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23 Februar

Dresdenr Forschungsprojekt FlexEO: Hilfe für chronisch Kranke

Die Technische Universität Dresden (TUD) und die Anvajo GmbH, eine studentische Ausgründung der TUD, führen gemeinsam das Telemedizin-Projekt „FlexEO – Auf flexibler Elektronik und Optik basierendes tragbares Gerät zur in vivo Spektrometrie von Blutbestandteilen für die Telemedizin“ durch. Sachsens...
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Die Technische Universität Dresden (TUD) und die Anvajo GmbH, eine studentische Ausgründung der TUD, führen gemeinsam das Telemedizin-Projekt „FlexEO – Auf flexibler Elektronik und Optik basierendes tragbares Gerät zur in vivo Spektrometrie von Blutbestandteilen für die Telemedizin“ durch. Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch überbrachte dafür heute zwei Fördermittelbescheide über insgesamt 722.415,12 Euro. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Mit dem neuen Gerät zur Analyse von Blutbestandteilen wird der Grundstein für die telemedizinische Überwachung chronisch Kranker gelegt“, sagte Staatsministerin Barbara Klepsch anlässlich der Übergabe des Zuwendungsbescheides. „Ziel der Staatsregierung ist es, Telemedizin zu fördern, damit ein Mehrwert für Arzt und Patienten entsteht.“

Die Förderung des Projektes unterstreicht die Schwerpunktsetzung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) im Bereich Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme.

„Wir wollen ein tragbares Gerät entwickeln, das außerklinisch und nicht-invasiv Blutbestandteile und Parameter des Herz-Kreislauf-Systems analysieren kann“, erklärt Stefan Fraedrich von der Anvajo GmbH das Projektziel. „Das wäre ein großer Schritt hin zu einer praxistauglichen Telemedizin. Denn durch die Untersuchung des Blutes und des Herz-Kreislauf-Systems können viele Krankheiten spezifiziert und überwacht werden“, ergänzt seine Kollegin Verena Kretschmann. 

„Das Kernstück der nicht-invasiven Messung haben wir in den letzten drei Jahren am Institut für Aufbau- und Verbindungstechnik der Elektronik (IAVT) der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik (EuI) entwickelt: ein optisches Mikrospektrometer, mit dessen Hilfe Licht in seine spektralen Bestandteile zerlegt und analysiert werden kann“, so Franz Schröder, Anvajo GmbH. Dieses Mikrospektrometer ist so klein, dass es leicht in einen Fingerclip oder ein tragbares Gerät integriert werden kann.

Das Mikrospektrometer soll in ein tragbares Gerät eingebettet werden, welches teilweise auf flexibler Elektronik basiert. Wissenschaftler am IAVT der TUD werden dieses Gerät entwerfen. Aufgrund der flexiblen Elektronik werden sich die Sensoren des Gerätes an die Anatomie des Trägers anpassen können. Somit werden die verschiedenen Sensoren im Gerät optimal zur Körperoberfläche hin ausgerichtet. Das wird zu einer deutlichen Verbesserung der Messqualität im Vergleich zu herkömmlichen Methoden führen. Neuartige Algorithmen sollen außerdem den pulsierenden Blutanteil im menschlichen Gewebe berücksichtigen. So sollen bisher nicht messbare Blutbestandteile nicht-invasiv bestimmt werden können. Die dafür benötigte Software wird im Rahmen des Projekts am Institut für Biomedizinische Technik der Fakultät EuI entwickelt.

Mit Hilfe des Gerätes und dessen neuer Messtechnik sollen konventionelle Messmethoden qualitativ entscheidend verbessert werden, um eine flächendeckende, telemedizinische Überwachung und Versorgung von chronisch erkrankten Menschen (wie z. B. Patienten mit obstruktiven-Schlafapnoe-Syndrom oder Diabetes Mellitus) im häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

Die Projektlaufzeit von FlexEO umfasst insgesamt drei Jahre; im Dezember 2019 soll das Projekt abgeschlossen werden.

Hintergrund zur EFRE-Förderung des SMS:
Dem SMS stehen im Zeitraum von 2014–2020 Fördermittel in Höhe von rund 28 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft zur Verfügung. Mit der EFRE-Förderung trägt der Freistaat Sachsen dazu bei, die demografische Entwicklung in Sachsen zu bewältigen und die sächsische Gesundheits- und Pflegewirtschaft nachhaltig zu stärken.

Die Förderung zielt auf innovative Maßnahmen ab, die durch die Vernetzung der Angebote und die Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien auf die Herausforderungen des demografischen Wandels im Gesundheits- und Pflegesektor mit einem erheblich steigenden Bevölkerungsanteil älterer Menschen, mit zunehmendem Fachkräftemangel im Bereich der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie steigenden Kosten dieser Versorgung reagieren.

Gegenstand der Förderung sind E-Health-Maßnahmen, d. h. moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, durch die Abläufe im Gesundheitswesen verbessert und die Bürger, Patienten, Gesundheits- und Pflegedienstleister miteinander vernetzt werden. Weiterhin gefördert werden Anwendungen des Ambient Assisted Living (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben - AAL) aus verschiedenen Technologiefeldern, die es ermöglichen, unterschiedliche Dienstleistungsbereiche, insbesondere medizinische Dienstleistungen, Pflegeleistungen, Wohnen, Bewirtschaftung, Mobilität, wechselseitig zu vernetzen und interdisziplinäre, innovative Lösungen für die ambulante Versorgung älterer Menschen zu entwickeln.

Zuwendungsempfänger sind private, freigemeinnützige und öffentliche Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sofern diese vorhabenbezogen mit Unternehmen zusammenarbeiten.


23 Februar

Studie der TU Dresden zur Telemedizin in Sachsen

Dritte Sitzung des Fachbeirates zu Fragen der Digitalisierung im Gesundheitswesen Staatsministerin Barbara Klepsch sagte anlässlich der dritten Sitzung des sächsischen eHealth-Beirat: »Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist eine wichtige Ergänzung zur bestehenden medizinischen Versorgung. Damit...
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Dritte Sitzung des Fachbeirates zu Fragen der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Staatsministerin Barbara Klepsch sagte anlässlich der dritten Sitzung des sächsischen eHealth-Beirat: »Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist eine wichtige Ergänzung zur bestehenden medizinischen Versorgung. Damit telemedizinische Anwendungen den Weg in die Praxis finden, brauchen wir eine funktionierende Regelfinanzierung. Wir begrüßen Innovationen in Sachsen, die mit unseren unterschiedlichen Partnern umgesetzt werden. Im sächsischen eHealth-Beirat haben wir alle kompetenten Ansprechpartner an einem Tisch.«

Der Beirat beschäftigte sich in seiner Sitzung u. a. auch mit der Studie der TU Dresden »Telemedizin Sachsen. Bestandsaufnahme zu Einsatz, Bedarfen und Barrieren aus der Sicht von Ärzten und Klinikleitungen«. »Die Studie zeigt deutlich, dass unsere Ärzteschaft offen und aufgeschlossen gegenüber der Telemedizin ist. Gleichwohl gilt es, Barrieren aus dem Weg zu räumen, um die neuen Technologien im Sinne der Patienten und einer verbesserten medizinischen Versorgung einzusetzen.«

Hintergrund:
Im eHealth-Beirat des SMS wirken Vertreter des Freistaates, der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, der Heilberufekammern sowie ausgewählte Verbände mit. Zentral ist die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Sachsen vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Der Beirat kommt im Turnus von 4 bis 5 Monaten zusammen und fördert den kontinuierlichen Austausch zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen zwischen den Partnern im Gesundheitssystem. Ziel ist es, ein Netzwerk zu etablieren, welches sowohl als Beratergremium für das sächsische Gesundheitsministerium fungiert als auch die Akzeptanz der Telemedizin in der Öffentlichkeit erhöht.


23 Februar

Dresdner Forscher stellen neues Verständnis für zelluläre Mechanismen im Typ 1 Diabetes vor

T-Zellen in Neugeborenen weisen darauf hin, wer später an Typ 1 Diabetes erkranken wird. Die Forschergruppe um Prof. Ezio Bonifacio, Gruppenleiter und Direktor am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Exzellenzcluster an der Technischen Universität Dresden, sowie Gruppenleiter am...
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T-Zellen in Neugeborenen weisen darauf hin, wer später an Typ 1 Diabetes erkranken wird. Die Forschergruppe um Prof. Ezio Bonifacio, Gruppenleiter und Direktor am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Exzellenzcluster an der Technischen Universität Dresden, sowie Gruppenleiter am DZD-Paul Langerhans Institut Dresden, stellt ein neues Verständnis für zelluläre Mechanismen im Typ 1 Diabetes vor. Grundlage dazu sind Untersuchungen an Neugeborenen, die ein hohes Risiko haben, an Diabetes Typ 1 zu erkranken. Ärzte beobachten aktuell einen zunehmenden Anstieg von Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. In Deutschland leiden etwa 4 von 1000 Personen an dieser Autoimmunkrankheit.

Ein Typ 1 Diabetes tritt ein, wenn das körpereigene Immunsystem diejenigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, die Insulin produzieren. Bei Kindern, die ein genetisches Risiko zur Erkrankung an Typ 1 Diabetes haben, beginnt dieser Prozess für gewöhnlich bereits in der Kindheit. Festgestellt wird die Erkrankung dabei über Antikörper im Blut, welche sich gegen Proteine in der Bauchspeicheldrüse richten. Jedes Jahr gibt es etwa 2300 neue Typ 1 Diabetes Fälle in Deutschland. Diese Zahl hat sich in den letzten zwölf Jahren sogar verdoppelt. Während es eine genetische Untersuchung erlaubt, Kinder mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko zu identifizieren, versuchen Forscher weltweit noch immer herauszufinden, weshalb die Krankheit bei einigen dieser Kinder ausbricht und bei anderen nicht.

In der hier vorgestellten Studie haben die Forscher das Immunsystem von sechs Monate alten Kindern, die ein erhöhtes Risiko haben, an Typ 1 Diabetes zu erkranken, genauer untersucht. Hierbei wurde auf Daten einer Studie von der Professorin Anette-G. Ziegler (Helmholtz Zentrum München) zurückgegriffen. Eine Gruppe dieser Kinder entwickelte beim Heranwachsen Autoantikörper, die typisch für Typ 1 Diabetes sind – während andere Kinder diese nicht entwickelten. Als die Dresdner Wissenschaftler nun T-Zellen dieser Kinder mit Bauchspeichelproteinen anregten, konnten sie einen spezifischen Typ aggressiver T-Zellen identifizieren (TFH-TH1-TH17). Diese wurden nur bei den Kindern nachgewiesen, die später positiv auf Antikörper getestet wurden. Diese T-Zellen entwickelten sich zu vollständig aktivierten TH1 Zellen weiter, nachdem die Kinder positiv auf Antikörper getestet wurden.

„Unsere Erkenntnisse zu den Zellen dieser sehr jungen Kinder sind faszinierend. Es ist das erste Mal, dass wir so früh im Leben von Kindern, die einen Typ 1 Diabetes entwickeln, einen molekularen Unterschied im Immunsystem präzise feststellen konnten. Diese bemerkenswerten Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Immunsystem bereits schon sehr früh falsch programmiert ist, sei es genetisch oder durch Umwelteinflüsse. Unsere Aufgabe ist es nun, herauszufinden, wie wir das Immunsystem umprogrammieren können, bevor es beginnt, gegen die Insulin produzierenden Zellen zu arbeiten. Wir hoffen, dass uns die Freder1k-Studie und unsere Präventionsstudien hierbei helfen werden“, erklärt Prof. Ezio Bonifacio.

„Wir waren in der Lage, diese seltenen Zellen dank anspruchsvollen, am CRTD entwickelten Methoden, zu finden. Wir versuchen nun genau zu verstehen, was diese Zellen tun und wie sie entstehen“, sagt Dr. Anne Eugster, Wissenschaftlerin am CRTD (Bonifacio Gruppe).

„Wir sind begeistert über die Möglichkeit, dieses Wissen zur Entwicklung präventiver Therapien (wie unserer Impfstrategie) zu nutzen“, kommentiert Professorin Anette-G. Ziegler.

