Industriestandort Dresden baut Vorsprung bei Produktion 4.0 aus

13. November 2018
Hochtechnologie-Standort präsentiert sich auf SEMICON Europa und electronica 2018 in München

Dresden/München, 13. November 2018. Unter der Überschrift „Moderne Elektronikprodukte für die Industrie 4.0 aus Dresden“ präsentieren Dresdner Unternehmen und Forschungseinrichtungen vom 13. bis zum 16. November 2018 auf den Messen electronica und SEMICON Europa 2018 den Hochtechnologie-Standort Dresden als Europas maßgeblichen Impulsgeber und Problemlöser für die Industrie 4.0. Automatisierung und Robotik, Sensor-Lösungen, Human-Machine-Interfaces und Wearables, IoT-Plattformen und Künstliche Intelligenz: Dresdner Industrie-4.0-Spezialisten stellen elektronische Komponenten und Technologien vor, mit denen Unternehmen ihre Fertigung zukunftsfähig machen können. Die SEMICON Europa ist eine der weltweit größten Messen für Mikroelektronik und läuft parallel zur electronica, der Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung von Elektronik. In München vertreten sind insgesamt 79 Aussteller aus Sachsen, davon 65 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Dresden.  
 
Dresden – Europas Leitstandort für Industrie 4.0
„Selbstbewusst können wir sagen: In Dresden ist die digitalisierte Industrie schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Dresden ist heute Europas Leitstandort für Industrie 4.0“, erklärt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden. „Auf der SEMICON Europa im vergangenen Jahr haben wir gezeigt, dass Dresden auf dem Weg zu einem globalen Zentrum für ‚Internet of Things’-Schlüsseltechnologien ist – nicht zuletzt durch den mit Erfolg gestarteten ‚Smart Systems Hub – Enabling IoT’, dem Digital-Hub des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In diesem Jahr werben wir mit Dresdens Vorreiterrolle bei der Industrie 4.0. Dass Dresden hier Pionier ist, kommt nicht von ungefähr: Neben den modernen hochautomatisierten und vernetzten Fabriken von Infineon, Globalfoundries und bald auch Bosch verfügt Dresden über die Industrial IoT- und Elektronik-Kompetenzen, um bestehende Lücken bei der Automatisierung der Produktion zu schließen und die zukünftige Beziehung zwischen Mensch und Maschine mitzugestalten“, so Dr. Franke weiter.
 
Wachstumsmarkt Industrierobotik mit enormen Potenzialen für Dresden
Ein aktuelles Beispiel für das Zusammenbringen von Mensch und Maschine ist das neue Exzellenzcluster ‚Zentrum für taktiles Internet mit Mensch-Maschine-Interaktion – CeTI’, mit dem - und zwei weiteren Clustern - sich die Exzellenzuniversität TU Dresden in der aktuellen Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder durchsetzen konnte. „Die Spitzenforscher in CeTI wollen die nächste Stufe der Digitalisierung nehmen - und es Menschen ermöglichen, zukünftig in Echtzeit mit vernetzten automatisierten Systemen zusammenzuarbeiten. Robotik und Human-Machine-Interfaces sind ein weltweiter Wachstumsmarkt – mit enormen Potenzialen, Dresdens Position auszubauen“, so Dr. Franke. Bis zum Jahr 2020 sollen laut der International Federation of Robotics (IFR) weltweit mehr als 1,7 Millionen neue Industrieroboter im Einsatz sein. Laut der Prognose der Analysten von Markets und Markets wird der Umsatz mit Industrierobotik bis 2023 auf 71 Milliarden US-Dollar steigen. Die Marktforscher von Transparency Market Research sehen bis 2025 weltweit einen Gesamtmarkt für Robotik von knapp 150 Milliarden US-Dollar.
 
Intelligente Wearables von Wandelbots für das Training von Industrierobotern
Werksarbeiter und Industrieroboter – an dieser Beziehung arbeitet das junge Startup Wandelbots. Das Gründerteam hat eine mit Sensoren ausgestattete Jacke und Software entwickelt, die es selbst Laien ermöglichen, Industriemaschinen zu programmieren. Über die intelligente Kleidung werden Robotern Bewegungsabläufe gezeigt, die Daten in Echtzeit an die Software übertragen und zur Steuerung des Roboters benutzt. Als Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Softwaretechnologie der Exzellenzuniversität TU Dresden gestartet, ist Wandelbots heute stark gefragt: So erprobt Volkswagen mit Wandelbots in der Fahrzeug-Endmontage in der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden. Auch der Dresdner Halbleiterhersteller Infineon arbeitet mit Wandelbots an der Umsetzung einer marktreifen Lösung. „Unsere Investoren hätten uns gern in München, Stuttgart oder München. Aber Dresden bietet den Vorteil, dass hier am größten Mikroelektronik-Standort in Europa viele Firmen sitzen, deren Schwerpunkt auf der Automatisierung liegt – und mit genau denen wollen wir arbeiten“, sagt Christian Piechnick, Co-Geschäftsführer von Wandelbots.
 
