Forschungsergebnis aus Dresden: Krebsenergie lässt das Gehirn wachsen

08. Januar 2020
Dresdner Forscher entschlüsseln, wie das Hirngrößen-Gen „ARHGAP11B“ die Kraftwerke der Hirnzelle aufdreht. Das menschliche Hirn kann so weit mehr Nervenzellen bilden als ein Tier-Gehirn – und seine Hirnrinde stärker falten.

Zerstörung und Intelligenz liegen manchmal nahe beieinander. Darauf deuten neue Forschungsergebnisse im „Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik“ (MPI-CBG) in Dresden hin. Demnach setzt im Menschen ein ganz spezielles Gen einen krebsähnlichen Energieprozess in Gang, der das Gehirn wachsen lässt.

Verantwortlich dafür ist das Gen „ARHGAP11B“, das nur der Mensch hat. Es nistet sich in den „Kraftwerken“ der Zelle, in den „Mitochondrien“ ein. Dort schließt es alle „Kraftwerkstüren“, so dass dort kein Kalzium mehr heraus kann. Dadurch starten sie einen „Glutaminolyse“ genannten chemischen Prozess, den auch Krebszellen gern benutzen, um ihren hohen Energiehunger zu stillen. So entsteht chemische Energie, die – ähnlich wie Benzin im Auto – viel in der Zelle bewegen kann.


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