Über das CRTD
Das 2006 gegründete Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der Technischen Universität konnte sich in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative erneut als Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum durchsetzen. Ziel des CRTD ist es, das Selbstheilungspotential des Körpers zu erforschen und völlig neuartige, regenerative Therapien für bisher unheilbare Krankheiten zu entwickeln. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums konzentrieren sich auf Hämatologie und Immunologie, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen sowie Knochenregeneration. Zurzeit arbeiten acht Professoren und zehn Forschungsgruppenleiter am CRTD, die in einem interdisziplinären Netzwerk von über 90 Mitgliedern sieben verschiedener Institutionen Dresdens eingebunden sind. Zusätzlich unterstützen 21 Partner aus der Wirtschaft das Netzwerk. Synergien im Netzwerk erlauben eine schnelle Übertragung von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in klinische Anwendungen.


21 Februar

Terahertz-Forscher treffen sich zum TELBE-Nutzermeeting am HZDR

43 Terahertz-Forscher aus den Material- und Lebenswissenschaften von insgesamt 15 Universitäten und Forschungseinrichtungen kamen für das 2-tägige „TELBE-Nutzertreffen 2017“ am 16. und 17. Februar an das HZDR. Sie konnten zudem an einem von zwei Satellitenworkshops teilnehmen. Die regelmäßig stattfindenden...
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43 Terahertz-Forscher aus den Material- und Lebenswissenschaften von insgesamt 15 Universitäten und Forschungseinrichtungen kamen für das 2-tägige „TELBE-Nutzertreffen 2017“ am 16. und 17. Februar an das HZDR. Sie konnten zudem an einem von zwei Satellitenworkshops teilnehmen. Die regelmäßig stattfindenden Nutzertreffen haben den Zweck, die Terahertz-Nutzeranlage TELBE am ELBE-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen optimal auf die Anforderungen der Anwender auszurichten.

Am ersten und zweiten Tag diskutierten die Teilnehmer die Resultate aus zurückliegenden Nutzerexperimenten sowie neue experimentelle Ideen, um darauf basierend Vorschläge für die nächsten Entwicklungsschritte der experimentellen Aufbauten zu erarbeiten. Die Vorträge und Diskussionen wurden in vier verschiedene Sessions gegliedert, die die große Bandbreite der TELBE-Anlage zeigen:
  • Beschleunigerforschung und Entwicklung
  • Magnetismus
  • Festkörper und Techniken
  • Flüssigkeiten

Satellitenworkshops am zweiten Tag adressierten Perspektiven für zukünftige Aktivitäten am Standort. Im Workshop „DALI – Towards a Future High-field THz Facility in Dresden“ wurden Ideen für eine neue große Infrastruktur für die Forschung mit Terahertz- und Infrarotstrahlung vorgestellt und die optimalen Parameter einer solchen Anlage mit den TELBE Nutzern diskutiert. Der zweite Workshop „Lifescience Applications of High-field THz pulses“ am Nachmittag hatte das Ziel das Potenzial für die Anwendung von Terahertz-Pulsen, wie sie an der TELBE-Anlage erzeugt werden können, für die Lebenswissenschaften zu eruieren.


17 Februar

Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden erhält Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2016

Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, hat heute in Berlin u.a. das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2016 ausgezeichnet. Das BMWi zeichnet...
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Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, hat heute in Berlin u.a. das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2016 ausgezeichnet. Das BMWi zeichnet mit dem Deutschen Rohstoffeffizienzpreis herausragende Beispiele rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierter Forschungsergebnisse aus.

Das ITM hat den Preis für das erfolgreich etablierte Forschungsvorhaben „Rohstoffeffiziente Verwertung von recycelten Carbonfasern durch Entwicklung einer Technologie zur industriellen Fertigung von Hybridgarnen für den Einsatz in hochbelastbaren CFK-Bauteilen“ erhalten. Faserverbundwerkstoffe auf Basis von Carbon-Garnen zeichnen sich durch hervorragende Festigkeit und Steifigkeit aus und bilden die Basis für den Leichtbau in den Bereichen Luftfahrzeug-, Fahrzeug-, Schiffs-, Maschinen- sowie Anlagenbau. Derzeit werden bereits erfolgreich, Produktionsabfälle und genutzte Faserkunststoffverbunde wiederaufbereitet und somit recycelte Carbonfasern für die Fertigung neuer Produkte bereitgestellt, jedoch wird das Leistungsvermögen bei weitem nicht ausgeschöpft.

Wissenschaftlern des ITM ist es unter der Federführung von Herrn Dr.-Ing. Anwar Abdkader, Forschungsgruppenleiter am ITM, erfolgreich gelungen, die Verfahrensstufen zur Aufbereitung und Verarbeitung der außerordentlich spröden Carbon-Fasern für neue Verbundwerkstoffe weiterzuentwickeln und zu optimieren. Derzeit wird zusammen mit renommierten Industriepartnern eine Prozesskette zur Entwicklung und Umsetzung von neuartigen Garnkonstruktionen aus recycelten Carbonfasern (rCF) am ITM aufgebaut. Mit einer sogenannten Spezialkrempelanlage werden die recycelten Fasern aufgelöst, vereinzelt und zu einem breiten gleichmäßigen Band zusammengeführt. Anschließend können daraus auf Basis verschiedener Spinntechnologien neuartige Hybridgarnkonstruktionen aus gleichmäßig vermischten recycelten Carbon- und Thermoplastfasern gefertigt werden.

Professor Dr. Chokri Cherif, Institutsdirektor des ITM und im November 2016 mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ausgezeichnet, blickt mit voller Stolz auf die Verdienste seiner Forschungsaktivitäten am Institut: „Ich freue mich gemeinsam mit meinen wissenschaftlichen Mitarbeitern und Doktoranden über diese Auszeichnung und bin sehr glücklich, dass die am ITM angesiedelten fundierten und industrienahen Forschungsarbeiten mit recycelten Carbonmaterialien zu einem weiteren wissenschaftlichen Erfolg für das ITM geführt haben.“


15 Februar

Telemedizinprojekt zur verbesserten Schlaganfallversorgung von TU Dresden, Universitätsklinikum Dresden und Carus Consilium Sachsen wird gefördert

Mit Zuwendungen in Höhe von insgesamt 589.664,79 Euro fördert das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) das Telemedizin-Projekt »Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen (INAN-SOS)« aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung...
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Mit Zuwendungen in Höhe von insgesamt 589.664,79 Euro fördert das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) das Telemedizin-Projekt »Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen (INAN-SOS)« aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Bei dem Projekt handelt es sich um ein Kooperationsprojekt von Technischer Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Carus Consilium Sachsen GmbH.

„Die sektorenübergreifende Versorgung von Schlaganfallpatienten durch das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen gehört zu den Vorzeigeprojekten im Bereich Telemedizin im Freistaat Sachsen“, sagt Frau Staatssekretärin Andrea Fischer anlässlich der Übergabe der Zuwendungsbescheide. „Durch dieses Projekt wird es gelingen, die Nachsorge der Patienten mit Schlaganfall mittels Telemedizin weiter zu verbessern. Die Patientenrechte stehen bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen im Fokus unserer Arbeit.“ Die Förderung des Projektes unterstreicht die Schwerpunktsetzung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) im Bereich Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme.

Ziel des Projektes »Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen (INAN-SOS)« ist es, das bereits etablierte sektorenübergreifende Versorgungsnetzwerk zur Nachversorgung von Schlaganfallpatienten in Ostsachsen technisch weiter auszubauen. Es ermöglicht erstmals die telemedizinische Anbindung von Haus- und Fachärzten sowie weiteren Stellen der ambulanten Nachsorge an das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen (SOS-NET). Damit umfasst das SOS-NET die gesamte Schlaganfall-Versorgungskette – von der integrierten, technologisch unterstützten Akutversorgung bis zur ambulanten Nachsorge.

Das Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk (SOS-NET) hat sich über den sächsischen Raum hinaus zu einer Referenzanwendung für die Versorgung des akuten Schlaganfalls im stationären Bereich entwickelt. Das Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum bietet kooperierenden Kliniken im Raum Dresden und in Ostsachsen über das SOS-NET eine telemedizinische Beratung für Schlaganfallpatienten an.

Darauf aufbauend wurde mit dem Nachsorgeprojekt SOS-CARE, ein integrierter Versorgungspfad entwickelt, durch den eine sektorenübergreifende, qualitätsgesicherte Schlaganfallnachsorge durch speziell ausgebildeter Case Manager bis in den ambulanten Bereich erfolgt. Technische Unterstützung bietet dabei die IT-Plattform „CCS Telehealth Ostsachsen“ mit der telemedizinischen Anwendung „Tele-Stroke“.

„Unter konsequenter Einbindung der bestehenden Telehealth Ostsachsen-Plattform schaffen wir eine nützliche Versorgungslösung für Patienten, die moderne Infrastrukturen nutzt und die eine Vernetzung bis in die Arztpraxen ausbaut“, so Dr. Olaf Müller, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH. Axel Wehmeier, Leiter Telekom Healthcare Solutions, begrüßt dieses Ansinnen ausdrücklich. „Die Nutzung der durch die THOS grundsätzlich geschaffenen Möglichkeiten durch weitere innovative Ansätze bei der Versorgung von Patienten entspricht sehr unseren Zielsetzungen.“

Aktuell ist dieser Versorgungspfad in Akut- und Rehakliniken technisch umgesetzt. Haus- und Fachärzte sowie weiter behandelnde Fachgruppen (Logopäden, Pflegebereich oder Physiotherapie) sind bislang technisch nicht angebunden, was zu Informations- und Dokumentationsverlusten führt.

In dem Projekt „Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen (INAN-SOS)“ soll deshalb der bereits bestehende technisch unterstütze Betreuungspfad um ein Modul für die ambulante Nachbetreuung auf der IT-Plattform „CCS Telehealth Ostsachsen“ ausgeweitet werden, um die Versorgung von Schlaganfallpatienten im Freistaat Sachsen weiter zu verbessern.

„Durch die Anbindung niedergelassener Ärzte an die Telemedizinplattform CCS-Telehealth Ostsachsen können Patienten zukünftig noch besser wohnortnah versorgt werden “, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Insbesondere in den ländlichen Räumen wird sich die Versorgungssituation nachhaltig verbessern. Spitzenmedizin kommt ab sofort zu den Menschen und nicht mehr umgekehrt.“ Neben dem Universitätsklinikum Dresden mit der Klinik für Neurologie, ist die TU Dresden mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Systementwicklung wichtiger Partner des Projekts: "Mit dem Projekt INAN-SOS zur integrierten Schlaganfallversorgung leistet Sachsen einen weiteren Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens und entwickelt sich mehr und mehr zum Treiber der digitalen Transformation in Deutschland. Damit erschließt sich Sachsen weiter einen Zukunftsmarkt", erklärt Lehrstuhlinhaber Prof. Werner Esswein.

Der Aufbau der IT-Plattform „CCS Telehealth Ostsachsen“ durch die Carus Consilium Sachsen GmbH und das Unternehmen T-Systems International GmbH wurde mit insgesamt 9,8 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Landesmitteln gefördert. Das Vorhaben „CCS Telehealth Ostsachsen“ war das größte geförderte Projekt im Programm des SMS zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheitswirtschaft in der Förderperiode 2007 bis 2013.


14 Februar

Japanischer Sensortechnik-Spezialist Nagano Keiki kündigt neue Investition in Dresden an

"Wir sind seit drei Jahren mit Jade in Sachsen aktiv und fühlen uns am Standort sehr wohl. Wir wollen Dresden zum Kompetenzzentrum für Drucksensoren für die Automobilindustrie ausbauen und planen weitere Investition bei Ihnen“, verkündete der Nagano Keiki-Präsident Shigeo Yoda bei einem Besuch des sächsischen...
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"Wir sind seit drei Jahren mit Jade in Sachsen aktiv und fühlen uns am Standort sehr wohl. Wir wollen Dresden zum Kompetenzzentrum für Drucksensoren für die Automobilindustrie ausbauen und planen weitere Investition bei Ihnen“, verkündete der Nagano Keiki-Präsident Shigeo Yoda bei einem Besuch des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig. Dieser besuchte das Unternehmen an dessen Hauptsitz in Tokio im Rahmen seiner Japan-Reise.

