Weltweit erster Energieeffizienz-Award für Microchips hat Premiere

01. Oktober 2014
Cool Silicon, das der Entwicklung energiesparender, effizienter Informations- und Kommunikationstechnik gewidmete Bündnis von Unternehmen und Forschungseinrichtungen hat erstmals Preisträger mit dem »Cool Award« ausgezeichnet.

Premiere des Energieeffizienz-Award auf dem Cool Silicon Day 2014
Am 30.September wurde auf dem Cool Silicon Day 2014 in den Werkstätten Hellerau in Dresden erstmals der Energieffizienz-Award an insgesamt sieben Einzelprojekte in drei Kategorien verliehen. Prämiert wurden wissenschaftliche Arbeiten, energieeffiziente technische Lösungen und erfolgreiche Nachwuchs- und Bildungsarbeit. Geehrt wurden im Cool Silicon-Forschungsverbund verwirklichte Projekte, die einen weltweit vorbildlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) geleistet haben.

Roadmap-Beitrag gewinnt Cool Award in der Kategorie »Wissenschaftliche Arbeit«
Den Cool Award in der Kategorie »Wissenschaftliche Arbeit« erhielten unter anderem Johannes Müller vom Fraunhofer-Center Nanoelektronische Technologien (IPMS-CNT) und seine Mitautoren vom IPMSCNT, GLOBALFOUNDRIES, der Hochschule München, Oak Rich National Lab und der NaMLab GmbH für das Paper »Ferroelectric Hafnium Oxide: A CMOS-compatible and highly scalable approach to future ferroelectric memories«. »Der Beitrag wurde in die International Technology Roadmap for Semiconductors (ITRS) und damit in die Roadmap aufgenommen, nach der sich die gesamte Industrie- und Forschergemeinde der Mikroelektronik weltweit richtet«, begründete Dr. Sabine Kolodinski von GLOBALFOUNDRIES Dresden und Cool Silicon-AREA1-Leiterin für Mikro- und Nanotechnologien sowie Projektleiterin des Teilprojekts »CoolComputing« die Entscheidung.

Forscher der TU Dresden gewinnen die Kategorie »Energieeffiziente Lösungen«
In der Kategorie »Energieeffiziente Lösungen« wurden Abrecht Fehske, Henrik Klessig und Dr. Jens Voigt von der Technischen Universität Dresden für ihre Lösung »Energieeffiziente Optimierung von homogenen und heterogenen Mobilfunknetzen der 4. Generation« prämiert. Die Forscher entwickelten die Technologie im Rahmen des Cool Silicon-Teilprojekts »CoolSon«. Die dort erarbeiteten Technologien für selbstoptimierende Mobilfunknetze führen zu einer Erhöhung der Energieeffizienz um 30 Prozent. Preisträger in dieser Kategorie sind außerdem Dr. Maciej Miatr und sein Team von GLOBALFOUNDRIES für die Entwicklung von Transistoren für High-k Metal Gate. Diese neuartigen Transistoren zeichnen sich durch erheblich verringerte Leckströme aus. Das Highk-Material HfO2 wird heute weltweit in Leading-Edge-Technologien eingesetzt – seit 2014 wird die 28nm High-k Metal Gate-Technologie auch in Dresden erfolgreich verwendet.

Neuer Studiengang der TU Dresden überzeugt im Feld »Bildung und Nachwuchsarbeit«
In der Kategorie »Bildung und Nachwuchsarbeit« erhielt der neue Masterstudiengang »Nanoelectronic Systems« an der Exzellenzuniversität TU Dresden, der auf Initiative des Spitzenclusters Cool Silicon mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstand, den Cool Award. Das viersemestrige Masterprogramm vermittelt fundiertes theoretisches und praktisches Wissen über die Technologien zur Herstellung, das Schaltungsdesign und den Systementwurf für nanoelektronische Systeme. Mit Blick auf die Ressourceneffizient verbindet der englischsprachige Studiengang diese Bereiche konsequent miteinander – und verfolgt damit ein weltweit einmaliges Ausbildungskonzept.

Materstudiengang »Nanoelectronic Systems« verzeichnet steigende Bewerberzahlen
»Seit dem Start im Jahr 2011 steigen die Bewerberzahlen rasant. Für den Jahrgang 2012 hatten wir 136 Bewerber aus 22 Ländern, von denen 23 für das Studium zugelassen wurden. Im Jahr 2013 waren es schon 165 Bewerber, von denen 27 das anspruchsvolle Programm begonnen haben«, freut sich Cool Silicon-Clusterkoordinator Prof. Mikolajick. »Wir wollten einen Studiengang anbieten, der die Studenten in besonderem Maße auf die Aufgaben der modernen Halbleiterelektronik vorbereitet und mit seiner einzigartigen Breite von der Halbleitertechnologie über das Schaltungsdesign bis hin zum Systementwurf eine bedeutende Lücke schließt. Inzwischen ist der Studiengang zu einer weit über die Grenzen Sachsens und Deutschlands hinaus begehrten Ausbildung für die zukünftigen Spitzenfachkräfte geworden – und ist eine funktionierende Antwort auf den Mangel an Fachkräften im IKT-Bereich.«


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