Dresdner CRTD-Forscher erhalten US-Patent für Methode zur hocheffizienten Herstellung humaner retinaler Pigmentepithelzellen

15. März 2016
Das Forscherteam um Prof. Elly Tanaka am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) – Exzellenzcluster an der TU Dresden hat eine Methode zur hocheffizienten Herstellung funktionaler retinaler Pigmentepithelzellen (RPE) entwickelt, die das Sehvermögen entscheidend beeinflussen. Das Verfahren ist bereits patentrechtlich in der EU und seit Anfang Februar 2016 auch in den USA geschützt. Die hergestellten Zellen können für Zellersatztherapien für bisher unheilbare Augenkrankheiten, sowie für Medikamentenscreens verwendet werden.

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) wie auch die Retinitis Pigmentosa (RP) stellen gravierende visuelle Erkrankungen vor allem der alternden Weltbevölkerung dar, für die es bis jetzt in nur sehr begrenzten Fällen Therapiemöglichkeiten gibt. Bei diesen Krankheiten sterben die für das Sehen verantwortlichen Zellen (die Photorezeptoren) ab, was unter anderem auf einen Defekt in den retinalen Pigmentepithelzellen (RPE), die direkt an die Photorezeptoren angrenzen, zurückzuführen ist (Bild 1). Das U.S. Patent (US9249390 B2, 02.02.2016) wie auch das bereits vorhandene EU-Patent zur hocheffizienten Herstellung von großen Mengen an reinem und funktionalem RPE-Gewebe aus humanen pluripotenten Stammzellen öffnet den Weg für Zellersatztherapien und Screens zur Identifizierung von Medikamenten zur Wiederherstellung der defekten Zellen.

In enger Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Marius Ader (CRTD) wurden durch diese Methode hergestellte RPE Zellen (Bild 2) bereits in Mäuse und Ratten transplantiert, die ebenfalls Defizite in ihrer RPE Funktion aufwiesen. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Zellen in den Empfängeraugen integrieren, die Funktion der RPE Zellen übernehmen und somit die Photorezeptoren vor dem Absterben schützen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen gibt es nun erste Pläne, diese Transplantationsstudien auf größere Tiere auszuweiten, als Vorbereitung auf mögliche zukünftige Zellersatztherapien im Menschen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Augenklinik des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden unter Mitarbeit von Prof. Dr. Lutz E. Pillunat und Dr. Dirk Sandner.

Parallel hierzu gibt es Bestrebungen, diese Zellen für die Suche nach Medikamenten einzusetzen, die das Auftreten von Erblindung verhindern können. Die Gruppen um Prof. Elly Tanaka, Prof. Dr. Marius Ader und Dr. Mike O. Karl haben bereits erste Wirkstoffe identifiziert, die die Funktionstüchtigkeit der RPE-Zellen stimulieren und nun in weiteren Versuchen validiert werden.


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