Die neueste Generation der Flugzeugschalenprüfng für den Test von gekrümmten Flugzeugschalen z.B. mit Flugzeugtür
Neue Werkstoffe / Nanotechnologie / Photovoltaik | Best Practice: Erfolgreiches Wachstumsunternehmen

IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH: Evolution und Entwicklung

Flugzeugtests und IMA Dresden – das waren jahrelang fast Synonyme. Doch die Firma hat ihre Prüfexpertise längst erfolgreich auf etliche andere Branchen übertragen – und ist heute etwa auch in der Mikroelektronik oder bei Verbundwerkstoffen ein wichtiger E

Es ginge auch einige Nummern kleiner. Mehrere Jahre waren es Lebensdauertests für die Flugzelle des größten Passagierflugzeuges der Welt. Wer aus der Branche an das Airbus-Modell A 380 dachte, hatte immer auch Dresden Klotzsche mit im Hinterkopf. In unmittelbarer Nachbarschaft des Flughafens hat die IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH ihren Sitz. Das Unternehmen, dessen Wurzeln bis in den Dresdner Flugzeugbau der 50er Jahre zurückreichen, hat seine Test- und Prüfverfahren so optimiert, dass die Umgebung und die Kräfte, die auf die Rümpfe, Zellstrukturen und Flügel in der Luft einwirken, perfekt simuliert werden können. Das spart monatelange und teure Belastungsprüfungen im realen Betrieb – und ließ die Flugzeugbauer dieser Welt interessiert nach Dresden schauen.
 
„Doch der Markt hat uns relativ deutlich gezeigt, dass das Flugwesen alleine nicht reicht“, sagt Thomas Fleischer, Geschäftsführer der IMA. Deswegen beschäftigen sich die rund 200 Mitarbeiter der IMA inzwischen längst auch mit Mikroelektronik. Eine Vision der IMA: Die Leichtbauwerkstoffe der Zukunft tragen bereits die Sensoren mit sich, die Materialschäden auch unter der Oberfläche erkennen können. Das senkt den Inspektionsaufwand – und hält die Risiken gleichwohl beherrschbar. Die Idee, sagt  Mit-Geschäftsführer Thomas Reppe, trage weit über die Luftfahrtbranche hinaus.
 
Mit der Testpyramide in neue Gefilde
Nicht von ungefähr haben die IMA-Geschäftsführer deshalb parallel zum Prestige-Auftrag von Airbus, der immerhin reichlich sechs Jahre bis Ende 2011 lief, ihr Unternehmen konsequent auf eine deutlich breitere Basis gestellt. Heute testet das Unternehmen nicht nur Komponenten für Flugzeuge, Züge, Autos, Windräder oder auch Rohrleitungen und Medizinprodukte, sondern arbeitet vielfach schon bei der Entwicklung mit. Vor allem, wenn es um Leichtbau-Werkstoffe wie etwa Kohlefasern geht. „Teilweise sind wir die Entwicklung“, sagt Thomas Fleischer trocken, aber durchaus stolz. Gern zeichnet er das Bild einer Testpyramide – angefangen von den einzelnen Materialien über erste Kombinationen bis hin zu kompletten Bauteilen. Hier kenne die IMA sich im Detail aus und weiß, welche Anforderungen erfüllt, welche Zertifizierungen absolviert werden müssen. Der Schritt, den Kunden - über das reine Prüfen und Testen hinaus - dabei zu begleiten, sein Produkt schnell und zulassungsfähig auf den Markt zu bekommen, ist naheliegend. Zu konkreten Projekten und Details schweigen Thomas Fleischer und Thomas Reppe hier lieber. Dass aber die aus der Luftfahrt-Geschichte der IMA stammende und lieb gewonnene Faustregel, möglichst mit allen großen Spielern der jeweiligen Branche zu spielen, auch weiterhin funktioniert, verraten sie dann doch.
 
Die Unabhängigkeit, die hinter diesem Prinzip steht und auf die die IMA großen Wert legt, ist für Thomas Fleischer ein Alleinstellungsmerkmal im Markt – und zwar eines, das sowohl der Firma als auch dem Kunden diene. Denn das IMA-Prüfzeichen gewinnt dadurch beträchtlich an Gewicht – aus einigen Branchen, sagt Fleischer, gebe es inzwischen regelrecht Bewerbungen darum, seine Produkte bei der IMA prüfen zu lassen.
 
Hohe Übertragungsfähigkeit weiter stärken
Auch weil die IMA ihr Test- und Prüf-Knowhow aus dem Flugzeugbau so erfolgreich auf andere Bereiche übertragen konnte, fällt den Geschäftsführern zunehmend negativ auf, dass es in größeren Zusammenhängen mit der Übertragungsfähigkeit hapert. Es gebe, sagt Thomas Fleischer, auch und gerade am Standort Dresden eine hohe Konzentration von Forschungsinstituten und jungen, innovativen Firmen, die vielversprechende Ideen und Technologien entwickelten. Allein: Der nächste Schritt, diese Ideen und Technologien in die Produktion zu führen, daraus weltmarktreife Produkte und Produktionsstätten zu entwickeln, versande oft oder bleibe gleich ganz aus. Dass dieses Phänomen auch „in ganz Europa“ zu beobachten sei, sei indes kein Trost, betont Thomas Reppe. „Eher im Gegenteil.“
 
Kulturwandel für den nächsten Schritt
Für sich und ihr Unternehmen allerdings haben die IMA-Geschäftsführer aus dieser Diagnose Konsequenzen gezogen. Thomas Fleischer spricht von einem „regelrechten Kulturwandel“, der sich in der Firma vollzogen habe – und weiter vollzieht. Aus den „vielen kleinen Unternehmen innerhalb des Zauns IMA“ sei ein Team mit einem Teamgeist entstanden, der es ermögliche, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. Selbst, wenn der auf den ersten Blick einige Nummern kleiner wirkt.

Kontakt

Kontakt IMA
Lucienne Reppe

Unternehmenskommunikation und Marketing


Telefon: +49 351 88376253
E-Mail: lucienne.reppe@ima-dresden.de

www.ima-dresden.de
Verdeckprüfung BMW-2 Cabriolet

Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Neue Werkstoffe, Photovoltaik und Nanotechnologie, Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.