Der Sensortechnik-Spezialist Nagano Keiki beschäftigt weltweit über 2.100 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 375 Millionen Euro. Seit 1995 sind die Japaner in Sachsen aktiv. So ist Nagano Keiki nicht nur an der ADZ Nagano GmbH mit Sitzen in Ottendorf-Okrilla und Dresden (110 Mitarbeitern) beteiligt, sondern gründete auch zusammen mit der Dresdner Sensorfirma „Intelligente Sensorsysteme Dresden“ (i2s) das Joint Venture Jade Sensortechnik GmbH in Dresden, das mittlerweile rund 15 Mitarbeiter beschäftigt.


14 Februar

Fraunhofer IWS Dresden kooperiert mit starkem Forschungspartner in Singapur

Das Fraunhofer IWS Dresden und das Institut für Fertigungstechnik Singapur (SIMTech) unterzeichneten eine Absichtserklärung über die internationale Zusammenarbeit auf den Gebieten der Laserunterstützten Generativen Fertigung und harten diamantähnlichen Beschichtungen. SIMTech ist eine nationale Forschungseinrichtung...
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Das Fraunhofer IWS Dresden und das Institut für Fertigungstechnik Singapur (SIMTech) unterzeichneten eine Absichtserklärung über die internationale Zusammenarbeit auf den Gebieten der Laserunterstützten Generativen Fertigung und harten diamantähnlichen Beschichtungen.

SIMTech ist eine nationale Forschungseinrichtung mit Sitz in Singapur, die von der Agentur für Wissenschaft, Technologie und Forschung (»A*STAR«) finanziert wird. Die Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer IWS und SIMTech begann 2016 mit einer SIMTech-Visiting-Fellowship von Prof. Christoph Leyens, Direktor und Geschäftsfeldleiter Generative Fertigung am Fraunhofer IWS in Dresden. »Mit der Absichtserklärung erreicht unsere Zusammenarbeit die nächsthöhere Intensitätsstufe«, führt Prof. Leyens aus. »Die Zusammenarbeit mit einer weltweit führenden Institution in Singapur öffnet uns neue Horizonte in den bedeutenden Geschäftsfeldern Generative Fertigung und Beschichtungstechnik – sowohl aus wissenschaftlicher als auch anwendungsorientierter Sicht.«

Singapur bietet als internationales Zentrum der Luft- und Raumfahrt ein riesiges Marktpotential für diese Technologien. Durch das A*STAR-Luft- und Raumfahrt-Programm ist das SIMTech eng mit der Industrie und dem Energie- und Transportsektor verbunden. Fraunhofer IWS wiederum ist ein international führendes Institut auf den Gebieten Laser-Materialbearbeitung sowie Oberflächen- und Beschichtungstechnik, mit der Aufgabe, innovative Entwicklungen und Lösungen für die Industrie bereitzustellen. »Die Zusammenarbeit mit Fraunhofer IWS wird zur schnelleren Vermarktung unserer Forschungsergebnisse und zur Entwicklung der Kooperation mit den Akteuren aus der Industrie in Singapur und weltweit beitragen«, erklärt Dr. Jun Wei, Gruppenleiter am SIMTech.

Die generative Fertigung aus Metallen, Keramiken und Polymeren mit Hilfe verschiedener Prozesse ist seit einigen Jahren ein Hauptforschungsschwerpunkt am Fraunhofer IWS. Das Anwendungsgebiet erstreckt sich dabei von der Luft- und Raumfahrt über die Medizin- und Energietechnik bis hin zum Automobil-, Maschinen- und Werkzeugbau. Das Fraunhofer IWS betreibt gemeinsam mit der TU Dresden ein einzigartiges Innovationszentrum für Generative Fertigung.

Diamantähnliche Beschichtungen sind in der Industrie bereits weit verbreitet. Wasserstofffreie DLC-Schichten zeigen nochmals bessere Leistungseigenschaften. Die Beschichtungen werden nach dem am Fraunhofer IWS entwickelten Laser-Arc-PVD-Verfahren hergestellt. „Unsere Schichten sind deutlich härter und weisen durch hochmoderne Beschichtungslösungen verbesserte Reibeigenschaften auf«, berichtet Prof. Andreas Leson, Geschäftsfeldleiter PVD- und Nanotechnologie am Fraunhofer IWS. »Da Reibung und Verschleiß faktisch überall auftreten, ist das Interesse an unseren innovativen Beschichtungen enorm«. Die Erfolgsstory in der Beschichtungstechnik wurde mit der Verleihung des renommierten Joseph von Fraunhofer-Preises gewürdigt.


13 Februar

Dresdner Uniklinikum nutzt Augensteuerung für Studie zum Locked-in-Syndrom

Eine aktuelle Studie der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden belegt, dass Patienten, die im fortgeschrittenen Stadium der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) unter dem Locked-in-Syndrom (LIS) leiden, ihre Lebensqualität erheblich besser einschätzen als ihre nächsten Angehörigen....
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Eine aktuelle Studie der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden belegt, dass Patienten, die im fortgeschrittenen Stadium der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) unter dem Locked-in-Syndrom (LIS) leiden, ihre Lebensqualität erheblich besser einschätzen als ihre nächsten Angehörigen. Daraus folgern die Dresdner Wissenschaftler, dass sich Ärzte insbesondere bei Fragen zu lebenserhaltenden oder -ver­längernden Maßnahmen nicht uneingeschränkt auf den durch die Angehörigen geäußerten mutmaßlichen Willen der Betroffenen verlassen können.

Um die selbst empfundene Lebensqualität der LIS/ALS-Patienten zu ermitteln, haben die Dresdner Wissenschaftler erstmals moderne Systeme zur Augensteuerung von Computern genutzt. Dank moderner Remote-Eyetracker, die auch für Computerspiele eingesetzt werden, haben diese Patienten die Möglichkeit, mit der Bewegung ihrer Augen Computer zu steuern und auf diese Weise zu kommunizieren. Denn aufgrund ihres vollständig gelähmten Körpers ist es ihnen nicht mehr möglich, sich mit ihrer Stimme oder mit Gesten mitzuteilen. Die Studie erschien Mitte Januar im „Annals of Neurology“ (DOI: 10.1002/ana.24871).

Patienten mit Locked-in-Syndrom – zumeist Folge eines fortgeschrittenen Stadiums der ALS oder eines Schlaganfalls – sind fast vollständig gelähmt. Deshalb können sie trotz vollem Bewusstsein nicht mit Sprache oder durch Gesten, sondern nur durch Augenbewegungen kommunizieren. Lebensqualität und Wohlbefinden ließen sich deshalb nur unzureichend erheben. Bisher technisch möglich war dies nur über Suggestivfragen oder indirekt über das Befragen der Angehörigen. In die Studie zur Lebensqualität von Locked-in Patienten schlossen die Dresdner Forscher insgesamt 30 ALS-Patienten aus ganz Ostdeutschland ein. Sie wurden mittels neuester Augensteuerungs-Computer untersucht, die eine vollkommen eigenständige Beantwortung aller Fragen durch die Patienten ermöglichte. – Dabei ließ sich eine Einflussnahme durch Angehörige oder Untersucher ausschließen.

Unzureichende Kommunikationswege sorgen für Fehleinschätzungen
„Ohne die Technik des Eyetrackings war es bisher nur möglich, Suggestivfragen, also so genannte Ja-Nein-Fragen zu stellen, die durch Augenblinzeln oder durch indirekte Befragung der Angehörigen beantwortet werden konnten. Beides stellt keine unabhängige Befragung dar“, unterstreicht Prof. Hermann. Im Rahmen der Mitte Januar im renommierten Journal „Annals of Neurology“ unter dem Titel „Eyetracking-based assessment suggests preserved wellbeing in locked-in patients” (DOI: 10.1002/ana.24871) publizierten Untersuchung wurden die LIS-Patienten gebeten, ihre eigene Lebensqualität in einer Werteskala zwischen 0 und 100 Prozent einzuschätzen. Nach Auswertung aller Ergebnisse ermittelten die Forscher einen Durchschnittswert von 80 Prozent. Die Familienangehörigen dagegen bewerteten die Lebensqualität der ihnen nahestehenden Betroffenen lediglich mit 50 Prozent. Die gute Lebensqualität der Patienten scheint dabei auf Kosten einer reduzierten Lebensqualität der Angehörigen selbst zu gehen (60 Prozent). Die Befragten wurden mit neuesten Augensteuerungs-Computern untersucht, die eine vollkommen eigenständige Beantwortung aller Fragen ermöglichten, ohne dass Angehörige oder Untersucher Einfluss auf die Antworten nehmen konnten.

Weitere Auswertungen zeigten, dass sich die LIS-Patienten mit der eigenen Situation arrangiert haben. Sie akzeptieren, dass sie an einer schweren Krankheit leiden, wohingegen bei den Angehörigen das Verlustdenken im Vordergrund stand. „Das bedeutet, dass selbst die nächststehenden Angehörigen die eigentlichen Gefühle und Meinungen der Patienten falsch einschätzen“, erklärt Studienleiter Prof. Hermann. „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir als Behandler bei lebenserhaltenden oder -verlängernden Maßnahmen auch oder gerade LIS-Patienten selbst befragen müssen und uns nicht auf den mutmaßlichen, durch die Angehörigen geäußerten Willen verlassen dürfen“. Die Studie zeigte weiter, dass dies auch zu fatalen Fehlentscheidungen führen kann. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass neuartige Kommunikationstechnologien wie das Eyetracking viel zu spät verordnet werden. Damit haben die Patienten keine Chance, sich frühzeitig daran zu gewöhnen und damit eventuell Entscheidungen für lebensverlängernde Maßnahmen zu treffen.

Derzeit profitieren nur wenige LIS-Patienten von den Möglichkeiten der Eyetracking-basierten Kommunikation. Darunter ist Martina Bannies, die vor gut fünf Jahren die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose erhielt. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung ist sie heute nahezu vollständig gelähmt und auf künstliche Ernährung sowie Beatmung angewiesen. Trotzdem lebt sie weiterhin im familiären Umfeld: „Dank der Augensteuerung kann ich aktiv am Leben teilnehmen – sie gibt mir damit ein Stück Lebensqualität“, berichtet die 55-Jährige. Dank des Engagements ihres Ehemannes kann sie viele Möglichkeiten der Eyetracking-basierten Kommunikation nutzen: „In meinen Fall ist die Erfassung meiner Augenbewegungen mit einem Tablet-Computer verbunden, der Zugang zum Internet hat. So kann ich Mails schreiben, Termine ausmachen, Anfragen stellen oder Konzertbesuche organisieren“. Aber auch im alltäglichen Kontakt bedeutet die moderne, individuell konfigurierte Technologie erhebliche Vorteile: „Meine Pflegekräfte schätzen das auch – sie können sich mit mir unterhalten und wissen immer wie es mir geht“, so Martina Bannies.

In Anlehnung an die neue Studie überarbeitet die ALS-Patientin aus Großerkmannsdorf bei Dresden gerade ihre Patientenverfügung: „Ohne Augensteuerung wäre das Ganze nicht möglich und es zeigt, welche Bedeutung dieses Gerät für ALS Patienten hat“, sagt Martina Bannies, der es schon immer sehr wichtig war, kommunizieren zu können. Zum Ergebnis der Studie sagt sie: „Umso wichtiger ist es, deutlich zu machen, dass mein jetziges Leben lebenswert ist und dass ich mit dieser Technologie mein Leben aber auch mein Ende selbstbestimmt gestalten kann. Zugleich entlaste ich auch meine Betreuer und bringe sie nicht in Situationen, möglichweise falsche Entscheidungen zu treffen.“ „Die Studie zeigte aber genauso, dass wir Behandelnden den Patienten diese neuartigen Kommunikationstechnologien viel zu spät anbieten. Damit haben die Betroffenen gar nicht die Chance, sich daran zu gewöhnen, um sich eventuell dann doch für lebensverlängernde Maßnahmen zu entscheiden“, so Prof. Hermann. „Das heißt aber nicht, dass alle Patienten jetzt mit invasiver Beatmung und Augensteuerung versorgt werden müssen“, so Erstautorin Katharina Linse, die als Psychologin an der Klinik für Neurologie tätig ist. „Immer noch über 80 Prozent der Patienten lehnen dies heutzutage ab, was wir selbstverständlich respektieren. Darüber hinaus haben wir gelernt, dass wir nicht nur die Patienten sondern insbesondere auch die Angehörigen mitbehandeln beziehungsweise betreuen müssen. Wir werden daher zusammen mit der Klinik für Psychosomatik Angehörigenprogramme ins Leben rufen.“

Welches Potenzial jenseits der direkten Kommunikation im Eyetracking steckt, zeigt das Beispiel einer Würfel-App: Dank Eye-Tracking kann Martina Bannies mit der Familie und Freunden spielen. – Ein weiterer wichtiger Beitrag zu mehr Lebensqualität. Die Steuerungsmöglichkeiten haben weiteres Potenzial: Sie lassen sich bei vorhandener Infrastruktur zum Beispiel zur Bedienung von Jalousien oder Fernsehern nutzen.

