TU Dresden erhält 40-Millionen-Euro-Förderung für Zentrum für Digitale Gesundheit

08. April 2019
Innovativere Ausbildungs- und Organisationstrukturen, stärker fächerübergreifende Zusammenarbeit, mehr Forschungsressourcen, Spitzenleistungen und eine bessere Patientenversorgung - Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) hat die Entscheidung in der Ausschreibung von Fördermitteln in Höhe von 40 Millionen Euro über zehn Jahre für ihr Modellvorhaben in der klinischen Forschung getroffen: Die Technische Universität Dresden wurde mit ihrem Antrag für den Aufbau des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Digitale Gesundheit ausgewählt.

Dresden setzt sich an die Spitze der digitalen Medizin
„Diese Initiative war so nur auf dem Dresdner Campus möglich. Mit der interdisziplinären Verknüpfung von Ansätzen der künstlichen Intelligenz, der Medizin- und Sensortechnik, der Digitalisierung und der patientennahen klinischen Forschung konnten TU Dresden und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus die Stiftung im harten Wettbewerb um die hohe Förderung überzeugen“, betont Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden. "Mit dem Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit wird an der Dresdner Hochschulmedizin eine Schnittstelle zwischen Technologie und Medizin geschaffen, die wissenschaftlich wie strukturell Maßstäbe setzt", sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Neben der aus Uniklinikum und Medizinischer Fakultät bestehenden Hochschulmedizin Dresden gehören die Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik sowie die Fakultät Informatik der TU Dresden zu den Antragstellern.

Rolle Dresdens als führender Mikroelektronikstandort Europas durch die Förderung maßgeblich gestärkt
"Digitale Technologien, Sensoren, drahtlose Kommunikation, Robotik und maschinelles Lernen bieten auch auf dem Gebiet der Krankenversorgung ein hohes wissenschaftliches Potenzial. Im Gegensatz zu etablierten und gut finanzierten molekularen Forschungsstrukturen - auch am Dresdner Campus - ist die Schnittstelle zwischen Technologie und Medizin wissenschaftlich und strukturell nicht ausreichend entwickelt. Daher kann die digitale Revolution ihre Vorteile für Wissenschaft und Patienten nicht voll entfalten. Um diese Bremse zu lösen, haben wir das Konzept des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Digitale Gesundheit entwickelt", sagt Prof. Jochen Hampe. Der Gastroenterologe und Direktor der Medizinischen Klinik I ist Hauptantragsteller.

"Damit setzt sich die Dresdner Region national und international an die Spitze der Entwicklung von cyber-medizinischen Systemen der Zukunft“
Die Entwicklung innovativer Technologien für zukünftige digitale Systeme der Medizin bilden den Schwerpunkt der intensiven Zusammenarbeit der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik mit der Medizinischen Fakultät und den anderen Partnern im Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit. Mit dem Ziel, dem Patienten neuartige medizintechnische Systeme zur Verfügung stellen zu können, werden interdisziplinäre Kompetenzen im Zentrum effizient zusammengeführt. Um "digital health" zum Nutzen der Patienten zu etablieren, soll die Schnittstelle zum Patienten im Fokus stehen. Deshalb wird das Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit Innovationsprojekte entwickeln und fördern, die sich aus der direkten Arbeit am Krankenbett ergeben. Es wird ein interaktives "Living Lab" mit Operationsräumen, regulären Betten und Intensivbetten aufgebaut. Ferner werden Stiftungsprofessuren an den Schnittstellen ernannt. Nach der Förderung von zehn Jahren durch die EKFS wird das Zentrum dann von der Hochschulmedizin Dresden weitergeführt.

Die Stiftung und die TU Dresden haben vorgesehen, bereits in den kommenden Wochen den Fördervertrag auszuhandeln, damit das Institut noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen kann.

Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS)
Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Bis heute hat sie rund 1660 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Gesamtfördervolumen von aktuell über 50 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands.


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