Connected Car: Forschungskooperation zwischen Porsche und der TU Dresden

14. Dezember 2016
Am 14. Dezember 2016 hat die Professur für Fahrzeugmechatronik einen aktuellen Porsche Panamera 4S erhalten. Uwe Michael, Leiter Elektrik und Elektronik der Porsche AG, überreichte das Fahrzeug an Prof. Bernard Bäker, Inhaber der Professur für Fahrzeugmechatronik der TU Dresden.

Im Rahmen des anschließenden öffentlichen Kolloquiums konnten Wissenschaftler und Studierende der TU Dresden die neuesten Connectivity Funktionen und Assistenzsysteme des Porsche genauer kennenlernen. Begleitend wurde durch einen Vortrag von Dr. Rolf Zöller und Dr. Oliver Manicke mit dem Titel „Intelligent Performance Connected - Die Connected Car Strategie für Sportwagen“ ein Einblick in die Zukunft von hochvernetzten Sportwagen der Zukunft gegeben.

Der an das IAD übergebene Porsche Panamera wird demnächst in Dresden auf Testfahrt gehen. Im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen der Porsche AG und der Professur für Fahrzeugmechatronik sollen hierbei unterschiedliche Funktionen für das hoch vernetzte Fahrzeug der Zukunft erforscht werden. Ein Schwerpunkt ist zum Beispiel die automatische Anpassung der Fahrzeugeinstellungen auf den aktuellen Straßenzustand über verschiedene Connected-Car Services.

Der Forschungsgegenstand „Fahrzeug im Internet of Things“ ist seit langem ein Kernthema der Fahrzeugmechatroniker am Institut für Automobiltechnik Dresden. Bereits heute sammeln Bestandsfahrzeuge aus der Flotte der Professur unterschiedliche Daten, unter anderem über den aktuellen Fahrbahnzustand der Dresdner Straßen, und übermitteln diese via Mobilfunk in eine spezielle Forschungs-Cloud. Dem neuen übergebenen Fahrzeug werden im Rahmen des Forschungsprojektes auf Basis dieser Technologien ausgewählte und aufbereitete Informationen aus der Cloud zur Verfügung gestellt, so dass das Fahrzeug seine Fahrzeugeinstellungen an die verschiedenen Gegebenheiten der Fahrstrecke optimal anpassen kann. Damit soll die für einen Porsche Panamera typische Spreizung zwischen Sportlichkeit und Komfort immer auf den aktuellen Fahrbahnzustand online und automatisch justierbar werden. Diese Versuchsfahrten erfolgen auf einer repräsentativen Versuchsstrecke im fließenden Stadtverkehr in Dresden. Im Fahrzeug befindet sich spezielle Mess- und Sensortechnik, welche die Anbindung des Fahrzeugs über Mobilfunk an die Server am Institut für Automobiltechnik Dresden erlaubt und den Wissenschaftler einen ständigen Zugriff auf das Fahrzeug für die Forschungsarbeit bereitstellt.

Für das Connected Car Team an der TU Dresden um Prof. Bäker, Andreas Unger und Tim Häberlein sowie von der Porsche AG um Dr. Rolf Zöller, Dr. Oliver Manicke, Eduard Schulz und Falk Salzmann sind hochvernetzte Fahrzeugarchitekturen und Vehicle Analytics Dienste die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte. Für die Wissenschaftler ist klar, die Mobilität der Zukunft wird durch eine hohe Vernetzung aller Teilnehmer miteinander geprägt sein. Dabei übernimmt das Fahrzeug der Zukunft immer mehr Aufgaben des Nutzers in Form von automatisierten Funktionen. Diese automatisierten Funktionsabläufe erfordern im Rahmen der Forschung und Systementwicklung große Datenanalysen und Algorithmen mit künstlicher Intelligenz, um immer effizientere und sicherere Mobilität zu gestalten.

Die Funktionssicherheit bei wachsender Komplexität wird dabei durch die modernen Versuchsstände im neuen Fahrzeugtechnischen Versuchszentrum (FVZ) des Instituts gewährleistet.

Die Professur von Prof. Bäker verfolgt darüber hinaus weitere Ansätze zur Entwicklung des Fahrzeugs der Zukunft. Forschungsvorhaben wie das vernetzte Fahrzeug sollen im Fahrzeugtechnischen Versuchszentrum noch detaillierter untersucht werden. Dabei steht für die Wissenschaftler der Forschungsgegenstand Fahrzeug in einer ganzheitlichen Betrachtung im Vordergrund, um nachhaltig effiziente, sichere und persönliche Mobilität zu gestalten. Einzelne mechatronische Systeme des Fahrzeugs (z. B. Energiespeicher, Objekt- und Abstandserkennungssysteme, extern angebundene Sensorsysteme über Mobilfunk) sollen in Kombination mit den Cloud-Diensten des IADs und Prototypen auf Prüfständen im FVZ analysiert und weiterentwickelt werden. Dazu plant die Professur für Fahrzeugmechatronik neben den Straßentests, auch die Freigelände am FVZ zu nutzen, um das gesamte Fahrzeugumfeld zu simulieren. Diese Prüffelder sollen zur Entwicklung, zum Test und zur Prüfung zukünftiger innovativer Fahrzeugsysteme mit automatischen Fahrsystemen für den urbanen Raum in Kombination mit hochkomplexen und diversifizierten Funktionstests ausgebaut werden.

„Hier und heute startet ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung und wird die vernetzte Mobilität in Zukunft noch sicherer und effizienter gestalten“ so Prof. Bäker.


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