Wichtigster deutscher Nachwuchspreis geht an zwei Forscher der TU Dresden

22. März 2016
Zwei Forscher der TU Dresden erhalten den wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Der Historiker Dr. Christoph Lundgreen und der Informatiker Dr. Markus Krötzsch werden mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2016 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet. Er ist mit jeweils 20.000 Euro dotiert und wird am 18. Mai 2016 in Berlin vergeben. 

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis, benannt nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten, wird seit 1977 jährlich an hervorragende junge Forscher verliehen. Er gilt als der wichtigste seiner Art für den Forschernachwuchs in Deutschland. Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 134 Wissenschaftler aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden, zehn werden ausgezeichnet.

Dr. Christoph Lundgreen, Professur für Alte Geschichte
Bereits in seinem Studium bildete Christoph Lundgreen sich in zwei Fachrichtungen aus, in der Geschichte wie in den Rechtswissenschaften. Dies schlägt sich in seiner Forschung maßgeblich nieder. In seiner Dissertation zu den „Regelkonflikten in der Römischen Republik“ integrierte Lundgreen rechtsgeschichtliche Betrachtungen wie auch politikwissenschaftliche und soziologische Theorien. So konnte er auf dem Forschungsfeld der politischen Kultur der Römischen Republik innovative Aspekte herausarbeiten. Die Kategorie der Regel, erweitert um ihre Inversion, den Regelkonflikt, erfährt hier nicht nur eine konzeptionelle Neubestimmung, sondern die Regel/Verletzung wird selbst zum historischen Kaleidoskop, durch das Lundgreen die Ordnung der Republik und die Kommunikation zwischen den politisch-sozialen Institutionen in den Blick nimmt.

Markus Krötzsch, International Center for Computational Logic
Wissensrepräsentation ist die maschinenlesbare Darstellung menschlichen Wissens, die eine intelligente automatische Verarbeitung dieses Wissens durch den Computer ermöglicht. Diese Basistechnologie ermöglicht daher die intelligente Handhabung großer und komplexer Daten in vielfältigen Anwendungsgebieten. Markus Krötzsch hat unter anderem als Emmy Noether-Nachwuchsgruppenleiter an der TU Dresden wichtige Forschungsbeiträge im Bereich der Wissensrepräsentation geliefert. Unter anderem hat er Wikidata geschaffen, ein „Wikipedia der Daten“, das Wikipedia-Ausgaben in allen Sprachen mit Daten versorgt, die bereits in Millionen von Artikeln sichtbar waren. So lässt sich mithilfe des von Krötzsch entwickelten „semantischen“ Wikis beispielsweise nun die Frage beantworten, in welchen der zehn größten Städte der Welt gerade eine Bürgermeisterin regiert.


zurück zur Übersicht

Exzellenz als Prinzip

Dresdens Erfolg beruht auf den Schlüsseltechnologien Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie und Software, Neue Werkstoffe und Nanotechnologie sowie Life Sciences und Biotechnologie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bringt Dresden voran.