Die Tube feiert ihren 175. Geburtstag - Auch in Dresden

11. September 2016
1841 hat der amerikanische Maler John Goffe Rand die Tube erfunden und meldete sie am 11. September in den USA und ein paar Monate später in England zum Patent an. Es war eine Zinntube mit Schraubdeckel und Füllmaschine.

Der Künstler hat sich, so sagt die Legende, wie seine Berufskollegen über stets eingetrocknete Farben geärgert. Doch er ging den Schritt weiter und hat sich etwas einfallen lassen.
Diese Erfindung begeisterte auch Winsor & Newton. Der Farbenhersteller präsentierte die Neuheit 1851 auf der Londoner Weltausstellung sehr zur Freude der Impressionisten und Freilichtmaler. „Die Farbtuben haben es uns ermöglicht, in freier Natur zu malen. Ohne sie hätte es weder einen Cézanne noch einen Manet gegeben, auch nicht den Impressionismus", so Auguste Renoir.

Die Tradition der Tube hat auch in Dresden eine lange Geschichte
Der Apotheker Dr. Ottomar Heinsius von Mayenburg (1865-1932) tüftelte im Laboratorium Leo im Dachgeschoss der Löwen-Apotheke am Dresdner Altmarkt an der Entwicklung einer Zahncreme. Dank erfolgreicher Marketingmaßnahmen wurde die Tube mit der Marke Chlorodont aus den Dresdner Leo-Werken ein weltweiter Erfolg. Auch nach dem Krieg wird in Dresden neben der Zahncreme auch die Tube weiter entwickelt. Gemeinsam mit Forschern der Technischen Hochschule Dresden und dem VEB Elbe-Chemie entstehen die ersten Kunststoff- und Laminattuben. Nach der erfolgreichen Reprivatisierung führt das Dresdner Nachfolgeunternehmen Dental-Kosmetik neben der Produktion der bekannten Zahncreme- und Mundwassermarken zunächst auch die Laminattubenfertigung fort.

Seit der Jahrtausendwende drückt die Tube auch wirtschaftlich auf die Tube
Im Jahr 1999 entstand der Dresdner Tubenhersteller ESSEL Deutschland als erstes Deutsch-Indisches Joint Venture zwischen dem Eigentümer der Dental-Kosmetik, dem Weltmarktführer für Laminattuben aus Indien - ESSEL Propack sowie einem Finanzinvestor. Das neue Werk im Dresdner Norden mit zwei Tubenlinien und einer Druckmaschine wird im Jahr 2000 bezogen. Ein Jahr später werden erstmals große Laminattuben mit 50mm Durchmesser gefertigt und erfolgreich in den Markt eingeführt. Mit den größeren Tuben erschließt das Unternehmen eine Marktlücke für Kosmetikprodukte. Mit kontinuierlichen Investitionen von inzwischen mehr als 30 Mio Euro in Tubenanlagen und hochwertige Drucktechnologie hat sich das Werk mit mehr als 165 Mitarbeitern zum Marktführer für hochwertig dekorierte Laminattuben in Europa entwickelt. ESSELs bisherige Erfolgsgeschichte wurde mehrmals mit dem Gewinn des Branchenpreises „Tube des Jahres" gekrönt. Täglich verlassen mehr als 1 Mio Leertuben für bekannte Marken aus den Bereichen Zahnpflege, Kosmetik, Lebensmittel und Schuhpflege das Unternehmen. Auch Künstlermalfarben gehören weiter ins Programm.

ESSEL Deutschland produziert jährlich mehr als 250 Mio. Tuben. Die Maschinen laufen an fünf Wochentagen im Drei-Schicht-System. Der kontinuierliche Ausbau der Druck- und Veredelungskompetenzen ist eines der vorrangigen Ziele und der Ausbau des Standortes ist in den nächsten Jahren in Planung.

Familienfreundliches Tubengeschäft
ESSEL Deutschland gehört zu den Besten. Im Dezember haben wir den Innovationspreis der Stadt „Familienfreundlichstes Unternehmen Dresdens 2015" für die Umsetzung verschiedener Maßnahmen erhalten. Dazu gehören das seit 2009 etablierte Model der Vertrauensarbeitszeit, die Möglichkeit zum Home-Office, Familienzeit und ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Zudem bietet das Unternehmen Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen und Notfällen an oder gewährt Sonderurlaub bei Familienzuwachs. Außerdem erhalten junge Familien für ihren Nachwuchs ein Begrüßungsgeld und Zuschüsse für die Kita-Betreuung.

Die Zukunft von ESSEL Deutschland sieht Geschäftsführer Matthias Lütkemeier so:
„Tuben sind ein krisensicheres Geschäft, da die Produkte in Tuben die Grundbedürfnisse des
täglichen Lebens decken. Mit unserem Fokus auf hochwertigen Druck, intensiver Betreuung und Beratung unserer Kunden sowie der stetigen Weiterentwicklung unserer Prozesse sichern wir die Basis für unsere Zukunft. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern – den sächsischen Tubenmachern - gestalten wir die Zukunft unseres Standortes und stellen uns den Herausforderungen des Marktes immer wieder neu."


zurück zur Übersicht

Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie und Software, Neue Werkstoffe und Nanotechnologie sowie Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.