GBA-Innovationsfonds fördert Folgestudie „EyeLLIS“
Im Rahmen einer Förderung des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) wird nun eine Folgestudie gefördert. Das Projekt „Eyetracking-basierte Erhebung der Lebensqualität von Patienten mit Locked-in-Syndrom“ (EyeLLIS) möchte herausfinden, welche Patienten von diesen Technologien profitieren, welche sich für lebenserhaltende sowie für -verlängernde Maßnahmen entscheiden und welche nicht.

Weitere Informationen
Die Studie „Eyetracking-based assessment suggests preserved wellbeing in locked-in patients” entstand in Kooperation mit Interactive Minds Dresden, einem „Spin-off“ der Ingenieur-Psychologie der Technischen Universität Dresden, welche diese Kommunikationstechnologie entwickelt hat. Sie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie von der sächsischen Roland-Ernst-Stiftung unterstützt.


10 Februar

GLOBALFOUNDRIES: Standort Dresden wird mit mehr als 1,5 Milliarden Euro ausgebaut

Dr. Rutger Wijburg, Senior Vice President und Geschäftsführer von GLOBALFOUNDRIES Dresden, erklärt den Ausbau des Dresdner GLOBALFOUNDRIES Standortes: "GLOBALFOUNDRIES Dresden setzt auf Wachstum. Ich freue mich sehr, dass wir von unserem Board of Directors grünes Licht für den Ausbau des Dresdner GLOBALFOUNDRIES...
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Dr. Rutger Wijburg, Senior Vice President und Geschäftsführer von GLOBALFOUNDRIES Dresden, erklärt den Ausbau des Dresdner GLOBALFOUNDRIES Standortes: "GLOBALFOUNDRIES Dresden setzt auf Wachstum. Ich freue mich sehr, dass wir von unserem Board of Directors grünes Licht für den Ausbau des Dresdner GLOBALFOUNDRIES Standortes bekommen haben. Mit einem großen Investitionsprogramm wollen wir bis 2020 unsere Produktionskapazität um 40% auf rund eine Million Wafer pro Jahr erhöhen." Die geplanten Investitionen werden laut aktueller Prognosen deutlich über anderthalb Milliarden Euro liegen.

Dr. Rutger Wijburg berichtet weiter: "Die Kapazitätserweiterung wird uns erlauben, mit den dringend benötigten Skalenvorteilen, den "economies of scale", unsere innovative Stromspartechnologie 22FDX® erfolgreich am Weltmarkt zu platzieren. Wir sehen vor allem in den Wachstumsmärkten Internet der Dinge (IoT), Automotive und mobile Kommunikation ideale Anwendungen für unsere FDSOI-Technologie, die äußerste Energieeffizienz mit hervorragenden Leistungen zu günstigen Kosten kombiniert.

Gleichzeitig hat Dresden den Zuschlag für die Entwicklung und Produktion der nächsten FDSOI-Technologie-Generation erhalten – 12FDX. Auch diese Entscheidung wird weitere beträchtliche Investitionen nach sich ziehen. Damit ist Dresden als der FDX-Leitstandort innerhalb des Konzerns gesetzt und wir werden in unserem deutschen Werk auch weiterhin den Technologie-Takt vorgeben.

Wir begrüßen ausdrücklich den Plan, künftig auch in China 22FDX-Chips zu produzieren. Zum einen verlangen unsere Kunden eine sogenannte "second source", das heißt, ein weiteres FDX-Werk außerhalb Dresdens. Zum anderen eröffnet uns eine Präsenz in China völlig neue Möglichkeiten, aus Dresden heraus den weltgrößten Halbleitermarkt zu adressieren. Keine andere Region der Welt hat einen vergleichbaren Bedarf nach innovativen Halbleiterprodukten. Wenn China jetzt auf 22FDX setzt, ist das eine sehr gute Nachricht für unser Werk."

GLOBALFOUNDRIES Dresden geht davon aus, dass die Kapazitätserweiterung innerhalb der bestehenden Produktionsreinräume ohne Baumaßnahmen und ohne großen Personalaufbau erfolgen kann. Für die Entwicklung der nächsten FDX-Generation werden aktuell rund 70 Technologen gesucht. GLOBALFOUNDRIES Dresden beschäftigt zurzeit rund 3400 Mitarbeiter.

Nach Abschluss von Gesprächen mit Land, Bund und EU Kommission wird das Unternehmen die Dresdner Investitionszahlen präzisieren. Sie werden deutlich über anderthalb Milliarden Euro liegen. Seit 1996 sind bereits rund 12 Milliarden Euro in den deutschen GLOBALFOUNDRIES Standort investiert worden." 

Über GLOBALFOUNDRIES
GLOBALFOUNDRIES ist ein führender Auftragsfertiger (Foundry) der Halbleiterindustrie. Dank einer überzeugenden Kombination von Design, Entwicklung und Fertigung zählt GLOBALFOUNDRIES viele der weltweit innovativsten Technologieunternehmen zu seinen Kunden. GLOBALFOUNDRIES verfügt über Produktionsstandorte auf drei Kontinenten. Dank seines umfangreichen Angebots macht GLOBALFOUNDRIES Technologien, Systeme und Anwendungen möglich, die den Kunden Wettbewerbsvorteile bringen und zur Transformation ganzer Industrien beitragen. GLOBALFOUNDRIES befindet sich im Besitz der Mubadala Investment Company.


08 Februar

Dresdner Forscher drucken die Welt von Morgen

In einem Festakt haben das Fraunhofer IWS Dresden und die Technische Universität Dresden am 7. Februar 2017 ihr gemeinsam betriebenes »Zentrum für Additive Fertigung Dresden (AMCD)« eingeweiht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen erforschen Werkstoffe und Verfahren...
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In einem Festakt haben das Fraunhofer IWS Dresden und die Technische Universität Dresden am 7. Februar 2017 ihr gemeinsam betriebenes »Zentrum für Additive Fertigung Dresden (AMCD)« eingeweiht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen erforschen Werkstoffe und Verfahren zur additiven Fertigung, einer innovativen Herstellungstechnologie, bei der Bauteile Schicht für Schicht entstehen. Hierdurch eröffnen sich völlig neue Horizonte bei der Bauteilgestaltung und der Kombination von Funktionen. So können beispielsweise bereits während der Herstellung elektrische Leiterbahnen und Sensoren in Bauteile hineingedruckt werden, die Auskunft über den Belastungszustand eines Produktes im späteren Betrieb geben.

Der 3D-Druck, wie die additive Fertigung von Produkten gerne auch genannt wird, hat längst den Schritt aus den Forschungslaboren der Wissenschaft in die industrielle Anwendung geschafft. Die Herstellung von Zahnkronen oder Implantaten für den Einsatz in der Medizin gehört heute bereits genauso zu den Einsatzfeldern der additiven Fertigung wie das Drucken von Flugzeugteilen. Eine Ruhepause für die Forscher bedeutet das aber lange noch nicht – im Gegenteil. »Das riesige Potential, das die additive Fertigung verspricht, kann nur gehoben werden, wenn Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn momentan nutzen wir nur einen Bruchteil der Möglichkeiten aus, die uns verfahrens- und werkstoffseitig zur Verfügung stehen«, sagt der Leiter des AMCD, Prof. Christoph Leyens. Der Werkstoffwissenschaftler ist Professor an der TU Dresden und gleichzeitig Institutsleiter am Fraunhofer IWS.

Das Team um Prof. Leyens koordiniert unter anderem das Großforschungsprojekt »AGENT-3D«, in dem mehr als 100 Partner aus Industrie und Forschung gemeinsam an der Lösung von Herausforderungen arbeiten, die im Zusammenhang mit der Einführung der additiven Fertigung in die industrielle Produktion stehen. Das Verbundvorhaben wird vom BMBF mit 45 Mio. Euro Fördermitteln unterstützt, hinzu kommen ca. 30 Mio. Euro, die von den beteiligten Industrieunternehmen aufgebracht werden. Darüber hinaus arbeiten die Forscher des Fraunhofer IWS und der TU Dresden mit Hochdruck an weiteren Forschungsprojekten und in Industriekooperationen, denn der internationale Wettbewerb um die besten Produktlösungen ist hoch. Prof. Eckhard Beyer, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IWS und Professor für Laser- und Oberflächentechnik an der TU Dresden, sagt zur Bedeutung der Forschungsarbeiten zur additiven Fertigung in Dresden: »Am Zentrum für Additive Fertigung Dresden werden die Fertigungstechnologien von Morgen entwickelt. Unser oberstes Ziel ist es, industrietaugliche Lösungen zu entwickeln und damit die Innovationskraft unserer Partner in der Wirtschaft zu stärken«.

Das AMCD zählt zu den größten Zentren seiner Art in Europa. Es wurde mit Mitteln der Fraunhofer-Gesellschaft und des Freistaats Sachsen errichtet. Das Innovationszentrum verfügt über die wichtigsten industriell relevanten Herstellungsverfahren für Metalle, Keramiken und Kunststoffe. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal liegt in der ausgeprägten Verfahrens- und Werkstoffkompetenz der beteiligten Forscher. Nur in der Kombination von Verfahrungsentwicklung und Werkstoff-Knowhow lassen sich innovative Produkte mittels 3D-Druck herstellen, die einerseits kostengünstig und andererseits auch zuverlässig sind. Eine für die Raumfahrt entwickelte Raketendüse (s. Bild) muss im Betrieb höchsten Belastungen standhalten. Kleine Fehler oder gar Risse dürfen bei der additiven Herstellung der Düse nicht auftreten, sie würden zum Ausschuss des Bauteils führen. Um mögliche Fehler aufzuspüren und Werkstoffe und Bauteile zu testen, stehen im AMCD umfangreiche Verfahren zur zerstörungsfreien Prüfung und für Belastungstest zur Verfügung. Das AMCD vereint die exzellente Expertise der TU Dresden in der Grundlagenforschung in den Bereichen Werkstoffwissenschaft und Fertigungstechnik mit der anwendungsorientierten Forschung des Fraunhofer IWS nun unter einem Dach.

»Für Sachsen hat die Einrichtung des Zentrums für Additive Fertigung Dresden eine herausragende Bedeutung«, sagte Staatsminister Dr. Fritz Jaeckel in seiner Rede anlässlich der Einweihung. »Spitzenforschung und die Entwicklung innovativer Technologien sind wichtige Voraussetzungen für die positive Weiterentwicklung des Freistaats, unserer Gesellschaft und unserer Unternehmen.« Der Prorektor der TU Dresden, Prof. Gerhard Rödel, sagt zur Bedeutung des Kooperationsmodells zwischen der Universität und dem Fraunhofer IWS: »Mit der Gründung des Zentrums für Additive Fertigung wird weithin sichtbar, wie unsere Forschungsallianz DRESDEN-concept funktioniert: durch wissenschaftliche Kooperation und Vernetzung der besten Köpfe«. DRESDEN-concept ist eine Allianz der TU Dresden mit forschungsstarken außeruniversitären Partnern in Dresden; sie war ein wichtiges Element bei der erfolgreichen Bewerbung der TU Dresden als Exzellenzuniversität.

Die Einweihung des AMCD fand am Vorabend des 2. Internationalen Symposiums für Additive Fertigung (ISAM 2017) statt, das am 8. und 9. Februar im Dresdner Kongresszentrum Gäste aus aller Welt empfängt. Auf Einladung des Fraunhofer IWS Dresden treffen sich mehr als 250 Experten für 3D-Druck, um in Fachvorträgen neuste Entwicklungen auf dem sich rasant entwickelnden Gebiet zu diskutieren. Alle Teilnehmer werden durch ein World Café – eine Art Speed Dating für Wissenschaftler – aktiv in die Diskussion einbezogen und können ihre Erfahrungen aus Forschung und Anwendung in kleinen Gruppen mit wechselnder Personenzusammensetzung austauschen.


