und genießen internationale...
» weiterlesen
Sachsen ist auf dem Gebiet der organischen Elektronik der führende Standort in Europa. Die Arbeiten des Instituts für Angewandte Physik (IAP) und des Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Materials (IAPP) der TU Dresden zählen zur weltweiten Spitzenforschung und genießen internationale Anerkennung. Über eine solche Anerkennung kann sich nun auch der IAPP-Physiker Felix Simon Fries freuen. Die renommierte Society for Information Displays verleiht ihm am 14. März 2017 den SID-ME Chapter Best Student Award für die Entwicklung neuartiger OLED Display Architekturen.

Der mit 1.500 Euro dotierte Preis wird jährlich für herausragende wissenschaftliche oder technische Beiträge zur Weiterentwicklung der Bildschirmtechnologie verliehen.

Während seiner Masterarbeit entwickelte und untersuchte Felix Simon Fries spezielle Architekturen für organische Leuchtdioden (OLEDs), bei denen die Intensität und Farbe der Lichtemission über verschiedene Abstrahlwinkel stufenlos variiert werden kann. Des Weiteren konnte er seine experimentellen Ergebnisse durch optische Simulationen verifizieren und damit sogar Vorhersagen über die Abstrahlcharakteristik vornehmen.

Bereits heute werden OLEDs in modernen Smartphone Displays verwendet. Ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Displays liegen dabei in der Energieeffizienz und der Kontrastwiedergabe. Die Forschungsergebnisse von Herrn Fries zur richtungsabhängigen Abstrahlung von OLEDs dienen als Grundlage für zukünftige neuartige Display Konzepte.


10 März

Technisches Design der TU Dresden mit iF Design Award 2017 ausgezeichnet

iF Design Award 2017 für die „Genius CAB“ Die TU Dresden, als Mitglied des „Concept CAB Clusters“, wurde mit dem  iF Design Award 2017 ausgezeichnet. In der Disziplin Produkt, Kategorie Industrie, überzeugte die von Ingenieuren der Juniorprofessur für Technisches Design der TU Dresden mitentwickelte...
» weiterlesen
iF Design Award 2017 für die „Genius CAB“

Die TU Dresden, als Mitglied des „Concept CAB Clusters“, wurde mit dem  iF Design Award 2017 ausgezeichnet. In der Disziplin Produkt, Kategorie Industrie, überzeugte die von Ingenieuren der Juniorprofessur für Technisches Design der TU Dresden mitentwickelte und gestaltete „Genius CAB“ – eine modular designte Maschinenführer-Kabine. Die Preisverleihung findet am 10. März 2017 im Rahmen der iF design award night in der BMW Welt in München statt.

Radlader, Bagger und andere komplexe Bau- und Agrarfahrzeuge werden durch den technischen Fortschritt immer komplizierter. Mit der „Genius CAB“ ist es gelungen, Baumaschinen für die Nutzer wieder intuitiv und bequem bedienbar zu machen. Maschinenführer können dadurch effektiver und unfallärmer arbeiten. Möglich macht das ein Zusammenspiel aus ergonomischer Formgebung und modernen Technologien.

Die Kabine umschließt den Maschinen-Führer mit einem großzügig dimensionierten Innenraum. Ein neuartiges, doppeltes Kabinen-Profil sorgt für erhöhte Arbeitssicherheit bei gleichzeitig bester Sicht. Aluminium statt Stahl-Profile im Inneren machen die Kabine erheblich leichter als frühere Modelle. So wird es möglich, in den Profilen auch gleich noch Kabel, Verbindungsteile und Außenleuchten zu versenken und zu kühlen. Das spart Bauraum und Geld; Fehlerquellen werden reduziert und zudem wird für ein eleganteres Design gesorgt.

Die Jury von 58 namenhaften Experten aus der ganzen Welt lobte nicht nur das umfangreiche Spektrum technologischer Innovationen, das in dieser Kabine gebündelt verbaut wurde, sondern ist sich auch sicher, dass mit diesen Innovationen neue Maßstäbe in Sachen Design, Sicherheit, Betrieb, Bedienkomfort und Wartung auf den globalen Märkten gesetzt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass die Genius CAB zum wiederholten Mal überzeugen konnte. Dieser Award zeigt einmal mehr, dass wir mit unserem kompromisslos am Nutzen des Bedieners ausgerichtetem Design den richtigen Weg eingeschlagen haben. Es ist das perfekte Zusammenspiel und Miteinander aus Partnern unterschiedlicher Disziplinen, die der Genius CAB einen Technologievorsprung verschaffen und sie zu einem High-End-Produkt macht.“, so Jun.-Prof. Jens Krzywinski, Inhaber der Juniorprofessur für Technisches Design.

