IoT für die Industrie: Dresden gibt weltweit den Ton an

24. April 2018
  • Hochtechnologie-Standort Dresden präsentiert sich auf Hannover Messe 2018 als führendes Zentrum für die Entwicklung und Anwendung von Internet of Things-Lösungen für die Industrie 4.0
  • Landeshauptstadt Dresden fördert Industrial IoT-Innovationen mit Hightech-Innovationsprogramm
Dresden/Hannover, 24. April 2018. Unter der Überschrift „Industrial IoT aus Dresden für die Industrie 4.0“ präsentieren Dresdner Unternehmen und Forschungseinrichtungen vom 23. bis zum 27. April den Hochtechnologie-Standort als führendes europäisches Zentrum für die Entwicklung und Anwendung von Internet of Things-Lösungen (IoT) für die Industrie. Moderne Hochleistungschips, Automatisierungslösungen, 5G-Konnektivität und IT: Dresdner Technologie-Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten an den Basistechnologien für das Internet der Dinge. Sie überführen das Knowhow gleichzeitig in konkrete IoT-Anwendungen, erproben diese unter Realbedingungen und bringen sie zum Einsatz. Auf der weltweit bedeutendsten Industriemesse sind insgesamt 112 Aussteller aus Sachsen vertreten. 45 Unternehmen und Forschungsinstitute aus Dresden sind dabei.
 
„Auf der vergangenen Hannover Messe haben wir der Welt gezeigt, dass sich der Hochtechnologie-Standort Dresden auf den Weg zu einem globalen Zentrum für IoT-Schlüsseltechnologien gemacht hat“, erinnert Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden. „Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist der erfolgreich gestartete Digital-Hub des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie – der ‚Smart Systems Hub – Enabling IoT’. Dieser bringt Dresdens große Technologieunternehmen, innovative Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und exzellente Forscher aus Deutschland und der ganzen Welt konzentriert in Dresden zusammen.
Es lässt sich sagen: Die Industriewelt schaut gerade auf Dresden. Denn erstens verfügt keine andere Region in Europa über eine so umfassende Konzentration von Technologie-Knowhow für IoT-Basistechnologien, die für industriespezifische Internet der Dinge-Lösungen gebraucht werden. Zweitens entwickeln Dresdner Unternehmen und Forscher eigene IoT-Anwendungen speziell für den Einsatz in der Industrie und bringen sie drittens auch in der Produktion am Standort selbst zum Einsatz. Der Smart Systems Hub beflügelt die Forschung und Entwicklung in Dresdner Unternehmen und in der Forschung merklich – und dabei hat er gerade erst Fahrt aufgenommen, freut sich Franke. „Wir als Landeshauptstadt fördern mit einem Innovationsprogramm unter anderem gezielt Innovationen bei Industrial-IoT-Technologien, um diesen zum kommerziellen Durchbruch zu verhelfen und auch für die Stadt nutzbar zu machen. Allein in diesem Jahr mit insgesamt einer halben Million Euro für Startups und KMU aus dem Hochtechnologie-Bereich“, so Franke.
 
Modellfabrik Industrie 4.0 an der HTW Dresden: Komplett ausgestatte Industrial IoT-Teststrecke
Die Schlüsselrolle für Innovationen für die Industrie 4.0 spielt ein perfektes Zusammenspiel von Hardware, Software und Konnektivität mit dem Produktionssystem. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden wurde in den vergangenen Monaten eine Smart Factory mit einer kompletten Industrie-4.0-Produktionsstrecke mit realen Fertigungsmaschinen aufgebaut. Die ‚Modellfabrik Industrie 4.0 – Industrial Internet of Things Testbed‘ ist Bestandteil des Trails ‚Industrial IoT‘, einem von insgesamt fünf IoT-Trails im Smart Systems Hub. In der Dresdner Modellfabrik zeigen Forscher um Prof. Dirk Reichelt, Professor für Informationsmanagement an der HTW Dresden, wie sich Informationen über Menschen, Maschinen und Material in der industriellen Umgebung erheben, übertragen und analysieren lassen. Dafür wurden sechs Fertigungs- und fünf Logistikmodule mit unterschiedlichen Hardware- und Softwaresystemen sowie mehrere Roboterstationen mit Virtual-Reality-Arbeitsstationen und drei manuellen Arbeitsplätzen eingerichtet. Die Modellfabrik ist zudem mit einer umfassenden Sensorik ausgestattet, mit der sich Materialbewegungen verfolgen sowie Prozess- und Umweltdaten erfassen lassen. Das Geschehen im Dresdner Industrial IoT-Testbed können die Besucher der Hannover-Messe über die dauerhafte Liveübertragung aus der durchdigitalisierten Testfabrik verfolgen (Stand von Festo Didactic SE in Halle 15, Stand D 11).
 
