Globalfoundries übernimmt Halbleiterproduktion von IBM

20. Oktober 2014
Globalfoundries übernimmt das weltweite kommerzielle Halbleitergeschäft von IBM. Eine entsprechende Vereinbarung haben die beiden Unternehmen heute unterzeichnet. IBM zahlt an Globalfoundries für den Erwerb der derzeit defizitären Sparte über drei Jahre insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar.

„Diese Vereinbarung stärkt unsere Führungsposition in der Halbleitertechnologieentwicklung und Fertigung“, erklärte Dr. Sanjay Jha, CEO von Globalfoundries. „Wir sind jetzt in der Lage, unseren Kunden ein breiteres Spektrum von differenzierten Leading-Edge 3D Transistoren und RF Technologien anbieten zu können. Weiterhin werden wir unser Design-Ecosystem verstärken und versetzen unsere Kunden dadurch in die Lage, schneller Umsätze zu generieren. Der Fertigungssektor in den USA wird durch diese Vereinbarung weiter gestärkt.“

Globalfoundries wird die IBM Fertigungsstätten in East Fishkill, New York, und Essex Junction, Vermont, mit tausenden von Arbeitsplätzen übernehmen und betreiben und so seine Kapazitäten erhöhen. Die Foundry, die einem staatlichen Investmentfonds aus Abu Dhabi gehört, wird für die nächsten zehn Jahre exklusiver Lieferant von Serverprozessoren an IBM in 22-, 14- und 10-Nanometer-Technologien.

„Der Vertrag erweitert die langjährige Zusammenarbeit zwischen Globalfoundries und IBM, die mit der Gründung von Globalfoundries 2009 begann. Sie ist auch Ausdruck unseres Vertrauens in die Fähigkeiten von Globalfoundries“, sagt Dr. John E. Kelly III, IBM Senior Vice President & Director of Research. Die Foundry, die eine bedeutende Fab in Dresden betreibt, entstand 2009 durch die Abspaltung der Fertigung von AMD. Globalfoundries ist heute der weltweit zweitgrößte Auftragsfertiger, nach TSMC aus Taiwan.

IBM will sich künftig vollständig auf die Halbleitergrundlagenforschung sowie auf künftige Entwicklungen von Cloud, Mobile, Big Data Analytics und Secure Transaction-Optimized Systems konzentrieren. IBM setzt die bereits angekündigten Investitionen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar über die nächsten fünf Jahre in die Halbleiterforschung fort, um in der nächsten Computing-Generation führend zu sein. Globalfoundries erhält ersten Zugang zu den Forschungsergebnissen, die durch diese Investitionen in die Entwicklungskooperation am College of Nanoscale Science and Engineering (CNSE) und SUNY Polytechnic Institute in Albany, N.Y., entstehen.

Als Bestandteil der Vereinbarung erhält Globalfoundries umfangreiches intellektuelles Eigentum, darunter tausende von Patenten. Dadurch wird das Unternehmen zum Halter eines der größten Patentportfolios für Halbleiterfertigung der Welt. Globalfoundries werde ferner durch die Übernahme eines der besten Technologieteams der Halbleiterindustrie profitieren. Das Unternehmen festige damit seinen Weg zu Prozesstechnologien von 10 Nanometern und darunter. Zugleich eröffneten sich für Globalfoundries neue Geschäftsfelder, vor allem in der industrieweit führenden Radiofrequenztechnologie (RF), Spezialtechnologien und ASIC-Designfähigkeiten.

Das Abkommen stärkt die Halbleiterproduktion und die Technologieentwicklung in den Vereinigten Staaten. Globalfoundries plant für den Zeitraum 2014/2015 Investitionen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar. Der größte Teil davon fließt in seinen Fertigungsstandort im Bundesstaat New York, wo das Unternehmen seit 2009 rund 3.000 Stellen geschaffen hat.

Globalfoundries plant, auch in die neu erworbenen Geschäftsfelder zu investieren. Der Chiphersteller werde nahezu allen IBM-Mitarbeitern, die Teil der Transaktion in den beiden Werken sind, Beschäftigung anbieten. Davon ausgenommen sei ein Team der Halbleiterservergruppe, das bei IBM verbleibt. Insgesamt werde Globalfoundries zum größten Arbeitgeber in der Halbleiterfertigung im Nordosten der USA.


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