Spezialisten für Automatisierung und Systemintegration: Adenso und PEER Group
Der Dresdner Automatisierungsspezialist Adenso nutzt Industrie-4.0-Technologien, um seinen Kunden die Herstellung von Produkten ab Stückzahl eins zu Großserienkosten zu ermöglichen. „In München stellen wir einen Loadport für das direkte Ein- und Ausschleusen von 300-Millimeter-Wafern in Vakuumanlagen vor, die das bisher übliche atmosphärische Handling überflüssig macht“, sagt Uwe Beier, Geschäftsführer der Adenso GmbH. „So können bis zu 80 Prozent Platz im Reinraum eingespart werden.”
Bei der Integration von Equipment und bei der Inbetriebnahme von Hightech-Produktionsanlagen unterstützt der Systemintegrator PEER Group. „In großen Fabriken geht es um eine Vielzahl von Maschinen, die von den unterschiedlichsten Herstellern geliefert werden. Das sind Millioneninvestitionen; jede Verzögerung kostet deshalb ganz real Geld – und wir reden hier von richtig großen Summen“, so der Geschäftsführer der PEER Group Dr. Michael Arnold. „Wir haben dafür eine Software entwickelt, die Automatisierungsabläufe simuliert und konkrete Szenarien testet. Diese Software wird auch an den Lieferanten geschickt, damit dieser frühzeitig herausfinden kann, was funktioniert – und was noch nicht.“
 
Industrial IoT-Lösungen für mehr Effizienz in der Industrie 4.0: Robotron und SAP
Mit der Expertise für Software und deren Einsatz für datengetriebene Prozessoptimierung, Energie-management und Industrial IoT unterstützt die Robotron Datenbank-Software GmbH Industrieunternehmen bei der digitalen Transformation. „Daten sammeln kann mittlerweile fast jeder. Unsere Herausforderung besteht darin, aus den Daten Mehrwerte für die Unternehmen zu generieren“, sagt Ulf Heinemann, Geschäftsführer der Robotron Datenbank-Software GmbH. „Mit den Produkten und Software-Lösungen für die industrielle Prozess- und Energieanalyse, zur Objekterkennung und Bildklassifikation oder dem RoboGate – einer intelligenten Verbindung aus Hardware und Software für das Nachrüsten von Bestandsanlagen – können Daten nicht nur gesammelt, sondern auch zielgerichtet ausgewertet, überwacht und dargestellt werden und dienen als wertvolle Grundlage zur Prozessoptimierung und -steuerung“, erklärt er weiter.
 
SAP ist der weltweit führende Anbieter von Unternehmenssoftware und bietet auf der SAP Cloud Platform integriert in bestehende SAP-Industrielösungen ein umfangreiches Serviceportfolio für die Implementierung, Integration und den Betrieb von IoT-Lösungen sowie für vorrauschauende Echtzeitanalysen zur Informationsgewinnung und Entscheidungsfindung im Kerngeschäft an. „Ein profitabler Einsatz und die Umsetzung kundenorientierter Monetisierungsmodelle von IoT-Lösungen auf Basis der Nutzung intelligenter Technologien stehen im Fokus für eine Stärkung der Konkurrenzfähigkeit – nicht zuletzt der mittelständischen Wirtschaft in Sachsen“, sagt Mirko Paul, Chief Innovation Architect der SAP Deutschland SE & Co. KG.  „Um diese pragmatisch und kundenorientiert auf Basis der neuesten Forschungsergebnisse umsetzen zu können, ist eine sehr offene und enge Zusammenarbeit mit den Anbietern von Hardware, Software und Konnektivität notwendig – im Mittelpunkt stehen immer die Anforderungen und konkreten Anwendungsfälle der Nutzer. Genau dieses Umfeld haben wir am Innovationsstandort Dresden gefunden, wo wir aktuell rund 700 Mitarbeiter u.a. in der Entwicklung der IoT-Services beschäftigen. Die Community im Smart Systems und Infrastruktur Hub in Sachsen ist einzigartig, um unsere Ziele umzusetzen und die Innovationen ‚anfassbar’ und ‚erlebbar’ zu demonstrieren. Lokal entwickelt – weltweit verfügbar“, so Paul, der bei SAP Verantwortlicher für die Kooperation mit dem Smart Systems Hub ist.


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Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie und Software, Neue Werkstoffe und Nanotechnologie sowie Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.