07 Februar

TU Dresden unter den 100 innovativsten Universitäten weltweit

Die Technische Universität Dresden verfolgt das Ziel, sich in die Riege der 100 weltweit besten Universitäten hochzuarbeiten . Was ihre Innovationskraft angeht, ist ihr dies im Jahr 2016 bereits gelungen. Im Reuters-Ranking der 100 innovativsten Universitäten der Welt belegt sie Platz 82 und liegt damit auf...
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Die Technische Universität Dresden verfolgt das Ziel, sich in die Riege der 100 weltweit besten Universitäten hochzuarbeiten . Was ihre Innovationskraft angeht, ist ihr dies im Jahr 2016 bereits gelungen. Im Reuters-Ranking der 100 innovativsten Universitäten der Welt belegt sie Platz 82 und liegt damit auf Platz 4 unter den sieben deutschen Universitäten, die in diesem Spitzenfeld weltweit vertreten sind. Vor ihr sind die TU München, die Universität Erlangen/Nürnberg und die LMU München positioniert.

In die Methodik des Rankings fließen vor allem Publikationsleistungen und verschiedene Parameter rund um Patenanmeldungen ein, unter anderem die Anzahl an Patenten, die Erfolgsrate bei Patenanmeldungen, die Anzahl an globalen Patenten, die Zitationsrate von Patenten in anderen Patenten oder wissenschaftlichen Publikationen oder der Anteil von gemeinschaftlichen wissenschaftlichen Beiträgen mit der Wirtschaft.

„Wir wollen zu einer der weltweit ersten Adressen für Studium und Forschung werden“, so TUD-Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen. „In diese Mission investieren alle Mitglieder der Universität große Anstrengungen in ihrer täglichen Arbeit. Wir werden auf diesem Weg auch finanziell von Land und Bund, also dem Steuerzahler, unterstützt, unter anderem in der Exzellenzinitiative. Dieses Ranking-Ergebnis ist eine Bestätigung, dass sich diese Investitionen an Geist, Mut, Kraft und Geld auszahlen.“


07 Februar

Sächsische Wirtschaft setzt Wachstumskurs unbeirrt fort IHK – Geschäftsklimaindex mit neuer Bestmarke

Die sächsische Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresbeginn 2017 in einer sehr positiven und zuversichtlichen Verfassung. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen der sächsischen Unternehmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Demnach ist auch weiterhin ein dynamischer Konjunkturverlauf...
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Die sächsische Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresbeginn 2017 in einer sehr positiven und zuversichtlichen Verfassung. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen der sächsischen Unternehmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Demnach ist auch weiterhin ein dynamischer Konjunkturverlauf zu erwarten und die sächsische Wirtschaft dürfte 2017 auf Wachstumskurs bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern, an der sich 1860 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen und Verkehr mit mehr als 100 000 Beschäftigten beteiligten.

Der IHK-Geschäftsklimaindex, der die Einschätzung zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen in sächsischen Unternehmen gleichrangig berücksichtigt, steigt zum Jahresbeginn 2017 auf 130 Punkte und erreicht damit eine neue Bestmarke.

Insbesondere die Geschäftslage der Unternehmen kann zum Jahresbeginn 2017 überzeugen. 57 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage mit gut. Der Lagesaldo aus guten und schlechten Urteilen erreicht mit +51 Prozentpunkten einen neuen Höchststand. Ein Anstieg ist aktuell auch bei den Geschäftserwartungen der Unternehmen zu beobachten. Insgesamt rechnen neun von zehn Betrieben mit besseren oder gleichbleibenden Geschäften.


06 Februar

Dresdner Solarwatt zum wiederholten Mal als Topmarke im Photovoltaik-Bereich ausgezeichnet

Das renommierte Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hat das Dresdner Solarunternehmen zum wiederholten Mal als Topmarke im Photovoltaik-Bereich ausgezeichnet. Für Europa und speziell die Märkte Deutschland, Frankreich und die Niederlande erhielten die SOLARWATT-Solarmodule jeweils das...
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Das renommierte Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hat das Dresdner Solarunternehmen zum wiederholten Mal als Topmarke im Photovoltaik-Bereich ausgezeichnet. Für Europa und speziell die Märkte Deutschland, Frankreich und die Niederlande erhielten die SOLARWATT-Solarmodule jeweils das Siegel "Top Brand Photovoltaic 2017". Für seinen Stromspeicher MyReserve wurde SOLARWATT als "Top Brand Photovoltaic Storage 2017" ausgezeichnet. EuPD Research befragte für den "Global PV InstallerMonitor 2016/2017" mehr als 600 Installateure in Europa sowie 100 Handwerker in Australien. In den untersuchten Kategorien Markenbekanntheit, Weiterempfehlung und Distribution schneidet SOLARWATT erneut überdurchschnittlich gut ab.

"Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, da sie quasi direkt von den Installateuren kommt", sagt SOLARWATT-Geschäftsführer Detlef Neuhaus. "Der Direktvertrieb ist für uns seit Jahren der wichtigste Distributionsweg und essentiell für unseren Unternehmenserfolg. Deshalb liegt uns die Meinung der Handwerksbetriebe besonders am Herzen." Die Ergebnisse des Global PV InstallerMonitors belegen, dass die zunehmende internationale Ausrichtung des Dresdner Unternehmens immer mehr Früchte trägt. Bereits im Sommer 2014 übernahm SOLARWATT Kernbereiche der Centrosolar-Gruppe in Frankreich sowie den Benelux-Staaten. Auch in Italien ist das Dresdner Unternehmen sehr aktiv. "2017 werden wir die Internationalisierung unseres Unternehmens vorantreiben und weitere Märkte erschließen", so Neuhaus.

Über SOLARWATT:
Die 1993 gegründete und weltweit tätige SOLARWATT GmbH mit Sitz in Dresden ist einer der führenden deutschen Hersteller von Photovoltaiklösungen - von widerstandsfähigen, extrem langlebigen Glas-Glas-Solarmodulen bis hin zu intelligenten Energiemanagement- und Speichersystemen für den Privat- und Gewerbebereich. Trotz seines wachsenden Angebotsportfolios hält das Unternehmen, das mittlerweile international 300 Mitarbeiter beschäftigt, an seinen Prinzipien fest: Alle Produkte werden in Deutschland hergestellt und überzeugen durch Premiumqualität. Seit 2013 kooperiert SOLARWATT mit BMW im Rahmen des "360° Electric"-Programms für effiziente Elektromobilität. Seit 2015 ist SOLARWATT im Bereich Stromspeicher Kooperationspartner von E.On.


06 Februar

Dresdner Software-Spezialist Robotron erweitert sein Portfolio in der Energiewirtschaft

Die Robotron Datenbank-Software GmbH und die Verisae GmbH gehen eine Vertriebs- und Implementierungspartnerschaft im Bereich Workforce Management ein. Der Dresdner Software-Spezialist für Datenbank-Lösungen Robotron erweitert sein Portfolio in der Energiewirtschaft und besiegelte zum Ende des Jahres 2016...
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Die Robotron Datenbank-Software GmbH und die Verisae GmbH gehen eine Vertriebs- und Implementierungspartnerschaft im Bereich Workforce Management ein.

Der Dresdner Software-Spezialist für Datenbank-Lösungen Robotron erweitert sein Portfolio in der Energiewirtschaft und besiegelte zum Ende des Jahres 2016 vertraglich die Zusammenarbeit mit der Verisae GmbH, einer Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Accruent LLC. Damit ist Robotron zukünftig Vertriebs- und Implementierungspartner für die Workforce-Management-Lösung von Verisae. Das Unternehmen bietet eine leistungsstarke, voll integrierbare und webbasierte Workforce-Management-Plattform für die Abwicklung und Optimierung aller Phasen hinsichtlich der Planung, Ausführung und Kontrolle beliebiger Außendiensttätigkeiten. Verisae unterstützt mit seinen Produkten bereits 66.000 Außendiensttechniker weltweit bei der Erledigung ihrer täglichen Aufgaben. „Insbesondere im Kontext des im vergangenem Jahr gesetzlich vorgeschriebenen Smart Meter Rollout, welcher Messdienstleister vor große logistische Herausforderungen stellt, sehen Robotron und Verisae großes Potential im deutschen Markt.", so Frank Hermel, Leiter für Strategie in der Energiewirtschaft bei Robotron. Insgesamt komplettiert die Workforce-Management-Lösung von Verisae das umfangreiche Lösungsportfolio der ‚Robotron-Energiemarkt-Suite‘ und stellt für beide Unternehmen und ihre Kunden einen echten Mehrwert dar.

Den erfolgreichen Auftakt für die Partnerschaft bietet die E-world energy & water in Essen vom 07. – 09.02.2017, bei der Verisae als Mitaussteller auf dem Robotron-Stand 248 in Halle 3 vertreten sein wird.

Über die Verisae GmbH
Die Verisae GmbH, ein Accruent-Unternehmen, ist ein führender US amerikanischer Anbieter von SaaS-Lösungen, welcher das Wartungs- und Servicenetz weltweit für Unternehmen in der Energiebranche, in der Telekommunikation, im Einzelhandel sowie im Service-Management-Sektor miteinander verbindet. Damit ermöglicht Verisae seinen Kunden unter Berücksichtigung der Unternehmensziele eine effiziente Anlagen- und Geräteverwaltung, eine optimierte Koordination der mobilen Arbeitskräfte sowie ökologische Nachhaltigkeit aufgrund minimierter Energieverbräuche.

Durch die Integration von Geschäftsinformationen und Prozessen auf einer gemeinsamen Datenplattform, hilft Verisae seinen Kunden bei der Geschäftsdatenanalyse und erleichtert damit das Treffen faktenbasierter Entscheidungen um Betriebskosten zu senken, die Kundenzufriedenheit sowie die Einnahmen zu steigern.

Robotron Datenbank-Software GmbH
Robotron ist ein anerkanntes, inhabergeführtes Software-Unternehmen für die Entwicklung Datenbank-gestützter Informationssysteme. In der Energiewirtschaft, der Industrie und der öffentlichen Verwaltung generiert das Unternehmen für seine Kunden Mehrwerte bei der effizienten Verwaltung und Auswertung sehr großer Datenmengen. Mit über 360 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 36,8 Mio. Euro.

Für Kunden in der Energiewirtschaft bietet Robotron mit seiner 'Robotron-Energiemarkt-Suite' ein einzigartiges Leistungsportfolio, das alle Marktrollen mit ihren jeweiligen Anforderungen abdeckt und kontinuierlich optimiert wird.


06 Februar

TU Dresden und Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme vergeben erstmals "Physik-Preis Dresden"

Am 6. Februar 2017, 16.30 Uhr wird am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS) erstmalig der „Physik-Preis Dresden“ von der TU Dresden und dem MPI-PKS verliehen. Der diesjährige Preisträger ist Professor Daniel P. Arovas von der University of California, San Diego. Zu diesem Anlass hält...
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Am 6. Februar 2017, 16.30 Uhr wird am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS) erstmalig der „Physik-Preis Dresden“ von der TU Dresden und dem MPI-PKS verliehen. Der diesjährige Preisträger ist Professor Daniel P. Arovas von der University of California, San Diego. Zu diesem Anlass hält Professor Arovas einen Preiskolloquiumsvortrag zum Thema "The Amplitude Mode in Condensed Matter: Higgs Hunting on a Budget".

Professor Arovas hat bahnbrechende Beiträge zur Festkörperphysik geleistet, insbesondere zur Theorie des Magnetismus und der Physik niedrigdimensionaler Systeme.

Nach dem Physikstudium an der Universität Princeton hat Professor Arovas in Santa Barbara an der University of California promoviert, woraufhin er in Chicago Postdoc war. Er war außerdem Visiting Professor in Princeton, Stanford und Haifa.

Der Physik-Preis Dresden, welcher von Professor Peter Fulde, dem Gründungsdirektor des MPI-PKS gestiftet wurde, wird dieses Jahr erstmals vergeben. Der/die Preisträger/in wird von einer gemeinsamen Kommission der TU Dresden und des MPI-PKS bestimmt, wobei neben dem zentralen Kriterium der wissenschaftlichen Exzellenz wichtig ist, dass seine/ihre Arbeiten für die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Institutionen von Bedeutung sind. In diesem Sinne verstärkt dieser Preis deren langjährige Kooperation, welche in letzter Zeit auch institutionell erweitert wurde, z.B. mit der Gründung des Dresden concept e.V. im Rahmen der Exzellenzinitiative.