Die Technischen Designer der TU Dresden sind der führende Forschungspartner des „Concept CAB Cluster“, ein Konsortium aus 13 unabhängigen Zulieferern. Die Wissenschaftler um Jens Krzywinski entwickelten gemeinsam mit Fritzmeier aus den einzelnen Technologien der Partner das Gesamtkonzept einschließlich der Gestaltung von Innenraum und Interface.

Die „Genius CAB“ wurde bereits 2016 mit dem bauma Innovationspreis in der Kategorie Design, dem VDBUM Förderpreis in der Kategorie „Entwicklungen aus der Industrie“ sowie den Focus Open 2016 - Internationaler Designpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Zu den Mitgliedern des CAB Concept Cluster zählen die Unternehmen AURORA, Bosch, Fritzmeier Systems, die Technische Universität Dresden (TU), Grammer, Hella, HYDAC, MEKRA Lang, SAVVY Telematic Systems, S.M.A. Metalltechnik, die Designagentur Lumod,  der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e.V. (VDBUM) und Max Bögl.

Über den iF DESIGN AWARD
Seit über 60 Jahren ist der iF DESIGN AWARD ein weltweites, anerkanntes Markenzeichen, wenn es um ausgezeichnete Gestaltung geht. Die Marke iF ist als Symbol für herausragende Designleistungen international etabliert. Der iF DESIGN AWARD gehört zu den wichtigsten Designpreisen der Welt. Er prämiert Gestaltungsleistungen aller Disziplinen: Produkt-, Verpackungs-, Kommunikations- und Service-Design, Architektur und Innenarchitektur sowie Professional Concepts. Alle ausgezeichneten Beiträge werden im präsentiert, auf der iF design app veröffentlicht und in der iF design exhibition Hamburg ausgestellt.


09 März

Kreatives Wärmepumpen-Konzept heizt und kühlt gleichzeitig

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP als ein führender Anbieter von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Dünnschichttechnologien hat für seinen Anlagenpark gemeinsam mit der Firma Johnson Controls Systems & Service GmbH (Johnson Controls) eine...
» weiterlesen
Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP als ein führender Anbieter von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Dünnschichttechnologien hat für seinen Anlagenpark gemeinsam mit der Firma Johnson Controls Systems & Service GmbH (Johnson Controls) eine besonders effiziente Wärmepumpe projektiert und installiert.

Das Fraunhofer FEP arbeitet an innovativen Lösungen auf den Gebieten der Vakuumbeschichtung, der Oberflächenbehandlung und der organischen Halbleiter. Grundlage dieser Arbeiten sind die Kernkompetenzen Elektronenstrahltechnologie, Sputtern, plasmaaktivierte Hochratebedampfung und Hochrate-PECVD sowie Technologien für organische Elektronik und IC-/Systemdesign.

Johnson Controls ist ein führender Anbieter von Produkten und Serviceleistungen im Bereich Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, industrieller Kühl- und Kältetechnik, Gebäudeautomation sowie Sicherheitstechnik und Brandschutz. Bereits seit 1997 ist Johnson Controls mit seiner Niederlassung in Dresden als Ausrüster des Fraunhofer FEP mit der MSR- sowie Gebäudeleittechnik tätig.

Resultierend aus den Arbeitsgebieten des Fraunhofer FEP benötigen die Versuchsanlagen eine sehr umfangreiche und stabile Kühlwasserversorgung auf einem Temperaturniveau von ungefähr 25 Grad Celsius. Das in den Versuchsanlagen erwärmte Kühlwasser (~28 °C) fließt dabei zu einem Sammeltank zurück und wird von dort aus (abgekühlt durch einen Kühlturm) wieder den Versuchsanlagen zur Verfügung gestellt. Im aktuellen Fall liegt die thermische Leistung unter Berücksichtigung der gegebenen Gleichzeitigkeiten der Versuchsdurchführung bei maximal 500 Kilowatt.

Die Versuchsanlagen des Fraunhofer FEP befinden sich fast ausschließlich in großen Technikumshallen. Die Temperierung dieser Hallen erfolgt mittels zentraler Raumlufttechnik (RLT). Als Heizmedium steht hier aus Fernwärme umgewandelte Nahwärme zur Verfügung. Die maximale thermische Leistung dieser RLT-Geräte liegt insgesamt bei ungefähr 400 Kilowatt.

