Dresdner Biophysiker mit Leibnitz-Preis geehrt

08. Dezember 2016
Der Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für komplexe Systeme (MPI-PKS); Professor Dr. Frank Jülicher, ist Preisträger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2017.

Am 15. März 2017 wird ihm der Preis in Höhe von 2,5 Millionen Euro für seine Leistungen im Bereich der theoretischen Biophysik verliehen, insbesondere für seine bahnbrechenden Arbeiten zur „Physik aktiver Prozesse in Zellen und Gewebe“. Am Donnerstag hat der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Nominierung Jülichers bestätigt. Der Leibniz-Preis gilt als die wichtigste wissenschaftliche Ehrung in Deutschland.


Exzellente Forschung an der Schnittstelle von Physik und Lebenswissenschaften
„Professor Jülicher ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler im Bereich der Biophysik“, erklärte die Staatsministerin, „der es versteht, universelle physikalische Prinzipien in der komplexen Welt der lebenden Materie herauszuarbeiten und gleichzeitig den Kontakt zum Experiment so eng zu halten, dass die relevante biologische Fragestellung stets im Zentrum seiner Forschung steht.“ Jülicher verbinde sein exzellentes wissenschaftliches Können mit der Fähigkeit, Kooperationen zu initiieren und zum Erfolg zu führen. Er habe Dresden zu einem weltweit anerkannten Zentrum für Biophysik gemacht. „Professor Jülicher hat es außergewöhnlich gut verstanden, die theoretischen Arbeiten am MPI-PKS zusammenzuführen mit entsprechenden experimentellen Aktivitäten unter anderem am MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik. So ist Dresden und damit der Wissenschaftsstandort Sachsen weltweit bekannt geworden für seine exzellente Forschung an der Schnittstelle von Physik und den Lebenswissenschaften. Dies wird durch zahlreiche Gastaufenthalte international renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie durch hochkarätige Konferenzen belegt“, sagte Stange.

Die große wissenschaftliche Leistung Frank Jülichers sei der Transfer von Konzepten der Physik – insbesondere der Nichtlinearen Dynamik und des Nichtgleichgewichts – auf lebende Materie. Was Jülichers Arbeit auszeichne, sei ihre große Originalität, gepaart mit einem tiefen Verständnis sowohl der Physik als auch der biologischen Prozesse. Dr. Eva-Maria Stange: „Seine Arbeiten haben Standards gesetzt, indem sie rigorose analytische Methoden zum quantitativen Verständnis biologischer Experimente einsetzen.“

Für den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2017 sind 134 Nominierungsvorschläge eingegangen, darunter 43 für Frauen. In einem zweistufigen Verfahren hat der Nominierungsausschuss zehn Forscherinnen und Forscher für den mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotierten Preis vorgeschlagen, darunter drei Frauen. Je zwei der künftigen Preisträger kommen aus Baden-Württemberg, Bayern und Berlin. Jeweils einer aus Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Frank Jülicher studierte in Stuttgart und Aachen und promovierte 1994 am Forschungszentrum Jülich/ Universität zu Kön. Nach einem zweijährigen Postdoc-Aufenthalt in den USA (ITP Santa Barbara) und Kanada (Simon Fraser, Vancouver) setzte er seine wissenschaftliche Laufbahn in Frankreich fort. 2002 wurde er zum Max-Planck-Direktor am MPI für komplexe System berufen. Jülicher hat außerdem eine Professur für Biophysik an der TU Dresden inne.

Weit mehr als zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Sachsen tätig waren oder noch sind, wurden mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet.

Mit Dr.-Ing. Joachim Menz erhielt ein Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg als erster Forscher aus den neuen Ländern 1992 diese hohe Ehrung.
Zu den früheren Preisträgern aus Sachsen gehören weiterhin Professor Marino Zerial, Professor Anthony A. Hyman und Frau Professor Elisabeth Knust vom MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden, Professor Jürgen Eckert vom Leibniz Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden, Frau Professor Petra Schwille, ehemals TU Dresden, Professor Roderich Moessner vom MPI für die Physik komplexer Systeme Dresden sowie Frau Professor Angela Friederici vom MPI für Kognistions- und Neurowissenschaften Leipzig.


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