Professor Arovas hat bestehende Kollaborationen mit Physikern von der TU Dresden, und sein Forschungsfeld hat großen Überlapp mit dem Sonderforschungsbereich „Korrelierter Magnetismus: Von Frustration zu Topologie", an dem Physiker und Chemiker aus der TU sowie mehreren außeruniversitären Forschungsinstituten in Dresden beteiligt sind.


06 Februar

Uniklinik Dresden schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen

Die UKD-Service GmbH, ein Tochterunternehmen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, nimmt am Montag, dem 16. Januar, ein neues, auf die Bedürfnisse von gehbehinderten Menschen umgebautes Gerät zur Fußbodenreinigung in Betrieb. Damit wird ein fester Arbeitsplatz für einen 26-Jährigen mit einer...
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Die UKD-Service GmbH, ein Tochterunternehmen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, nimmt am Montag, dem 16. Januar, ein neues, auf die Bedürfnisse von gehbehinderten Menschen umgebautes Gerät zur Fußbodenreinigung in Betrieb. Damit wird ein fester Arbeitsplatz für einen 26-Jährigen mit einer Gehbehinderung geschaffen. Um seine Einstellung zu ermöglichen, stand das Dienstleistungsnetzwerk für sächsische Unternehmen – support Sachsen – der UKD-Service GmbH zur Seite. Im Auftrag des Integrationsamtes Sachsen berät und unterstützt support Sachsen Arbeitgeber zu Förderleistungen und allen Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen.

Wenn Kay Kulig morgens um fünf Uhr auf der Fußboden-Reinigungsmaschine die Gänge des Diagnostisch-Neurologisch-Internistischen Zentrums abfährt, ist das für ihn die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Seit vier Jahren sucht er nach einer Arbeit, die er auch mit seiner eingeschränkten Mobilität gut ausführen kann. Dass er einen Arbeitsvertrag bei der UKD-Service GmbH unterschreiben konnte, ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Bettina Gacek vom Dienstleistungsnetzwerk support Sachsen und Merten Kionka, der als Prokurist der UKD-Service GmbH kontinuierlich nach motivierten und zuverlässigen Arbeitskräften sucht. Insgesamt arbeiten in diesem Tochterunternehmen des Dresdner Uniklinikums 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie arbeiten in der Gebäudereinigung, sind in der Küche des Klinikums ebenso tätig wie im Speisenservice auf den Stationen oder sie arbeiten im Botendienst. Derzeit beschäftigt die UKD-Service GmbH 25 Menschen mit Behinderungen, darunter eine Auszubildende. Prokurist Kionka schätzt an ihnen die hohe Motivation und Zuverlässigkeit, die sie tagtäglich im Klinikum unter Beweis stellen. „Als Arbeitgeber stehen wir zu unserer Verantwortung, Menschen mit Behinderungen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Das ist für uns nicht nur eine Pflicht. Vielmehr freuen wir uns, wenn es gelingt, im Universitätsklinikum oder in einer unserer Tochterunternehmen einen Menschen mit Einschränkungen dauerhaft zu beschäftigen. Sie danken uns dieses Engagement mit einer oft beeindruckenden Motivation und Einsatzbereitschaft. Damit tragen sie zum Erfolg der Hochschulmedizin Dresden bei“, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Wer unter physischen oder mentalen Einschränkungen leidet, hat es auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt nicht leicht: „Menschen mit Behinderung profitieren bisher wenig von der guten Lage am Arbeitsmarkt. Ihre Arbeitslosenquote ist fast doppelt so hoch wie die von nichtbehinderten Menschen“, sagt Bettina Gacek. Ihr Wissen um die berufliche Integration von Menschen ist die Basis der erfolgreichen Vermittlung wie des 26-Jährigen. Dabei geht es um Fördermöglichkeiten, Zuschüsse, Kündigungsschutz, Barrierefreiheit und mehr. Merten Kionka weiß das Know-how und das persönliche Engagement von Bettina Gacek zu schätzen: „Ohne ihre Unterstützung wäre es uns nicht möglich gewesen, so schnell, so weit zu kommen.“ Zunächst galt es erst einmal festzustellen, ob die Beschäftigung bei der UKD Service GmbH für Kay Kulig das Richtige ist. Dazu wurde er zum Probearbeiten eingeladen. Bereits mehrfach hat die UKD-Service GmbH dazu Menschen ins Klinikum eingeladen. Die ersten Tage endeten für den 26-Jährigen mit einer Enttäuschung. Eigentlich sollte er an den Waschmaschinen für Reinigung der Wischbezüge und Tücher eingesetzt werden. Doch das ständige Bücken belastete ihn auf Dauer zu sehr. In dieser Situation überlegte Merten Kionka, ob es Alternativen gibt, um einem so motivierten Menschen eine andere Einsatzmöglichkeit anbieten zu können. Die Lösung sind die selbstfahrenden Reinigungsmaschinen mit denen allmorgendlich die langen Gänge und Foyers der großen Klinikgebäude abgefahren werden.

„Arbeitsplätze lassen sich nicht per Gesetz verordnen“
Mit der Idee, für Kay Kulig eine seinen Möglichkeiten angepasste Reinigungsmaschine anzuschaffen, sprach der Prokurist Bettina Gacek an und bat sie um Unterstützung. Sie griff diese Idee gern auf: „Gesetze, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen fördern, gibt es viele. Die tatsächliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben vollzieht sich jedoch nicht primär in Gesetzbüchern, sondern im Denken und Handeln der Menschen. Arbeitsplätze lassen sich nicht per Gesetz verordnen – sie werden von Unternehmerinnen und Unternehmern geschaffen. Deshalb ist es wichtig, Firmen beim Erhalten und Schaffen neuer Arbeitsplätze zu unterstützen: mit Informationen, mit Serviceleistungen und mit finanziellen Mitteln.“ Das Beispiel von Kay Kulig zeigt, wie gut diese Unterstützung funktionieren kann: Bettina Gacek unterstützte die Klinikums-Tochter-GmbH dabei, einen Teil der Anschaffungskosten und den Umbau der Maschine über Fördermittel zu finanzieren. Dass der Zuwendungsbescheid für die gut 18.000 Euro in kürzester Zeit vorlag, begeistert Merten Kionka: „Ohne Frau Gacek von support Sachsen und Frau Hartig vom Integrationsamt Sachsen hätten wir das nie so problemlos und so schnell geschafft. Die rechtliche Lage und die Antragstellung ist für Außenstehende nur schwer durchschaubar.“

Dank der Fördergelder war es möglich, dass das Gerät kurzfristig angeschafft und umgebaut werden konnte: So erhielt es zum Beispiel zusätzliche Tritte und Haltegriffe zum besseren Auf- und Abstieg. Zudem reichte der Platz zwischen Lenksäule und Sitz ursprünglich nicht aus, damit Kay Kulig genügend Platz für seine Spezialschuhe hat. Die nötigen Umbauten sind erheblich gewesen, wenn auch äußerlich kaum zu sehen. Der Hersteller des Geräts, der eine große Service-Niederlassung in Wilsdruff bei Dresden betreibt, meisterte den Umbau dennoch in kurzer Zeit.

Inklusion als aktiver Teil des betrieblichen Geschehens
Für Jürgen Scholz, Leiter des Integrationsamtes beim Kommunalen Sozialverband Sachsen zählen nicht nur die Aktivitäten, um Kay Kulig einen Arbeitsplatz zu schaffen, der seinen Einschränkungen und Bedürfnissen gerecht wird, sondern wie er und die anderen Beschäftigten mit Behinderungen in den Arbeitsalltag der UKD Service GmbH integriert sind: „Für den Inklusionsgedanken ist wichtig, dass die Integrationsabteilung im Unternehmen kein isolierter Bereich ist, sondern ein aktiver Teil des betrieblichen Geschehens. Wie gut das gelingen kann, zeigt das Beispiel der UKD Service GmbH. Einerseits konnten Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben integriert werden und andererseits wurde der Arbeitgeber für die Schaffung dieser Arbeitsplätze finanziell unterstützt. Die Arbeit in einer Inklusionsabteilung öffnet Menschen mit Behinderungen die Tür, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein.“

Wohnung in Dresden für den kürzeren Arbeitsweg gesucht
Eine Hürde hat Kay Kulig allerdings noch zu meistern: Derzeit wohnt der
26-Jährige noch in Pirna-Sonnenstein. Da er auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, benötigt er die Unterstützung Dritter, um fünf Uhr morgens zum Dienstbeginn im Klinikum zu sein. Deshalb steht ein Umzug nach Dresden an, der angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt eine große Herausforderung ist. Damit Kay Kulig seine Tätigkeit dauerhaft ausüben kann, hat support Sachsen auf Bitten des Arbeitgebers Partner eingeschaltet, die dem 26-Jährigen bei Wohnungssuche und Umzug unterstützen.


03 Februar

Dresdner Forscher erkunden am HZDR Potenzial von perforierten Metallschichten für elektronische Bauelemente

Magnetische Lochgitter im Nanometer-Maßstab könnten neue Wege für die Computertechnik eröffnen. So haben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit internationalen Kollegen gezeigt, wie sich ein solches Gitter aus Metall bei Raumtemperatur zuverlässig programmieren lässt....
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Magnetische Lochgitter im Nanometer-Maßstab könnten neue Wege für die Computertechnik eröffnen. So haben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit internationalen Kollegen gezeigt, wie sich ein solches Gitter aus Metall bei Raumtemperatur zuverlässig programmieren lässt. Sie fanden zudem heraus, dass bei jedem Loch („Antidot“) drei magnetische Zustände einstellbar sind. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift „Scientific Reports“ erschienen.

Für die Programmierung der magnetischen Eigenschaften in einer dünnen Schicht aus dem Metall Kobalt entwarf der Physiker Dr. Rantej Bali vom HZDR zusammen mit Wissenschaftlern aus Singapur und Australien eine spezielle Gitterstruktur. Diese stellten seine Kollegen von der National University in Singapur in einem photolithographischen Prozess her, wie er auch in heutigen Chipfabriken benutzt wird. Im Ergebnis entstanden jeweils etwa 250 Nanometer (Millionstel Millimeter) große Löcher, sogenannte Antidots, die sich in regelmäßigen Abständen – mit jeweils 150 Nanometer breiten Zwischenräumen – in der Schicht anordneten. Dabei achteten die Spezialisten aus Singapur gemäß den Entwürfen aus Dresden darauf, dass das Metall-Netz ungefähr 50 Nanometer dünn ist, damit es stabil programmierbar wird.  

In diesen besonderen Abmessungen zeigte das Antidot-Gitter aus Kobalt interessante Eigenschaften: Das Team um Dr. Bali fand heraus, dass sich mit Hilfe eines von außen angelegten, magnetischen Feldes drei verschiedene magnetische Zustände um jedes Loch herum einstellen lassen. Die Wissenschaftler nennen diese Zustände „G“, „C“ und „Q“. „Die Antidots sind jetzt weltweit sehr populär in der Forschergemeinde. Durch die Optimierung der Antidot-Geometrie konnten wir zeigen, dass sich die Spins, also die magnetischen Momente der Elektronen, rund um die Löcher zuverlässig programmieren lassen“, so Dr. Bali. „Unterstützung haben wir dabei auch von meinen ehemaligen Kollegen der University of Western Australia erhalten.“ 

Bausteine für zukünftige Logik
Da die einzelnen programmierbaren Löcher in einer magnetischen Metallschicht liegen, hat die Gitter-Geometrie das Potenzial für Computer, die mit Spinwellen statt mit elektrischem Strom arbeiten. „Spinwellen kann man sich ähnlich wie La-Ola-Wellen in einem Fußballstadion vorstellen. Die Welle pflanzt sich zwar durch das Stadion fort, die einzelnen Zuschauer, in unserem Fall die Elektronen, aber bleiben auf ihren Sitzplätzen“, erläutert Dr. Bali. Solche Spinwellen-Logikchips dürften weit weniger Strom verbrauchen als heutige Prozessoren, da keine elektrischen Ströme fließen müssen.