Das Fraunhofer FEP ist immer auf der Suche nach innovativen technischen Lösungen. Aufgrund des im Institut vorhandenen Fachwissens über den gleichzeitigem Abwärmeanfall und der benötigten Heizenergie hatten die Techniker die innovative Idee, eine Wärmepumpenanwendung zu konzipieren, die beides nutzbringend verbindet. Bereits in einem ähnlichen Fall haben Fraunhofer FEP und Johnson Controls gemeinsam eine Wärmepumpe zur Nutzung der Abwärme (15 kW) aus einem IT-Serverraum zur Versorgung der Heizung des Büro-Gebäudes realisiert. Die als „Abfallprodukt“ im Wärmepumpenprozess anfallende „Kälte“ wird dabei für die aktive Kühlung des Serverraumes genutzt. Diese Anwendung war technisch und wirtschaftlich so erfolgreich, dass nun der nächste größere Schritt gegangen werden sollte. Dokumentiert wird der wirtschaftliche Erfolg durch ein Return on Invest von unter drei Jahren. Üblicherweise erreichen Wärmepumpenanwendungen eine Leistungszahl von ~4,5. Die beschriebene Anlage weist jedoch sogar eine Leistungszahl von ~7,5 auf. Dabei stellt die Leistungszahl das Verhältnis von gewonnener thermischer Energie zu aufgewendeter elektrischer Energie dar.

Für die ausgewogene Dimensionierung der neuen Wärmepumpe musste ein Leistungsbereich ermittelt werden, der möglichst hohe Vollbenutzungsstunden garantiert. Aufgrund von verschiedenen Messungen wurde die Wärmepumpe wie folgt ausgelegt: Heizleistung 115 Kilowatt, Kühlleistung 90 Kilowatt.
Für dieses Projekt konnte nicht auf eine Standardlösung zurückgegriffen werden. Johnson Controls als Lieferant der Wärmepumpe installierte ein System aus zwei Verdichtern (je 50 %), von denen einer stufenlos regelbar und der zweite einstufig ausgelegt wurde.

Heizungsseitig wurde die Wärmepumpe in den RLT-Zubringerkreis eingebunden. Die Anpassung der Regelung und Hydraulik war schwierig, wurde aber gelöst. Eine ausschließliche Versorgung des RLT-Kreises hätte in den Nachtstunden und am Wochenende aufgrund des Institutsbetriebes zum Stillstand der Wärmepumpe geführt. Somit wurde in dem statischen Heizkreis (Leistung max. 50 kW) ein – wenn auch kleiner – zusätzlicher Abnehmer gefunden, der eine Teillast übernehmen kann. Hinzu kommt, dass der Wärmeanfall in den Versuchsanlagen am Wochenende ohnehin sehr eingeschränkt ist.

Sämtliche Aufgabenstellungen – ob im laufenden Institutsbetrieb oder bei Anforderungen an Um-/Erweiterungsbauten – wurden gemeinsam mit Johnson Controls (Niederlassung Dresden) in einem vertrauensvollen und partnerschaftlichen Verhältnis durchgeführt. Den Projektbeteiligten war klar, dass das anspruchsvolle Projekt nur so erfolgreich durchgeführt werden kann und Anpassungen, auch nach erfolgter Inbetriebnahme, unvermeidbar sind.

Gerd Obenaus, Leiter Technik am Fraunhofer FEP, erläutert die Voraussetzungen für das gute Gelingen des anspruchsvollen Projektes: „Alle Projektbeteiligten müssen sich im Klaren sein, dass hier mit erheblichem Aufwand für Inbetriebnahmen und nachgelagerten Anlagenoptimierungen zu rechnen ist. Außerdem muss der Betreiber vor Ort seine Anlage sowie die zugehörige Peripherie/Anlagenfahrweise sehr gut kennen. Die Fähigkeit und der Wille des Betreibers, selbst Optimierungen im Betrieb auszuführen, sind dringend notwendig und für den Erfolg unverzichtbar.“

Frank Rostalsky, Teamleiter Service MSR der Niederlassung Dresden, beschreibt die gestellten Anforderungen: „Von uns wird erwartet, dass wir uns auf die vorgegebene Verfahrensweise einstellen und dem Betreiber die Möglichkeiten dazu geben. Hierfür war es notwendig, alle Parameter der Anlage offenzulegen und für Optimierungen freizugeben.“

Während der umfangreichen Inbetriebnahme wurden auch Schwachstellen (hydraulisch und regelungstechnisch) an anderen – aber nun von der Wärmepumpe zu versorgenden – Anlagen festgestellt und behoben.

Der Regelbetrieb der Anlage wurde im November 2016 gestartet. Über das normale Maß hinaus wurden viele Mess- und Zähleinrichtungen installiert. Sie sollen den wirtschaftlichen und störungsfreien Betrieb der Anlagen sicherstellen und dokumentieren helfen. Mit ersten Aussagen hinsichtlich der Betriebserfahrungen und Wirtschaftlichkeit wird im Sommer 2017 gerechnet. Die Techniker des Fraunhofer FEP stehen mit ihrem Know-how auch für externe Kunden bereit, um umweltfreundliche Anlagenkonzepte zu erarbeiten.

