Die "Zungenmaus" aus Dresden: Forscher der TUD entwickeln Steuerungssystem

02. März 2019
Etwa 900.000 Menschen in Deutschland können ihre Hände nicht mehr richtig bewegen - ob wegen schwerer Erkrankungen oder "normaler" Alterserscheinungen. Forscher der TU Dresden haben für sie die "Zungenmaus" entwickelt - ein Steuerungssystem, das mit der Zunge bedient werden kann. Ein Sensor soll dabei die Bewegung der Zunge erfassen und einen Klick oder Doppelklick auslösen – ähnlich wie bei einer Computermaus. Nur dass der Klick-Befehl nicht über den Zeigefinger, sondern über die Zunge erfolgt.

Bei der Entwicklung der "Zungenmaus" können die Forscher auf verschiedene Technologien und Erfahrungen zurückgreifen. Im Projekt "Stimme 2.0" entwickelten die Wissenschaftler einen Assistenten für Menschen ohne Stimme. Auch dabei kam eine Sensor-Zahnspange zum Einsatz.

Kooperation mit der Linguwerk GmbH
Entwickelt werden soll die "Zungenmaus" zusammen mit dem Dresdner Unternehmen Linguwerk GmbH, das sich bereits mit dem Spracherkennungssystem "Stimme 2.0" beschäftigt. Während die TU-Forscher an der Sensorik tüfteln, kümmern sich die Linguwerk-Experten um die Hardware und die Algorithmen, mit denen die Zungenbewegungen in Befehle umgesetzt werden sollen. Schon in etwa einem Jahr soll es einen ersten "Demonstrator" geben, danach soll die "Zungenmaus" serienreif werden. Wichtig ist den Entwicklern aber: "Wir wollen keine hochpreisige Technologie anbieten", erklärte Linguwerk-Chef Rico Petrick. Die Zungenmaus solle erschwinglich sein und nicht mehr als hundert Euro kosten.

EU fördert Projekt mit über einer halben Million Euro
Die Idee mit der "Zungenmaus" hat auch das Sozialministerium überzeugt. Deswegen hat Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch am Freitag den Forschern der TU Dresden und ihrem Kooperationspartner, der Linguwerk GmbH, einen Fördermittelbescheid von knapp einer halben Million Euro überreicht. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). "Ich freue mich, dass wir ein weiteres wichtiges Projekt im Freistaat unterstützen können", sagte Klepsch. Hier werde deutlich, wie innovativ und zukunftsorientiert die Gesundheitsversorgung und auch die Zusammenarbeit zwischen TU Dresden und sächsischen Unternehmen sein kann.

 


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