Sunfire GmbH startet weltweit erste Pilotanlage für Power-to-Liquid

17. November 2014
Am 14. November weihte die Dresdner Sunfire GmbH eine weltweit einzigartige Pilotanlage für Power-to-Liquids (PtL) offiziell ein. Das Unternehmen präsentiert seine Technologie im Beisein von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, Bilfinger-Vorstand Pieter Koolen sowie weiterer hochrangiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der Öffentlichkeit.
 
In der Pilotanlage wandelt Sunfire Wasser und Kohlendioxid mit Hilfe von regenerativ erzeugtem Strom in hochreine, synthetische Kraftstoffe um. Produziert werden dabei Benzin, Diesel und Wachse. PtL-Kraftstoffe, auch „E-fuels“ genannt, gelten als klimafreundliche und ressourcenschonende Alternative, auch als Beimischung zu konventionellen Kraftstoffen, um die geltende Biokraftstoffquote zu erfüllen. Derzeit läuft die Betriebsvorbereitung der PtL-Anlage am Firmenstandort von Sunfire an der Dresdner Gasanstaltstraße auf Hochtouren.
 
„Mit dieser Anlage werden wir die technische Machbarkeit auf industriellem Niveau nachweisen“, sagt Sunfire-CTO Christian von Olshausen. „Nun bedarf es regulatorischer Rahmenbedingungen, die ausreichend Planungssicherheit für Investoren schaffen. Dann kann die schrittweise Substituierung fossiler Brenn- und Kraftstoffe erfolgen. Wenn wir langfristig unabhängig werden möchten, müssen wir heute anfangen.“
 
Im Mittelpunkt der PtL-Technologie steht die Hochtemperatur-Elektrolyse, die das Unternehmen im BMBF-Forschungsprojekt Sunfire entwickeln konnte. Sie sorgt im ersten Schritt des PtL-Verfahrens für die Umwandlung der elektrischen in chemische Energie und nutzt zur Erzeugung des Wasserstoffs nicht flüssiges Wasser, sondern Wasserdampf. Auch der zweite Schritt ist innovativ: Bei der anschließenden Wassergas-Shift-Reaktion wird Kohlendioxid mit Wasserstoff aus der Dampfelektrolyse zu Kohlenmonoxid für die Synthese reduziert.
 
Im letzten Schritt, der sogenannten Fischer-Tropsch-Synthese, wird das Synthesegas zu Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Rohprodukten für die Chemieindustrie. Die dabei freigesetzte Wärme wird in den Prozess zurückgeführt. Unternehmensangaben zufolge ergibt sich ein hoher System-Wirkungsgrad von 70 Prozent.
 
Bei der Einweihung der Anlage hob Bundesforschungsministerin Johanna Wanka das Potenzial von Power-to-Liquid hervor: „Das sunfire-Verfahren senkt den CO2-Ausstoß und macht uns unabhängiger vom Erdöl. So schützen wir das Klima, schonen Ressourcen und fördern zugleich eine Technologie, die wirtschaftliches Wachstum verspricht. Der große Vorteil von PtL-Treibstoffen ist zudem, dass die gesamte bestehende Infrastruktur, wie Tankstellen, Leitungen und Motoren unverändert genutzt werden kann. Damit ermöglichen wir eine nachhaltige Mobilität mit Erneuerbaren Energien“, so Wanka.

Die Investitionskosten für den Bau der PtL-Demonstrationsanlage lagen im einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Hälfte der Summe hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Form von Fördermitteln bereitgestellt. Das CO2-Verwertungspotential liegt bei 3,2 Tonnen Kohlendioxid pro Tonne Kraftstoff. Nach der Inbetriebnahme soll die Anlage täglich bis zu einem Fass Kraftstoff produzieren. Die Kommerzialisierung der Technologie soll in Abhängigkeit von den regulatorischen Rahmenbedingungen ab 2016 beginnen.
 


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