Fraunhofer FEP und Johnson Controls planen, sich mit der umgesetzten Wärmepumpenlösung für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) zu bewerben. Mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) zeichnen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie der Bundesverband der Deutschen Industrie alle zwei Jahre Ideen aus, die im Bereich Klima- und Umweltschutz neue Wege aufzeigen.


03 März

flex+ - Leuchtende Nachtfliegen, registrierte Medikamenteneinnahme, Open Innovation Plattformen

BMBF gefördertes Projekt flex+ geht nach zweijähriger Projektlaufzeit erfolgreich zu Ende und hinterlässt auch in Zukunft seine Spuren: flexible Elektronik als Gesamtkonzept. Das Fraunhofer FEP ist einer der führenden Forschungs- und Entwicklungspartner im Bereich der flexiblen organischen Elektronik...
» weiterlesen
BMBF gefördertes Projekt flex+ geht nach zweijähriger Projektlaufzeit erfolgreich zu Ende und hinterlässt auch in Zukunft seine Spuren: flexible Elektronik als Gesamtkonzept.

Das Fraunhofer FEP ist einer der führenden Forschungs- und Entwicklungspartner im Bereich der flexiblen organischen Elektronik und hat im Rahmen des BMBF geförderten Projektes flex+ gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern neue Wege in der Konzeption und Entwicklung sowie der Erschließung neuer Anwendungen und Märkte für die flexible organische Elektronik beschritten.

Vollständig funktionsorientierte, flexible Bauelemente
Flexible Elektronik ist leicht, formbar, transparent, großflächig und „grün“. Durch diese vielseitigen Eigenschaften bietet sie Vorteile und Voraussetzungen für ganz neue und innovative Ideen und Anwendungen, die nun über eine im Projekt entwickelte Technologieplattform von der Idee bis zum fertigen Bauelement unterstützt und umgesetzt werden sollen.

Flexible Elektronik ermöglicht ein Bauelement, das alle Komponenten enthält: Flexibel wie eine Kunststofffolie oder ein Stück Stoff, ohne diskrete Bauteile oder ICs, leicht, flach, energieeffizient, nachhaltig, in einem Stück gefertigt, ohne Schnittstellen und mechanisch anfällige Verbindungstechnik: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe, Sensoren und Aktoren, die Energieversorgung, die Vernetzung – alles ist in diesem Bauelement integriert, das immer und überall funktioniert. Ein solches Bauteil könnte ein PC als Folie auf der Arbeitsplatte in Küche oder Labor sein, einfach zum Abwischen. Es könnte ein Gesundheitsüberwachungssystem im T-Shirt oder ein Mediaplayer im modischen Schal sein, die Smart Home Steuerung inklusive der Beleuchtung als Tapete oder das vollständige Dashboard eines PKW als Leichtbauelement, das sich in Form und Kontur flexibel den Vorstellungen des Designers und dem Bauraum anpasst.

Mithilfe der Technologieplattform flex+ soll der flexiblen organischen Elektronik zum Marktdurchbruch verholfen werden. Ziel des Projektes flex+ war die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes zur erfolgreichen Entwicklung und Produktion flexibler Elektronik. Umgesetzt wurde dies durch die Organisationsstruktur mit „Open-Innovation“-Charakter.

Entstanden ist ein Portal, welches eine Open Tech Base – ein Wiki über flex+, ein Open Tech Lab zur gemeinsamen Nutzung vorhandener Infrastrukturen und Technologien zur Verfügung stellt und Ideengeber, Unternehmen, Technologieanbieter und weitere Akteure zum Beispiel für Transferprojekte zusammenbringt und gemeinsam Fragestellungen und Projekte im Bereich der flexiblen organischen Elektronik bearbeitet.

Durch den Open Innovation Ansatz ergeben sich vielseitige Vorteile z. B. hinsichtlich der gemeinsamen Entwicklung von Basistechnologien, der Einsparung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben, der gezielten Entwicklung flexibler Elektronik und dem Zugang zu Technologieanbietern und Infrastruktur.

Flex-MED – Ideenwettbewerb mit Weitsicht
Um gezielt Lösungen im Bereich der Medizin und Gesundheitsvorsorge zu erschließen, wurde im Rahmen des flex+ Projektes der Ideenwettbewerb „flex-MED“ ins Leben gerufen. Bis Juli 2016 konnten kluge Köpfe, innovative Denker, Experten und Laien, also Menschen und Unternehmer mit Ideen ihre Antworten und Skizzen zur Frage: „Gesünder dank flexibler Elektronik – wie kann diese Technologie die Gesundheitsvorsorge revolutionieren?“ einreichen. Das Ergebnis war überwältigend. Insgesamt gingen über 70 Ideen zum Thema ein, die inzwischen in Form eines Ideenbuches vorliegen. Die besten drei Vorschläge wurden im Rahmen des 4. Industry Partners Days des Fraunhofer FEP im September prämiert. Doch nicht nur die Gewinner des Wettbewerbs können sich freuen, denn aus allen eingereichten Ideen sollen auch weiterhin konkrete Projekte entwickelt werden.

