Smarte Grundschule in Dresden spart Energie

20. Juni 2019
Erstes kommunales Gebäude mit intelligenter Energie-Messtechnik ausgestattet

Die Digitalisierung macht auch vor Gebäuden nicht halt. Intelligente Gebäudetechnik erleichtert den Alltag, vereinfacht Betriebsabläufe und hilft Energie zu sparen. Im Rahmen des Smart City-Projektes MAtchUP der Europäischen Union ließ die Stadtverwaltung deshalb die 102. Grundschule in Dresden-Johannstadt zu Beginn der Heizperiode 2018/19 mit intelligenter Energiesystem-Messtechnik ausstatten. Unterzähler empfangen und senden digitale Daten und sind dazu in ein Kommunikationsnetz eingebunden. Zusammen mit Wetterprognosedaten, wie Lufttemperatur und Windgeschwindigkeit, lassen sich damit die technischen Anlagen der Schule effizient steuern. „In MAtchUP geht es um nachhaltige Stadtentwicklung. Daher steht bei diesem Vorhaben für uns das Thema Energieoptimierung im Fokus“, so Dr. Michael Anz, Projektleiter MAtchUP im Amt für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden.

In einem ersten Schritt hatte der Projektpartner EA Systems Dresden GmbH ein detailliertes Simulationsmodell des Schulgebäudes erarbeitet. Das Modell bildet das bestehende Energiesystem und reale Anlagenverhalten ab und wird durch minutengenaue Messwerte stetig in seiner Genauigkeit verbessert. So können unterschiedliche Szenarien durchgespielt werden, wie beispielsweise das Lüftungsverhalten die Raumtemperatur und Heizlasten beeinflusst oder wie sich eine Absenkung der Raumtemperatur auswirkt. Aus den Ergebnissen werden Aussagen abgeleitet, wie man den Energieverbrauch im Schulhaus bestmöglich steuern kann. Im zweiten Schritt werden tatsächliche Anpassungen vorgenommen. „Die Effizienz von Energiesystemen basiert auf dem Wissen darüber, was im System passiert und wie sich Regelungsanpassungen auswirken werden – beides nutzen wir in unseren Simulationsmodellen für die Verbrauchsoptimierung“, so René Unger, Geschäftsführer EA Systems Dresden GmbH.

„Das große Ziel des Projekts MAtchUP ist es, die gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Vorhaben übertragen zu können“, so Anz. Im Amt für Hochbau und Immobilienwirtschaft der Landeshauptstadt Dresden soll daher perspektivisch eine zentrale Gebäudeleitstelle entstehen, an die zukünftig, neben der 102. Grundschule, stadtweit etwa 200 weitere kommunale Gebäude wie Schulen, Kindertagesstätten und Verwaltungsstandorte angeschlossen sein werden. Über dieses Energieterminal werden die Daten der einzelnen Gebäudetechnik-Anlagen, wie Temperaturen, Steuerbefehle und Energieverbrauchswerte, in Echtzeit digital übertragen. Der Energieverbrauch kann in Zukunft mittels Ferneingriff nach normierten Sollwerten, abgestimmten Nutzungszeiten und den aktuellen Wetterbedingungen entsprechend optimiert werden. Mit dem Einsatz der Zentralen Gebäudeleittechnik lassen sich durchschnittlich sechs Prozent Energie einsparen.  „Über die intelligente Steuerung der Heizungsanlagen kann die Landeshauptstadt nicht nur den Energieverbrauch senken und so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch Geld einsparen und die Investitionen in die Gebäudeleitstelle refinanzieren,“ sagt Gabriele Gottschalk, Leiterin der Abteilung Technische Anlagen/Energiewirtschaft im Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung.

Hintergrund zum Smart City-Projekt MAtchUP
Unter Federführung des Amtes für Wirtschaftsförderung arbeitet die Landeshauptstadt Dresden mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürgern an Vorhaben zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Gemeinsam will man eine intelligente, zukunftsfähige Stadt (Smart City) gestalten, die den Herausforderungen des Klimawandels wirkungsvoll begegnen kann. Dresden wurde 2017 im Rahmen der europaweiten Initiative „Horizon 2020 - Smart Cities and Communities“ ausgewählt, um das von der Europäischen Kommission geförderte Leuchtturmprojekt MAtchUP als Vorreiterstadt neben Valencia (Spanien) und Antalya (Türkei) umzusetzen. Für die Jahre 2017 bis 2022 fördert die Europäische Union das Vorhaben mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro. Etwa 4,5 Millionen Euro davon entfallen auf die Dresdner Partner.

 


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