Außerdem kann in dem Lochgitter eine Vielzahl von Zuständen realisiert werden, wodurch den Spinwellen bestimmte Richtungen vorgeschrieben werden können. Damit ließe sich auch eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit in zukünftigen Logikchips realisieren. „Unsere Lochgitter könnten auch Bausteine für künftige Schaltkreise sein, die mit Spinwellen-Logik arbeiten“, schätzt Dr. Bali ein. Welche Dynamik die Spinwellen in solchen Lochgittern entwickeln, will nun der Physikdoktorand Tobias Schneider näher untersuchen. Er beteiligt sich unter anderem an der Entwicklung spezieller Computer-Programme, mit denen die komplexe Berechnung der Magnetzustände in einem Lochgitter möglich wird.  


03 Februar

Neues Open Topic-Programm für Postdocs an der TU Dresden

Die TU Dresden schreibt ein Programm zur Förderung von Postdoktoranden aus. Zwanzig so genannte „Open Topic Postdoc Positions“ sollen zum 1. November 2017 besetzt werden. Die Suche nach geeigneten Kandidaten läuft bereits. Bis zum 31. März 2017 haben Forschende auf fortgeschrittenem Postdoc-Niveau aus...
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Die TU Dresden schreibt ein Programm zur Förderung von Postdoktoranden aus. Zwanzig so genannte „Open Topic Postdoc Positions“ sollen zum 1. November 2017 besetzt werden. Die Suche nach geeigneten Kandidaten läuft bereits. Bis zum 31. März 2017 haben Forschende auf fortgeschrittenem Postdoc-Niveau aus allen Disziplinen die Chance, sich für diese neuartigen Stellen zu bewerben.

Ausschlaggebend für die Vergabe der Positionen ist vor allem die fachliche Exzellenz der Bewerber in innovativen, zum generellen Profil der TU Dresden passfähigen Forschungsgebieten. Dabei möchte das Programm insbesondere junge Forscherinnen ansprechen. Die ausgewählten Postdoktoranden erhalten einen ein- bis zweijährigen Arbeitsvertrag an der TU Dresden oder ein Stipendium und werden im Anstellungszeitraum bei der Beantragung eines eigenständigen Drittmittelprojektes unterstützt.

Angelehnt ist das Programm an die erfolgreiche Maßnahme der „Open Topic Tenure Track Professorships“, deren Besetzung 2014 auf ein großes Echo in der internationalen Wissenschaftscommunity und in den Medien stieß.

Wie schon die „Open Topic Tenure Track Professorships“ werden auch die „Open Topic Postdoc Positions“ durch das Zukunftskonzept der TU Dresden im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder finanziert.


03 Februar

Dresdner Forscher erzielen Fortschritt bei energiesparenden Transistoren aus Germanium

Zurück zu den Anfängen: Germanium schlägt Silizium - weltweit erster rekonfigurierbarer Transistor aus Germanium demonstriert NaMLab und cfaed erzielen bedeutenden Durchbruch bei der Entwicklung von energie-effizienten Elektronikschaltungen mit Transistoren aus Germanium Wissenschaftler des Nanoelectronic...
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Zurück zu den Anfängen: Germanium schlägt Silizium - weltweit erster rekonfigurierbarer Transistor aus Germanium demonstriert

NaMLab und cfaed erzielen bedeutenden Durchbruch bei der Entwicklung von energie-effizienten Elektronikschaltungen mit Transistoren aus Germanium

Wissenschaftler des Nanoelectronic Materials Laboratory (NaMLab gGmbH) und des Exzellenzclusters Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) an der Technischen Universität Dresden haben den weltweit ersten Transistor aus Germanium realisiert, der sich elektrisch zwischen Elektronen- (n) und Löcherleitung (p) umprogrammieren lässt. Aufgrund der geringeren Bandlücke gegenüber Silizium können Transistoren aus Germanium mit niedriger Einsatzspannung betrieben werden. Daher ermöglichen die Transistoren aus Germanium einen wesentlich energiesparenderen Betrieb als vergleichbare Transistoren aus Silizium. Zudem ist der realisierte Transistor aus Germanium abhängig von den angelegten Spannungen sowohl mit Elektronen- als auch mit Löcherleitung (rekonfigurierbar) einsetzbar. Damit lassen sich elektronische Schaltungen bei gleicher Funktionalität mit einer geringeren Anzahl an Transistoren im Vergleich zu der derzeitig angewandten CMOS-Technologie realisieren.

Die heutige digitale Elektronik besteht zum überwiegenden Teil aus integrierten Schaltungen. Seit mehr als 40 Jahren werden die in den Schaltungen enthaltenen Transistoren schrittweise verkleinert um die Rechenleistung und Schaltgeschwindigkeit zu erhöhen. Der aktuelle Trend geht dabei dahin, in den gängigen Transistoren Materialien mit höherer Ladungsträgerbeweglichkeit als Silizium, wie eben Germanium oder auch Indium-Arsenid, einzusetzen. Einem Einsatz in der Praxis steht aber derzeit unter anderem ein signifikant erhöhter Leckstrom und die damit verbundene höhere statische Verlustleistung im Auszustand entgegen, die aus den geringen Bandabständen der Materialien resultiert. Dem Wissenschaftler-Team um Jens Trommer und Dr. Walter Weber von der NaMLab gGmbH ist es jetzt in Kooperation mit dem cfaed gelungen, Transistoren aus Germanium-Nanodrähten zu entwickeln, die durch ein spezielles Design mit mehreren unabhängigen Elektroden die störenden Leckströme entlang des Kanals unterdrücken. Dr. Weber, der beim cfaed die Nanodrähte-Forschungsgruppe leitet, erklärt: „Die erreichten Ergebnisse demonstrieren erstmalig gleichzeitig niedrige Einsatzspannungen und geringe Leckströme, sowie den damit einhergehenden reduzierten Energieverbrauch, welcher eine Anwendung des neuen Transistors in energie-effizienten Schaltungen ermöglicht.“ Die aktuellen Arbeiten wurden im Journal ACS Nano publiziert.

Die Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Projektes ReproNano gefördert und sind in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed)“ durchgeführt worden. Die NaMLab gGmbH wird eine mögliche Umsetzung in zukünftige Produkte sowie weiteren Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten in diesem Bereich mit ihren Industriepartnern anstreben.

Über NaMLab
Die „Nanoelectronics Materials Laboratory gGmbH“ (NaMLab) wurde im July 2006 gegründet. NaMLab ist ein Tochterunternehmen und An-Institut der TU Dresden. NaMLab betreibt am Campus der TU Dresden ein Forschungsgebäude mit vier Laborräumen, einem Reinraumlabor und einem Bürobereich für über 40 Mitarbeiter. NaMLab betreibt Materialforschung zur Anwendung in nanoelektronischen Bauelementen und arbeitet eng mit den Instituten der TU Dresden zusammen.

Über cfaed
Das Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) an der TU Dresden entstand im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2012 bis 2017 mit rund 34 Millionen Euro gefördert. Koordinator des Exzellenzclusters für Elektronik ist Prof. Gerhard Fettweis, Inhaber des Vodafone Stiftungslehrstuhls Mobile Nachrichtensysteme. Neben der Sprecheruniversität Technische Universität Dresden gehören zu dem Forschungsverband zehn Partnerinstitute, darunter die Technische Universität Chemnitz sowie zwei Max-Planck-Institute, zwei Fraunhofer-Institute, zwei Leibniz-Institute, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, die NaMLab gGmbH und das KSI Meinsberg.

Als eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der TU Dresden vereint es über 300 Wissenschaftler auf neun verschiedenen Forschungspfaden. Sie verwenden dabei neuartige Materialien wie Silizium-Nanodrähte, Kohlenstoff-Nanoröhren oder Polymere. Außerdem entwickeln sie völlig neue Konzepte wie Herstellungsverfahren durch selbstassemblierende Strukturen, bspw. DNA-Origami. Ziele sind zudem Energieeffizienz, Zuverlässigkeit und das reibungslose Zusammenspiel der unterschiedlichen Bauelemente. Darüber hinaus werden biologische Kommunikationssysteme betrachtet, um Inspirationen aus der Natur für die Technik zu nutzen. Dieser weltweit einzigartige Ansatz vereint somit die erkenntnisgetriebenen Naturwissenschaften und die innovationsorientierten Ingenieurwissenschaften zu einer interdisziplinären Forschungsplattform in Sachsen.


02 Februar

IFW-Ausgründung punktet mit Rekordwerten bei neuer Kristallzüchtungsanlage

Der aus dem IFW Dresden ausgegründeten Technologiefirma Scientific Instruments Dresden (ScIDre) ist es gelungen, eine einzigartige Kristallzüchtungsanlange auf den Markt zu bringen. Besonders und weltweit erstmalig ist die Züchtung von hochschmelzenden Einkristallen unter Gasdrücken von bis zu 300 bar bei...
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Der aus dem IFW Dresden ausgegründeten Technologiefirma Scientific Instruments Dresden (ScIDre) ist es gelungen, eine einzigartige Kristallzüchtungsanlange auf den Markt zu bringen. Besonders und weltweit erstmalig ist die Züchtung von hochschmelzenden Einkristallen unter Gasdrücken von bis zu 300 bar bei frei wählbarer Zusammensetzung der Gasmischung. Damit wird der Wissenschaft ein völlig neuer Parameterbereich zur Materialsynthese in die Hand gegeben. Erster Abnehmer der neuesten ScIDre-Maschine ist die Johns Hopkins University im amerikanischen Baltimore. Mit innovativen Produkten wie diesem sichert ScIDre seit 2009 die Arbeitsplätze des Sächsischen Unternehmens.

Ein zentrales Thema der grundlagenorientierten Materialwissenschaft ist die Herstellung komplexer Einkristalle. Diese in der Natur oft nicht existenten Materialien weisen ganz besondere Eigenschaften auf, deren Erforschung zunächst zum grundlegenden Verständnis physikalischer Phänomene beiträgt. Es sind dann aber auch diese Materialien, die aufgrund ihrer Eigenschaften in verschiedenen, technisch relevanten Bereichen wie Datenspeicherung, Hochleistungselektronik oder -optik ihre Anwendung finden.

Mit einer Vorgängerversion der neuen Hochdruck-Kristallzüchtungsanlage (HKZ) ist die ScIDre GmbH seit 2009 auf dem Markt und hat sich damit in wissenschaftlichen Instituten weltweit einen Namen gemacht. Die Maschine (Bild 1) arbeitet nach dem sog. optischen Zonenschmelzverfahren (optical floating zone). Dabei wird ein kleiner Teil einer stabförmigen Materialprobe mit intensivem Licht aufgeschmolzen und aus der Schmelzzone heraus der Einkristall gezüchtet, während das Ausgangsmaterial kontinuierlich in die Schmelzzone nachgeliefert wird (Bild 2). Die erforderliche Lichtenergie liefert eine leistungsstarke Xenon-Kurzbogenlampe und ermöglicht Schmelztemperaturen von mehr als 3000 °C.

Der technologische Weltrekord
Nun ist es den Forschern und Entwicklern bei ScIDre gelungen, den in ihren Anlagen bislang üblichen Gasdruck von 150 bar auf 300 bar zu steigern, ohne dabei Einbußen in der Präzision des Züchtungsprozesses hinnehmen zu müssen – ein Weltrekord! Gemeinsam mit der Option, die Zusammensetzung der Gasmischung frei variieren zu können, wird für die Materialwissenschaft das Tor zu einer neuen Welt der Materialsynthese aufgestoßen.