Hierzu wurden Szenario-Workshops von den Projektpartnern in Dresden und München durchgeführt, um gemeinsam mit den Ideengebern, Interessenten und Firmen aus der Medizintechnik möglichst konkrete Zukunftsszenarien auszuarbeiten.

Projektleiter Christian Kirchhof meint begeistert: „Mit den Workshops haben wir die Grundlagen für eine offene und intensive Zusammenarbeit gelegt.“
Im Anschluss werden insgesamt sechs konkrete Projekt- und Produktideen in Projektteams bearbeitet und immer weiter verfeinert. Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, um die Ideen im letzten Schritt zu realisieren.

Musca Noctis, Papilio Lunae – Insekten zur Demonstration
Neben der Fokussierung auf konkrete Ideen zur Nutzung flexibler Elektronik in der Medizin bzw. Gesundheitsvorsorge wurde im Rahmen von flex+ ein weiterer Ansatz verfolgt. Hierzu stand die Frage im Raum, wie man der Öffentlichkeit die Möglichkeiten der flexiblen Elektronik plastisch und real näher bringt, ohne mit dem Objekt eine Richtung, Applikation oder Anwendungsnische hervorzuheben.

Gemeinsam mit den Projektpartnern Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Organic Electronics Saxony OES und Mareike Gast & Kathi Stertzig Industrial Design ist eine beeindruckende Serie an Demonstrationsobjekten entstanden, die diese Kriterien umsetzt – das „Insect Project“. Die Varianten der künstlichen Spezies verknüpfen die einzigartige Ästhetik der Insekten mit den technologischen Potenzialen der flexiblen Elektronik zu faszinierenden Demonstratoren. So werden die vielfältigen Möglichkeiten erlebbar. Papilio Lunae und Musca Noctis stellen den Beginn einer interdisziplinären „Insektenforschung“ dar, deren Ziel es ist, die Möglichkeiten der flexiblen Elektronik auszureizen und deren Vielfalt zu kommunizieren.

Die ersten Exemplare dieser Insekten wurden im März 2016 auf der Messe LOPEC in München erstmals vorgestellt. Innerhalb des zweijährigen Projektes flex+ wurde die Welt der flexiblen organischen Elektronik gründlich analysiert, ein weitreichendes Netzwerk aus Innovatoren, Akteuren, Unternehmern, Technologen und Partnern zusammengebracht. Entstanden sind erste vielversprechende Projektskizzen und Demonstratoren und Open-Innovation-Plattformen. Zur Fortführung und zum Erhalt und Ausbau des Netzwerkes steht die Plattform flex+ weiterhin zur Verfügung und wird seitens des Innovationsnetzwerks Organic Electronics Saxony betrieben.


02 März

Die Gläserne Manufaktur noch elektrisierender: Neue e-Ausstellung mit exklusivem Einblick in die bald beginnende e-Golf Fertigung

Die Gläsernen Manufaktur in Dresden geht neue Wege: Im Zuge des Umbaus der Fertigung wurde die Erlebniswelt-Ausstellung jetzt neu gestaltet und um spannende Exponate erweitert. Das Besondere: Die Ausstellung befindet sich inmitten der bald beginnenden e-Golf Fertigung. Die Besucher erhalten somit schon jetzt...
» weiterlesen
Die Gläsernen Manufaktur in Dresden geht neue Wege: Im Zuge des Umbaus der Fertigung wurde die Erlebniswelt-Ausstellung jetzt neu gestaltet und um spannende Exponate erweitert. Das Besondere: Die Ausstellung befindet sich inmitten der bald beginnenden e-Golf Fertigung. Die Besucher erhalten somit schon jetzt einen exklusiven Einblick in die Vorbereitung der Fahrzeugproduktion. Jeder Gast wird dann ab April hautnah und direkt am Montage-Band erleben, wie ein Elektrofahrzeug von Volkswagen entsteht. Früher war dies nur für Fahrzeug-Kunden möglich. In den nächsten Wochen wird die Gläserne Manufaktur mit der Produktion des e-Golf beginnen. Dafür werden derzeit rund 20 Millionen Euro in Dresden investiert.
 
