Studierendenbefragung zeigt hohe Zufriedenheit mit den Studienbedingungen in Sachsen

04. September 2018
Die Studierenden an Sachsens staatlichen Hochschulen sind mehrheitlich mit dem Studium sehr zufrieden. Sie loben die fachliche Qualität des Studiums und das sehr gute soziale Klima an den Hochschulen. Die Beratungsangebote werden positiv bewertet. Die Neigung, nach dem Bachelor noch ein Masterstudium anzuschließen ist hoch. Ebenso hoch ist die Mobilität der Studierenden, für den Master die Hochschule zu wechseln. Negativ bewertet wurden von Studierenden, die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, die Termine der Lehrveranstaltungen. Zu diesen Ergebnissen kam die Sächsische Studierendenbefragung, die nach 2005 und 2012 nun schon zum dritten Mal eine umfangreiche Bestandsaufnahme zur Qualität des Studiums im Freistaat aus der Sicht der Studierenden ermöglicht. Diese vom Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) geförderte Forschungsstudie wurde vom Kompetenzzentrum für Bildungs- und Hochschulforschung an der TU Dresden unter Leitung von Prof. Dr. Karl Lenz durchgeführt. Die Studie erstreckt sich auf die Studierenden aller Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Geschäftsbereich des SMWK. Insgesamt nahmen fast 11.300 Studierenden an der Befragung teil.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem positiven Befragungsergebnis. Dies ist ganz klar darauf zurückzuführen, dass wir den Stellenabbau an den Hochschulen beendet, die Verhältnisse stabilisiert und für Planungssicherheit gesorgt haben. Wir wollen immer genauer wissen, wie die Studierenden die Qualität des Studiums und die Rahmenbedingungen ein-schätzen. Die Studierendenbefragung liefert dafür wichtige Erkenntnisse, die die amtlichen Hochschulstatistik ergänzen und eine umfassende Bewertung der Studienbedingungen ermöglichen“, erklärt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Sie ergänzt: „Wir werden uns die Ergebnisse genau ansehen und prüfen, an welchen Stellen wir gemeinsam mit den Hochschulen Maßnahmen ergreifen müssen, um die Schwächen ab-zubauen. Ich denke dabei vor allem an die weitere Verbesserung des Studienerfolgs, bessere Möglichkeiten zum Studium für junge Eltern und Pflegende sowie den Ausbau der digitalen Infrastruktur, um die Didaktik zu unterstützen.“
Die Befragung besagt, dass die Gesamtzufriedenheit mit dem Studium in Sachsen weiterhin auf einem hohen Niveau ist. Mit 60 Prozent sagt die große Mehrheit der Studierenden, dass sie mit ihrer aktuellen Studiensituation sehr zufrieden ist. Im Vergleich zu 2005 ist die Gesamtzufriedenheit jetzt deutlich höher. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist der Anteil der sehr zufriedenen Studierenden noch höher als an den Universitäten. Am zufriedensten sind die Studierenden in der universitären Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften und an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in den Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften.

Die fachliche Qualität des Studiums hat sich im Vergleich zu 2012 aus der Sicht der Studierenden leicht verbessert. Sie wird von mehr als 40 Prozent der Studierenden sehr gut bewertet und weitere 48 Prozent geben eine mittlere Bewertung. Noch besser als die fachliche Qualität wird das soziale Klima bewertet. Mehr als zwei Drittel geben in dem Punkt eine sehr gute Einschätzung. Auch mit der Unterstützung durch die Lehrkräfte ist eine Mehrzahl der Befragten zufrieden. Nach einem deutlichen Rückgang zwischen 2005 und 2012 sagen nun wieder etwa 60 Prozent der Studierenden, dass sie sehr häufig Unterstützung durch die Lehrenden erhalten. Ein ähnlicher Trend gilt für die didaktische Qualität der Lehrveranstaltungen. Nachdem die Bewertungen 2012 im Vergleich zu 2005 deutlich schlechter ausfielen, geben nun wieder 56 Prozent an, dass eine gute didaktische Qualität in fast allen Lehrveranstaltungen geboten wird.

Nach den Stärken der Hochschulen befragt, verweisen die Studierenden zu allererst auf die Vermittlung fachbezogener Kompetenzen. 63 Prozent bewerten diese als sehr gut. Aber auch die Vermittlung personaler und sozialer Kompetenzen steht dem mit 60 Prozent kaum nach. Dagegen spielt die Vermittlung interkultureller Kompetenzen offenbar nach wie vor eine zu geringe Rolle, diese bewerten nur 22 Prozent der Studieren-den als sehr gut.

Beim Übergang in den Master zeigt sich eine hohe Mobilität der Studierenden. Fast jeder Zweite hat zum Masterstudium die Hochschule gewechselt. Die Neigung zum Abschluss eines Masterstudiums ist groß. Etwa drei Viertel der Bachelorstudierenden an den Universitäten und auch 45 Prozent der Studierenden an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften planen, nach ihrem Abschluss das Studium fortzusetzen und noch nicht in die Arbeitswelt einzutreten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung in der Lehre angekommen ist. In der Lehre werden digitale Lehr-/Lernmaterialien mit 99 Prozent flächendeckend eingesetzt und auch Lernmanagementsysteme (84 Prozent) sind zur Routine geworden.

Verbesserungswürdig wird die Situation für Studierende, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen, eingeschätzt. Fast 7 Prozent der Studierenden betreuen Kinder und knapp 4 Prozent betreuen pflegebedürftige Angehörige. Da sich die Gruppen über-schneiden - fast 1 Prozent übernimmt eine Doppelverantwortung - beträgt der Anteil der Studierenden mit Familienaufgaben insgesamt etwas mehr als 9 Prozent. Problematisch erweisen sich für diese Studierenden ungünstige Termine der Lehrveranstaltungen (69 Prozent) und Probleme mit der Finanzierung des Lebensunterhalts (56 Prozent).


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