Internationale Zusammenarbeit
Initiiert wurde die Entwicklung der neuen Kristallzüchtungsanlage von der Johns Hopkins University in Baltimore, USA. Gemeinsam mit den drei namenhaften Universitäten Cornell, Clark Atlanta und Princeton, gehört Johns Hopkins zu der Werkstoffinnovationsplattform PARADIM (Platform for the Accelerated Realization, Analysis and Discovery of Interface Materials). Die Synthese und Erforschung neuer Materialien, bei denen insbesondere die physikalischen Eigenschaften der Grenzflächen im Fokus stehen, ist das Ziel des mit 25 Millionen Dollar von NSF (National Science Foundation) geförderten Vorhabens.
„Für uns ist es eine große Freude“, so Robert Schöndube, Geschäftsführer der ScIDre GmbH in Dresden, „dass wir von den Spitzenwissenschaftlern in den USA das Vertrauen zur Entwicklung der 300-bar-Version unserer HKZ erhalten haben.“ Einer von ihnen, Prof. Tyrel M. McQueen, verantwortlich in den Gebieten Chemie, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sowie Physik und Astronomie an der Johns Hopkins University, fasst seine Motivation zum Erwerb der neuen Anlage so zusammen: „Materialwissenschaft ist die Basis für so Vieles, was wir technologisch erreicht haben“, sagt er. „Unsere moderne Welt wäre zum Beispiel ohne die heute verfügbaren Werkstoffe der Mikroelektronik nicht denkbar. So hängt die Entwicklung zukünftiger Technologien davon ab, bereits heute neue Materialien mit neuen Eigenschaften zu finden und zu verstehen“, so McQueen weiter.
Die neue HKZ- Anlage ist jetzt auf der Reise in die USA und wird von den ScIDre-Mitarbeitern vor Ort am 25. Februar 2017 in Betrieb genommen.

Über die Hochdruck-Kristallzüchtungsanlage HKZ:
Die Anlage verfügt über einen vertikalen 2-Spiegel-Aufbau, der eine homogene und sehr gut kontrollierbare Energieverteilung auf der Oberfläche der Materialprobe erlaubt. Weltneuheit bei diesem Ofen ist die Möglichkeit, bei Drücken bis zu 300 bar mit verschiedenen Gasen und Gemischen in der Wachstumskammer zu arbeiten. Mit den Xenon-Kurzbogenlampen können Schmelztemperaturen von mehr als 3000 °C erreicht werden. Der Wachstumsprozess ist mit magnetisch gekoppelten Linear- und Rotationsvorschubsystemen bei Ziehgeschwindigkeiten ab 0,1 mm/h mit Prozessüberwachungstechnologien kontrollierbar. Mit einem patentierten, berührungslosen Temperaturmesssystem können die Temperaturen von Zulaufstange, Schmelzzone und Kristall direkt während der Züchtung in situ gemessen werden. Die gesamte Anlage wird über eine anwenderfreundliche Computersteuerung geregelt und überwacht.

Über ScIDre GmbH:
Die Scientific Instruments Dresden GmbH (ScIDre) ist ein international agierendes Technologieunternehmen und versteht sich als Partner der Wissenschaft. Ein leistungsstarkes Team aus Ingenieuren und Wissenschaftlern entwickelt Geräte und Technologien für den Einsatz in physikalischer Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Naturwissenschaft. Das Angebot der ScIDre GmbH wird durch spezialisierte Ingenieurdienstleistungen sowie der Sonderfertigung von Einzelteilen und Kleinstserien in ihrer „Campuswerkstatt“ ergänzt.
ScIDre entstand im Jahr 2009 als eine Ausgründung aus dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden). Das Know-how zur Herstellung einer dort entwickelten Anlage zur Einkristallzüchtung im Zonenschmelzverfahren unter hohen Gasdrücken – die Hochdruck-Kristallzüchtungsanlage HKZ – wurde als eines der ersten Produkte, im Rahmen einer Lizenzvereinbarung an die junge Firma übergeben. ScIDre führte eine grundlegende Weiterentwicklung dieser Anlage durch und vermarktet sie seitdem erfolgreich weltweit. Aufbauend auf der Erfahrung im Bereich hoher Gasdrücke und hoher Temperaturen entwickelt ScIDre kontinuierlich weitere innovative Geräte zur Vorbereitung und Durchführung von wissenschaftlichen Kristallzüchtungen und anderen Experimenten aus unterschiedlichen Bereichen der Festkörperphysik und Materialwissenschaft.

Im Jahr 2011 hat ScIDre den Sonderpreis für herausragenden Technologietransfer mit besonderem Entwicklungspotenzial des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) verliehen bekommen.


01 Februar

Dresdner Wissenschaft auf internationaler Wanderschaft

Wissenschaft ist international – und geht auf Wanderschaft! Der Campus der Technischen Universität Dresden, London und Breslau sind die nächsten Stationen der Wissenschaftsausstellung der Forschungsallianz DRESDEN-concept, die von Juli bis Oktober 2016 Einwohner und Gäste auf dem Neumarkt begeisterte. ...
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Wissenschaft ist international – und geht auf Wanderschaft! Der Campus der Technischen Universität Dresden, London und Breslau sind die nächsten Stationen der Wissenschaftsausstellung der Forschungsallianz DRESDEN-concept, die von Juli bis Oktober 2016 Einwohner und Gäste auf dem Neumarkt begeisterte.

Bevor die Ausstellung auf die große Reise ins Vereinigte Königreich geht, macht sie Station in der Bibliothek DrePunct der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), im Werner-Hartmann-Bau der TU Dresden und ab Februar im Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD).

Drei der ursprünglich acht CityTrees zieren aktuell die TU Dresden (Zellescher Weg), die HTW Dresden und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

Ab Mai zieht die Ausstellung auf internationale Wanderschaft und informiert zunächst am King’s College London über Spitzenwissenschaft aus Dresden. Im September schmückt die Wissenschaftsausstellung einen der zentralsten Plätze in Breslau, den Plac Solny, der sich direkt am Rathausplatz befindet. Rund um die eigentliche Ausstellung wird es Vernetzungs-, Studieninformationsveranstaltungen und wissenschaftliche Formate wie Keynotes und Podiumsdiskussionen geben. Die Veranstaltung wird von namhaften Wissenschaftlern, dem Rektorat der TU Dresden und Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange begleitet.

„Für uns ist es wichtig, dass wir durch die Ausstellung über die Forschung innerhalb von DRESDEN-concept informieren. Mit den neuen Orten tragen wir unsere Ergebnisse und die Faszination Forschung weit über Dresden hinaus und leisten damit wertvolle Arbeit für unsere Wissenschaftsgebiete, aber auch für unseren Standort Dresden“, so Prof. Ludwig Schultz, Geschäftsstellenleiter von DRESDEN-concept.

Was ist DRESDEN-concept?
DRESDEN-concept ist ein Verbund aus 24 Partnern aus Wissenschaft und Kultur. Die Zusammenarbeit im DRESDEN-concept zielt darauf ab, dass die Partner Synergien in den Bereichen Forschung, Ausbildung, Infrastruktur, Verwaltung und Transfer erschließen und nutzen. Dazu koordinieren sie ihre Wissenschaftsstrategie und identifizieren die Gebiete, in denen Dresden international führend ist. Die Partner arbeiten zusammen, um weltweit führende Wissenschaftler für Dresden zu gewinnen und diese an den hiesigen Wissenschaftsstandort zu binden.


01 Februar

Werkstoffwissenschaftler der TU Dresden erhält hohe Auszeichnung von der Chinesischen Staatsregierung

Für sein herausragendes Engagement für den deutsch-chinesischen Wissenschaftsaustausch im Bereich Leichtbau wurde Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Hufenbach, TU Dresden, von der Chinesischen Regierung mit dem „International Scientific and Technological Cooperation Award 2016” ausgezeichnet. Es handelt sich...
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Für sein herausragendes Engagement für den deutsch-chinesischen Wissenschaftsaustausch im Bereich Leichtbau wurde Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Hufenbach, TU Dresden, von der Chinesischen Regierung mit dem „International Scientific and Technological Cooperation Award 2016” ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um den bedeutendsten Preis, den China auf diesem Gebiet zu verleihen hat. Dabei ist Prof. Hufenbach der bisher erste und einzige internationale Wissenschaftler auf ingenieurtechnischem Gebiet, der den Preis erhalten hat. Übergeben wurde der Preis bei einem Staatsakt in der Großen Halle des Volkes in Beijing unter Leitung von Staatspräsident Xi Jinping. Zu den Preisträgern 2016 zählen neben Prof. Hufenbach auch Prof. Katharina Kohse-Höinghaus von der Universität Bielefeld sowie drei weitere Wissenschaftler aus Frankreich, Mexiko und USA.

Prof. Hufenbach engagiert sich bereits seit Anfang der 1980er-Jahre für bilaterale Forschungskooperationen zwischen Deutschland und China, anfangs von der TU Clausthal, dann von der TU Dresden ausgehend. »Dabei ging es uns immer darum«, so Hufenbach, »in fruchtbaren gemeinsamen Projekten wissenschaftliches Wissen auf Top-Niveau in technische Prozesse umzusetzen.«

1994 gründete er an der Technischen Universität Dresden das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) und entwickelte es zu einem der führenden nationalen und internationalen Forschungsinstitute auf diesem Gebiet. Noch heute engagiert er sich als Seniorprofessor im Vorstand des Instituts. Mit über 240 Mitarbeitern sowie etwa 11 Mio. Euro Drittmitteln im Jahr 2016 ist das ILK eines der Schlüsselinstitute der TU Dresden. Von Anfang an sind die Erfolge dieses Instituts eng mit Großprojekten verknüpft, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden: »Zwei Forschergruppen, drei Sonderforschungsbereiche und ein Schwerpunktprogramm gaben mir jeweils ein fachlich hoch qualifiziertes und finanziell abgesichertes Umfeld, um meine Ideen voranzutreiben, Grundlagenerkenntnisse zu gewinnen und neue wissenschaftliche Methoden zu generieren,« so Prof. Hufenbach über seine Zeit am ILK.

Bereits 1995 entwickelte Prof. Werner Hufenbach im Kontext eines innovativen Forschungsnetzwerkes, mit dem sowohl die TU Dresden als auch viele außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verbunden sind, das sogenannte Dresdner Modell des funktionsintegrativen Systemleichtbaus in Multi-Material-Design.

Von 2000 bis 2013 forschte und lehrte Hufenbach am Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji-Universität in Shanghai, einer Partneruniversität der TU Dresden. Seit 2015 entwickelt er gemeinsam mit CRRC Qingdao Sifang, dem Weltmarktführer im Eisenbahnbereich, eine offene Innovationsplattform für Leichtbau-Züge der Zukunft. Diese Zusammenarbeit führte auch zur Gründung eines chinesisch-deutschen Joint-Ventures in Dresden.

»Wir freuen uns außerordentlich«, so Prof. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden, »dass die chinesische Regierung die Leistungen unseres Kollegen Professor Werner Hufenbach mit ihrer bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie – dem ›International Scientific and Technological Cooperation Award‹ – gewürdigt hat. Als Exzellenzuniversität sind wir stolz darauf, dass diese Ehrung einem Wissenschaftler unserer Universität zuteil wurde, der sich seit Jahrzehnten überaus erfolgreich – unter anderem auch in Kooperation mit chinesischen Einrichtungen – der Integration von Spitzenforschung in technische Prozesse widmet. Mit dieser Auszeichnung wird das sogenannte Dresdner Modell des funktionsintegrativen Systemleichtbaus im Multi-Material-Design international noch sichtbarer.«

Prof. Hufenbach selbst über die Ehrung aus China: »Dieser Preis ist die Krönung meines Berufslebens, denn er verbindet Wissenschaft und Technologie. Diese Verknüpfung war und ist ein Grundanliegen meiner beruflichen Tätigkeit. Das spiegelt sich auch in dem von mir entwickelten Dresdner Modell ‘Funktionsintegrativer Systemleichtbau in Multi-Material-Design’ wider. Dieses Modell ist heute national und international Standard für den modernen Leichtbau. Es beinhaltet die gesamte Wertschöpfungskette, von der Werkstoffentwicklung über Design, Simulation, Prozess, Qualität bis hin zum Produkt. Das Modell ist als werkstoff- und branchenübergreifender Lösungsansatz angelegt und erfordert ein breites Querschnittswissen.«

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: »Ich gratuliere Herrn Prof. Hufenbach herzlich zu dieser hohen staatlichen Ehrung. Er ist nicht nur an der TU Dresden und in Sachsen der Mitbegründer der Leichtbauforschung, sondern setzt seitdem auch international die Maßstäbe. Sein starkes Engagement in China hat den Freistaat Sachsen als Leichtbaustandort weltweit bekannt gemacht. Davon profitieren auch die weiteren Fachleute in Chemnitz und Freiberg. Prof. Hufenbach beweist mit seinem Wirken in Sachsen und China: Wissenschaft muss international sein und kann nur erfolgreich sein, wenn sich die Experten auf ihren Fachgebieten austauschen und eng miteinander kooperieren.«


Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Neue Werkstoffe, Photovoltaik und Nanotechnologie, Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.