„Die Neuausrichtung der Manufaktur zum Center of Future Mobility schreitet mit Hochdruck voran. Mit der Erweiterung der Erlebniswelt bieten wir unseren Gästen überraschende und vielleicht unerwartete Einblicke in Mobilitätskonzepte von Morgen“, betont Liane Scheinert, Leiterin Vertrieb & Marketing der Gläsernen Manufaktur.  
 
Das Herzstück der Ausstellung zu Elektromobilität und Digitalisierung umfasst jetzt innovative und urbane Mobilitätskonzepte wie e-Bikes, e-Roller und Einrad-Elektro-Roller (Monowheels). Thema der Ausstellung: die so genannte letzte Meile („last mile“) - das sind Distanzen, die zu Fuß oftmals zu weit sind, für die aber eigentlich auch kein Auto benötigt wird. Genau dafür wurden die jetzt gezeigten e-Bikes, Monowheels und e-Roller konstruiert. Gemeinsam mit dem Entwicklungsteam der Volkswagen AG, Partnern aus Dresden und der Region sowie einem Start-Up aus Breslau hat das Team der Gläsernen Manufaktur vielversprechende Technologien und Konzepte von Herstellern wie Ninebot, Kalkhoff, FOCUS, Scrooser und Retro Electro ausgewählt. Diese e-Mikromobile werden bis Ende August neben Hybrid- und e-Fahrzeugen der Marke Volkswagen und weiteren interaktiven Exponaten präsentiert.
 
Die Gläserne Manufaktur bietet jeden Tag von 9.30 bis 18 Uhr geführte Rundgänge durch das Haus an. Das Besondere: Die Führungen werden in zehn Sprachen angeboten. Wichtiges Element sind auch kostenfreie Probefahrten in Elektrofahrzeugen durch Dresden.
 
Der Volkswagen-Standort Dresden ist seit April 2016 das Schaufenster für Elektromobilität und Digitalisierung der Marke Volkswagen.

Seit November 2016 wird die Fertigung für die Montage des neuen e-Golf umgebaut. Im Jahr 2016 besuchten rund 85.000 Gäste das Haus am Großen Garten, mehr als 2.300 Besucher haben ein Elektromodell von Volkswagen bei Probefahrten getestet.

Über die Marke Volkswagen: Wir bringen die Zukunft in Serie.
Die Marke Volkswagen Pkw ist weltweit in mehr als 150 Märkten präsent und produziert Fahrzeuge an mehr als 50 Standorten in 14 Ländern. Im Jahr 2016 hat Volkswagen rund 5,99 Millionen Fahrzeuge gefertigt, hierzu gehören Bestseller wie Golf, Tiguan, Jetta oder Passat. Derzeit arbeiten weltweit 218.000 Menschen bei Volkswagen. Hinzu kommen mehr als 7.700 Handelsbetriebe mit 74.000 Mitarbeitern. Volkswagen treibt die Weiterentwicklung des Automobilbaus konsequent voran. Elektromobilität, Smart Mobility und die digitale Transformation der Marke sind die strategischen Kernthemen der Zukunft.


02 März

atmoFlex – Fraunhofer FEP Dresden erweitert Anlagenpark für Beschichtung von Kunststofffolien

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP als ein führender Anbieter von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Dünnschichttechnologien hat seinen Anlagenpark erweitert. Wissenschaftler erläutern die Möglichkeiten der neuen Anlage atmoFlex anhand eines...
» weiterlesen
Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP als ein führender Anbieter von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Dünnschichttechnologien hat seinen Anlagenpark erweitert. Wissenschaftler erläutern die Möglichkeiten der neuen Anlage atmoFlex anhand eines Modells auf ihrem Messestand, auf der ICE 2017, vom 21. – 23. März 2017, in München, in Halle A5, am Stand Nummer 1157.

Am Fraunhofer FEP werden seit vielen Jahren erfolgreich Dünnschichttechnologien zur Beschichtung von Kunststofffolien entwickelt. Grundlage hierfür sind Rolle-zu-Rolle-Anlagen, die Entwicklungen von Schichtsystemen vom Labormaßstab, über Bemusterungen bis hin zur ersten Pilotfertigung für industrielle Anwendungen ermöglichen. Im vergangenen Jahr ist nun das neue Anlagenkonzept atmoFlex in Betrieb genommen worden, das den Anlagenpark um die Möglichkeit von Atmosphärendruckprozessen erweitert. Die Anlage verfügt neben einem Elektronenstrahlsystem über Möglichkeiten zum berührungslosen Slot-Die-Coating. Sämtliche Umlenkwalzen innerhalb des Bahnlaufwerkes sind größer als bei vergleichbaren Anlagen und minimieren dadurch die mechanischen Belastungen der Substrate. Vielfältige Möglichkeiten zum Laminieren von Folien stehen zusätzlich zur Verfügung, um maßgeschneiderte Folienverbünde zu erforschen und herzustellen.

