Comarch_Streifen
Best Practice: Ansiedlung

Comarch AG: Stetiges Wachstum mit der Datenwolke

Der polnische IT-Spezialist Comarch AG war mit seiner Niederlassung in Dresden eine Art Pionier. Heute ist der Standort nicht nur der größte Standort in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern beherbergt auch ein Rechenzentrum, in dessen Cloud-C

„Am Anfang”, erzählt Dariusz Biernacki , “war es vor allem die Ansiedlung vieler IT-Firmen und das damit vorhandene Netzwerk in der Region sowie die Universitäten, die Dresden als Standort attraktiv machten”. Als der polnische Software-Spezialist Comarch AG 2005 als eines der ersten polnischen Unternehmen  eine Niederlassung in Deutschland eröffnete, sei es auch die schnelle Erreichbarkeit aus der Firmenzentrale in Krakau gewesen, die für den Standort Dresden gesprochen habe. Was als kleines Büro mit ein paar Mitarbeitern startete, ist heute ein bedeutender Doppelpunkt auf der Landkarte des weltweit tätigen Anbieters von IT-Lösungen.
 
Denn mittlerweile ist es nicht mehr allein die sanierte Gründerzeit-Villa in der Chemnitzer Straße, in die das Unternehmen  2013 einzog,  sondern auch der größte Standort in der Geschäftsregion Deutschland, Österreich und der Schweiz . Im würfelförmigen Neubau gleich nebenan hat Comarch zwölf Millionen Euro in ein Hochleistungs-Rechenzentrum investiert, auf dessen Servern seit 2013 für die Kunden vor allem Cloud-Computing-Angebote realisiert werden. Der Vorteil der virtuellen „Datenwolke“: Die Unternehmen brauchen sich keine eigenen Server mehr ins Büro zu stellen, sondern verwalten und speichern ihre Abrechnungen oder Daten extern über das Internet. Eine zweistellige Zahl von Großkunden nutzt das unter anderem mit einem eigenen Diesel-Notstromaggregat gegen Aussetzer geschützte Rechenzentrum auf diese Weise. Auch wenn Standort-Chef Biernacki zu Details schweigt – auf der Referenz-Liste des weltweit 4200 Mitarbeiter zählenden Konzerns stehen unter anderem die Mercedes-Benz-Bank, T-Mobile und Vodafone.
 
Vom Telekom-Spezialisten zum IT-Komplettanbieter
Mit der Entwicklung von Telekommunikations-Software hat bei Comarch alles angefangen – und das, sagt Dariusz Biernacki jetzt ernsthaft, sei ein weiterer „entscheidender Anknüpfungspunkt“ an den Standort Dresden gewesen. Bereits von 2005 an gab es gemeinsame Projekte mit der TU Dresden ebenso wie später mit der HTW – die guten Kontakte in und die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten der Hochschulen haben bis heute Bestand. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Telekommunikations-Knowhow. Comarch versteht sich als IT-Komplettanbieter, dessen Full-Service-Angebots-Palette von betriebswirtschaftlichen Softwarelösungen für Ressourcenplanung (ERP), Rechnungswesen und Business Intelligence über ergänzende Lösungen wie etwa für Dokumentenmanagement bis hin zur Infrastruktur, also IT Services mit Server-, Storage- und Netzwerk-Lösungen, reicht. Im Mittelpunkt stehen dabei kleine und mittlere Unternehmen in Industrie und Handel – mitunter auch regional. So setzt etwa der Supermarktkette Konsum Dresden ein ERP-System von Comarch ein.
 
Gegenseitiges Geben und Nehmen in der Region
Durch die regionale Brille schaut Dariusz Biernacki auch zuerst, wenn es um die Gewinnung neuer Kollegen für die aktuell rund 70 Dresdner Comarch-Mitarbeiter geht. Die Hochschulen und das am Standort gebündelte IT- und Telekommunikations-Knowhow ermöglichten es, relativ einfach hoch qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen. Die Entwicklung, die Comarch in den vergangenen zehn Jahren in Dresden realisieren konnte, basiert aus Biernackis Sicht ohnehin auf einem „gegenseitigen Geben und Nehmen“. Die Stadt und der Freistaat hätten schon die Ansiedlung, aber auch den Ausbau „durchaus wohlwollend“ begleitet. Und zwar nicht nur mit einem „prinzipiell offenen Ohr“, sondern auch ganz konkret mit Fördermitteln – so hat das Land etwa den Bau des Rechenzentrums finanziell unterstützt.
 
Zukunftsfeld Telemedizin
Dass damit eine wichtige Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen ist, davon ist Biernacki überzeugt. Die Bedeutung des Cloud-Computings nehme stetig zu. Nicht von ungefähr sind auch Dresdner Mitarbeiter immer wieder in Forschungsprojekte eingebunden, die sich mit dessen Anwendung und Weiterentwicklung beschäftigen. Die Perspektive reicht dabei weit über den eigenen Tellerrand hinaus – der Comarch-Konzern arbeitet etwa mit verschiedenen Fraunhofer-Instituten zusammen. Potenzial sieht Biernacki vor allem in der Telemedizin. Neben dem hohen Daten- und Speicherbedarf, den  solche Anwendungen benötigen, ist das Thema  für Comarch auch ein Schritt zur Ausweitung des Geschäftsfeldes.
 
Seit ein paar Jahren  ist der Software-Konzern auch Hardware-Hersteller: In Polen bietet das Unternehmen etwa Hightech-Assistenzgeräte an, die vor allem Senioren manchen Arztbesuch ersparen und die medizinische Versorgung auf dem Lande verbessern sollen. „Auch hier in Sachsen bemühen wir uns, solch ein Projekt aufzubauen und Referenzlösungen zu schaffen“, sagt Biernacki. Am Hauptsitz in Krakau gibt es inzwischen eine moderne Muster-Klinik namens „iMed24“, die die IT- und Cloud-gestützte medizinische Versorgung der Zukunft demonstrieren soll.

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Dariusz Biernacki

Leiter Comarch Dresden




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E-Mail: dariusz.biernacki@comarch.de

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