Industrial IoT Testbed ist Nukleus für Innovationen sowie Aus- und Weiterbildung   
„In der Modellfabrik Industrie 4.0 haben mittelständische und große Technologieunternehmen aus dem Silicon Saxony die Möglichkeit, ihre Digitalisierungs- und IoT-Lösungen in einem durchgängigen Fertigungsprozess zu testen – und ihren Kunden live zu präsentieren. Damit ebnet es dem Mittelstand in der Region den Weg zur vollvernetzen und hochautomatisierten Industrieproduktion“, sagt Dresdens Wirtschaftsförderer Franke. „In Zukunft wollen die Partner im Smart Systems Hub die Modellfabrik 4.0 noch stärker für nationale und internationale Hightech-Konzerne attraktiv machen. Denn in der Modellfabrik mit Realbedingungen wie in einer echten industriellen Werkshalle können Unternehmen ihre Mitarbeiter zu qualifizierten Industrie-4.0-Experten aus- und fortbilden – und dem Mangel an qualifizierten Fachkräften für den Hochtechnologiebereich ein gutes Stück entgegenwirken“, so Franke abschließend.

Intelligente Wearables von Wandelbots für das Training von Industrierobotern
Bereits jetzt als Erfolgsgeschichte der Zusammenarbeit im Smart Systems Hub zu bezeichnen ist das junge Dresdner Technologie-Startup Wandelbots. Das Gründerteam hat eine mit Sensoren ausgestattete Jacke und Software entwickelt, die es selbst Laien ermöglichen, Industriemaschinen zu programmieren. Über die intelligente Kleidung werden Robotern Bewegungsabläufe gezeigt, die Daten in Echtzeit an die Software übertragen und zur Steuerung des Roboters benutzt. Als Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Softwaretechnologie der Exzellenzuniversität TU Dresden, ist Wandelbots bei produzierenden Industrieunternehmen inzwischen stark gefragt: Der Dresdner Halbleiterhersteller Infineon, dessen Werk zu den am höchsten automatisierten Fabriken weltweit gehört, unterstützt Wandelbots bei der Umsetzung einer marktreifen Lösung. Auch Volkswagen kooperiert mit Wandelbots und erprobt in der Gläsernen Manufaktur in Dresden die Wearables in der Fahrzeug-Endmontage. Am BMBF-Stand zum Projekt „5G angewandt in der Industrie“ (5Gang) wird auf der Hannover-Messe demonstriert, wie mit den intelligenten Wearables von Wandelbots ein KUKA-Industrieroboter trainiert werden kann (Halle 2, Stand B 22).
 
Robotron Datenbank-Software GmbH: Industrial IoT-Lösungen für mehr Effizienz in der Industrie 4.0
Industrien streben danach, ihre Prozesse zu beschleunigen und den Einsatz von Ressourcen zu verringern. Wie innovative, datengetriebene Prozessoptimierung funktioniert, zeigt das Dresdner IT-Unternehmen Robotron. Der Spezialist für die digitale Transformation bietet Industrie 4.0-Lösungen aus einer Hand – von vernetzten Sensoren über passende Hardware und Analyse-Software bis hin zur Befähigung der Unternehmen im Umgang mit neuen Technologien. In Hannover stellt das Unternehmen mit der IoT-Fieldgateway-Lösung „RoboGate“ eine Software-Hardware-Kombination vor, die durch die intelligente Verarbeitung von Maschinen- und Prozessdaten die Effizienz in der industriellen Fertigung erheblich steigert. Auf der Messe demonstrieren weiterhin die Experten des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS ein Systemkonzept aus verschiedenen drahtlosen RFID-Sensoren, eigens entwickelter Hardware und einem manipulationssicheren Datenspeicherungskonzept, das auf der Blockchain-Technologie basiert (am Stand der OPC Foundation in Halle 9, Stand H 11). Wie die drahtlose Erfassung von Sensordaten und die automatische Identifikation ganz praktisch im Messeumfeld funktioniert, führt das IoT-Unternehmen ZIGPOS vor: Über Digitalbatches und ein WLAN-Trackingsystem für alle sächsischen Stände bleiben Aussteller und Besucher während der Messezeit stets individuell auffindbar.


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Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie und Software, Neue Werkstoffe und Nanotechnologie sowie Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.