Erste, viel versprechende Ergebnisse liegen vor. So wurden erfolgreich Kombinationen von Schichten erzeugt, die mittels PVD-Verfahren (physical vapor deposition) und Lackierprozessen hergestellt wurden. Im kürzlich gestarteten, vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr SMWA geförderten Projekt OptiPerm (Förderkennzeichen: 3000651169) wird das Zusammenspiel einzelner Technologien besonders untersucht. Konkret wird hier die Herstellung optimierter Permeationsbarriereschichtsysteme für Funktionsfolien aus elektronenstrahlvernetzten Lackschichten in Kombination mit PVD-Schichten erforscht. Neben der Permeationsbarrierewirkung sind insbesondere die optischen Eigenschaften Schwerpunkt der Forschung.

„Die atmoFlex erweitert unser Angebotsspektrum erheblich. So können empfindliche und extrem dünne Vakuumbeschichtungen zum Beispiel direkt mit unter Normalatmosphäre aufgebrachten Lackschichten geschützt werden. Solche Kombinationsschichten sind sogar im Außeneinsatz zuverlässig verwendbar.“, erläutert Dr. Steffen Günther, verantwortlicher Projektleiter am Fraunhofer FEP. „Wir freuen uns, auf der ICE 2017 mit weiteren Anwendern ins Gespräch zu kommen.“

Auf der Anlage können Folien für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete beschichtet werden: von dekorativen Folien für Möbel bis hin zu Hochbarriereschichten für Lebensmittelverpackungen oder organische Elektronik. Spezielle Modifikationen im Bahnlaufkonzept erlauben die Verwendung von Glättungs- bzw. Prägefolien, damit zum Beispiel extrem glatte Oberflächen oder Dekorfolien für Möbel hergestellt werden können.

Üblicherweise sind hohe Temperaturen bei der Trocknung der Lacke notwendig, die jedoch die sehr dünnen Substratfolien beeinträchtigen könnten. Daher wurde bei der atmoFlex auf ein alternatives Trocknungs- bzw. Vernetzungsverfahren gesetzt. So werden jetzt Elektronenstrahlen zum Vernetzen von Lacken und auch zur Oberflächenbehandlung genutzt. Die Elektronenstrahlen können Schichten durch eine darüber aufgebrachte Schutzfolie hindurch vernetzen. Eine Bearbeitung unter Reinraumbedingungen ist daher nicht notwendig, um partikelfreie Schichten zu erhalten.

Aber nicht nur Kunststofffolien können in der neuen Anlage bearbeitet werden. Sie steht auch für Beschichtungen von anderen flexiblen Substraten wie Metallfolie, Dünnglas oder Textilien zur Verfügung.

Die Substrate können mit einer Breite von bis zu 1250 mm verarbeitet werden bei einer Prozessgeschwindigkeit von bis zu 150 Metern pro Minute. Der modulare Charakter der Anlage bietet für die Zukunft genügend Möglichkeiten, technologische Erweiterungen zu integrieren und neue Prozesse zu erforschen. So ist die neue Anlage kürzlich um eine moderne Bahnreinigung erweitert worden. Schon auf den Substratfolien vorhandene Verunreinigungen können damit effektiv entfernt werden.


01 März

Dresdner Uniklinikum bündelt altersmedizinische Expertise in interdisziplinärer Ambulanz

Das UniversitätsCentrum für Gesundes Altern (UCGA) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden startet am 1. März 2017 Sachsens erste universitäre Ambulanz für ältere Patienten. Um betagte, mehrfach erkrankte Personen bestmöglich zu versorgen, arbeiten ab sofort Spezialisten aus den Bereichen Innere...
» weiterlesen
Das UniversitätsCentrum für Gesundes Altern (UCGA) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden startet am 1. März 2017 Sachsens erste universitäre Ambulanz für ältere Patienten. Um betagte, mehrfach erkrankte Personen bestmöglich zu versorgen, arbeiten ab sofort Spezialisten aus den Bereichen Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie im Rahmen einer gemeinsamen Ambulanz zusammen. Sie bündelt die universitären Expertisen der einzelnen Fachgebiete und stimmt die individuellen Behandlungskonzepte aufeinander ab. Somit können ältere Menschen mit einem Ambulanztermin gleich mehrere spezialärztliche Untersuchungen wahrnehmen.

Mit dieser einmaligen Struktur bietet das Universitätsklinikum älteren und mehrfach erkrankten Patienten unter einem Dach den Service einer abgestimmten hoch-spezialisierten ambulanten Diagnostik und Therapie in der Altersmedizin an. „Es ist eines der Hauptanliegen des UniversitätsCentrums für Gesundes Altern, den Arztkontakt für ältere Patienten und ihre Angehörigen einfacher und koordinierter zu gestalten“, erklärt Prof. Lorenz Hofbauer, der das UCGA 2015 initiierte und heute leitet. „Durch die Verknüpfung der Fachbereiche Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie werden den Patienten Versorgungsstrukturen geboten, die in Sachsen einzigartig sind. Diese neue Struktur der Dresdner Hochschulmedizin ist als Antwort auf den demographischen Wandel richtungsweisend“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Das UniversitätsCentrum für Gesundes Altern behandelt vor allem komplexe Erkrankungen, die sich isoliert nur unzureichend therapieren lassen. So sind etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein Diabetes mellitus nur schwer zu behandeln, wenn der Patient zusätzlich an Demenz leidet. Um mit den Betroffenen eine individuelle Behandlungsstrategie zu finden, arbeiten im Rahmen des UCGA Internisten eng mit der Universitäts-Gedächtnisambulanz zusammen. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählt dabei die umfassende Diagnostik von leichten kognitiven Einschränkungen und demenziellen Erkrankungen. Außerdem bildet die Therapie von Depressionen im höheren Lebensalter einen weiteren Schwerpunkt. „Die neue Ambulanz stärkt die Koordination der Ärzte untereinander“, betont Prof. Markus Donix, Leiter der Universitäts-Gedächtnisambulanz. „Im Rahmen regelmäßiger Fallkonferenzen können innerhalb der Ambulanzen Einschätzungen ausgetauscht werden – ein nicht unerheblicher Vorteil für die Patienten, deren Erkrankungen beim Facharzt getrennt voneinander behandelt werden. Hier fehlt oft der Überblick über parallel stattfindende Behandlungen.“

Ein weiterer Partner der interdisziplinären geriatrischen Ambulanz ist die Universitätsambulanz für Bewegungsstörungen, die zur Klinik für Neurologie gehört. Diese beschäftigt sich mit Störungen des Bewegungsapparates, die aufgrund einer neurologischen Erkrankung auftreten können. Aber auch Gleichgewichtsstörungen in Verbindung mit gehäuften Stürzen und Symptome, welche mit Veränderungen des Gangbildes einhergehen, werden behandelt.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Osteoporose-Ambulanz im Bereich der Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Klinik III erfolgt ebenfalls. Hier werden Patienten medikamentös eingestellt und betreut, welche an Osteoporose erkrankt sind und sich aufgrund von gehäuften Stürzen bereits Knochenbrüche zugezogen haben.

Vor allem Patienten, die unter Beschwerden oder schon diagnostizierten Erkrankungen in mindestens zwei der drei Fachbereiche leiden, sollen in der in Sachsen einzigartigen Ambulanz Hilfe erhalten. Im UniversitätsCentrum für Gesundes Altern können sich Patienten entweder selbst vorstellen oder von ihrem Hausarzt oder Facharzt angemeldet werden. Die Terminvergabe erfolgt nach Sichtung der bisherigen Behandlungsunterlagen. So wird anschließend geprüft, ob die Ambulanz für einen Patienten geeignet ist und welche Fachabteilungen zur bestmöglichen Behandlung benötigt werden. „Das UniversitätsCentrum ist nicht für Erkrankungen gedacht, welche durch die haus- und fachärztliche Betreuung bereits heute gut behandelbar sind“, betont Prof. Andreas Hermann, Bereichsleiter der Abteilung für neurodegenerative Erkrankungen an der Klinik und Poliklinik für Neurologie. „Die Ambulanz ist geeignet für Patienten, die an parallel auftretenden Erkrankungen leiden und eine fach- und kompetenzübergreifende Zusammenarbeit der Ärzte benötigen. Für diese Patienten ist es besonders schwierig, einfach zu erreichende und kombinierte Therapieoptionen in Anspruch zu nehmen.“

Das UniversitätsCentrum für Gesundes Altern
Das UCGA gliedert sich in die interdisziplinäre geriatrische Ambulanz und die stationäre interdisziplinäre Akutgeriatrie. Um altersspezifische Erkrankungen optimal zu behandeln und präventive Ansätze einzubringen, arbeiten vor allem die Ambulanz für Osteoporose im Bereich Endokrinologie und Stoffwechsel, die Universitäts-Gedächtnisambulanz sowie die Universitätsambulanz für Bewegungsstörungen interdisziplinär zusammen. Diese Kooperation wird bei Bedarf um Experten weiterer Fachbereiche ergänzt. In Forschung und Lehre liegt der Schwerpunkt des UCGA auf der Erforschung des Alterns von Knochen und Gehirn mit dem Ziel, altersbedingte Mechanismen aufzuschlüsseln.


Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Neue Werkstoffe, Photovoltaik und Nanotechnologie, Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.